KOPFBÄUME
Die Nachfrage nach Holz war im frühen Mittelalter immens. Als Bau-
und Brennmaterial war Holz ein unersetzbarer Rohstoff. Große
Rodungen und der Verbiss des Jungwuchses durch Weidevieh führten
jedoch zu einem Mangel des begehrten Guts.
Deshalb entwickelte der Mensch in dieser Zeit ein neues Verfahren
zur Holzgewinnung: den Kopfbaum. Dazu werden Gehölze mit einem
Stammdurchmesser von fünf bis zehn Zentimetern auf einer Höhe von
ein- bis drei Metern abgeschlagen. Die vernarbte Schnittstelle
unterbricht ein weiteres Höhenwachstum des Stammes. Die neu
ausschlagenden Triebe weisen dagegen ein verstärktes Längenwachstum
auf und verbreitern mit ihrem Ansatz den dicker werdenen Stamm. Ein
unregelmäßiger, nach oben abgeflachter Kopf entsteht.
Als Baumarten eignen sich vor allem verschiedene Weidenarten, aber
auch andere wie Eschen, Pappeln oder auch Eichen. Nachdem die
Triebe drei bis vier Jahre wachsen konnten ohne von den Haustieren
verbissen zu werden (damals weidete das Vieh oft im Wald oder unter
einzeln stehenden Bäumen) wurden sie geerntet und
weiterverarbeitet. Die flexiblen Ruten wurden z.B. zum orbflechten,
als Baustoff (Gefache in Fachwerkhäusern), Uferbefestigungen oder
auch als Stiele füe Werkzeuge (Esche) verwendet. Zumeist standen
die Kopfbäume platzsparend an Gräben, Flurgrenzen und
Gewässerrändern.
Im Artenschutz spielen die Kopfbäume noch heute eine große Rolle.
Alte Kopfbäume weisen nämlich eine Vielzahl von Hohlräumen auf, in
denen zahlreiche Vogelarten wie der Steinkauz aber auch Säugetiere
wie Fledermäuse und Steinmarder Unterschlupf finden. Am Niederrhein
sind die Kopfbäume noch heute recht häufig anzutreffen und geben
der Landschaft ihren Charakter.
Der cache selbst befindet sich NICHT in der offensichtlichen
Kopfbaumreihe!
Viel Spaß und Erfolg beim Suchen! Team Niersratten