Liebe Cacher, dieser Cache ist rund um die St. Rupertus - Kirche
in Hammer. Es muss weder die Kirche noch der Friedhof betreten
werden, ein Blick ins Innere lohnt sich aber alle Mal!
Folgender Text stammt vom derzeitigen Diakon von Hammer
Die Kirchenverwaltung Siegsdorf beschloss am 22. April 1934,
eine neue Kirchenstiftung „St. Rupert“ zu errichten, um
den Bauplatz erwerben und den Kirchenneubau einleiten zu
können.
In der Zeit des Nationalsozialismus war dies ein mutiges
Bekenntnis. So schrieb auch Pfarrer Josef Hartl in der Festschrift
zum 50jährigen Bestehen der Hammerer Kirche:
„Schon vor 50 Jahren stellte sich in Hammer die Frage nach
einem Dorfzentrum. Damals haben die Hammerer diese Frage
beantwortet, indem sie eine Kirche bauten. In einer bedrohten Zeit
war das wie ein Bekenntnis: Unsere Mitte ist Gott. Gott soll das
Zentrum unseres Dorfes sein! ... Für die Zukunft gilt unsere Bitte:
‚Du bist in unserer Mitte, Herr, und dein Name ist über uns
ausgerufen; verlass uns nicht, Herr, unser Gott.’ (Jer
14,9)“
Am 7. Oktober 1934, dem Fest ‚Unserer Lieben Frau vom
heiligen Rosenkranz’ wurde der Grundstein gelegt und am 19.
Mai 1935 war es soweit: Kardinal Faulhaber weihte die Hammerer
Kirche, mit dem hl. Rupert als Patron.
Wie oben schon erwähnt, war dies die richtige Antwort zur richtigen
Zeit: Jesus Christus ist der Erlöser und kein Mensch und keine
Ideologie kann den Menschen befreien und in den tiefsten Sinn
seiner Existenz führen.
Aber nicht nur das, denn mit der Wahl des hl. Rupert als
Kirchenpatron wurde auch eine gesunde traditionelle Verbundenheit
zum Ausdruck gebracht. Oder anders ausgedrückt, könnte man unseren
Vorfahren aus den 30er Jahren die Worte in den Mund legen: „
Wir sind uns bewusst, wo unsere wahren Wurzeln liegen. Wir stehen
auf den Schultern des hl. Rupert, dessen Wirken vor 1300 Jahren uns
nicht nur den Glauben, sondern auch wirtschaftlichen Aufschwung
gebracht hat.“
Und in der Tat, der hl. Rupert hat um das Jahr 700 vom Herzog
Theodo einen Teil der Reichenhaller Salzquelle und den Ort Juvavum
(Salzburg) geschenkt bekommen. Er war der erste Bischof von
Salzburg, gründete das Kloster St. Peter und das Frauenkloster auf
dem Nonnberg. Er missionierte in der ganzen Gegend und gründete
zahlreiche Kirchen, die teilweise bis heute erhalten sind. Auch
Ältötting soll durch ihn gegründet worden sein, weshalb er oft mit
der Altöttinger Muttergottes in der Hand dargestellt wird.
Und dies zeichnet wohl einen Heiligen aus, dass er nicht seinen
eigenen Plänen hinterherläuft, sondern den Heilswillen Christi
erfüllen will. Treffender kann man dies nicht zur Anschauung
bringen, wie es der ‚Scheiblegger-Bert’, Herr Albert
Mayer im von ihm komponierten Ruperti-Lied ausgedrückt hat:
1. Ein Kirchlein steht im Tale, so schmuck im
Sonntagskleid.
Dem Herrn und Gott zu Ehren, Sankt Rupert ist’s
geweiht.
Auf dass des Himmels Segen sei allezeit mit uns.
In Sonnenschein und Regen, Sankt Rupert, bitt für uns!
2. Das Kirchlein ist erstanden, aus Opfer, Müh und Fleiß
zum Segen der Gemeinde dem Herrn sei Lob und Preis.
Dass Friede, Glück und Eintracht sei immerdar mit uns.
Wir sind ja arme Sünder, Sankt Rupert, bitt für uns!
3. Und wenn die Glocken klingen im frischen Morgenwind,
regt sich in jedem Herzen ein Bitten leis und lind.
Oh Heiland dort im Kirchlein bleib allezeit bei uns.
Wir flehn darum in Demut, Sankt Rupert, bitt für uns!
Mit etwas Verspätung wurden am 30. März 1936 am Altar die Bilder
angebracht, die sich um die zentrale Figur des hl. Rupertus
gruppieren. Es handelt sich um Heilige, die mit den Berufen der
Hammerer Bevölkerung in Verbindung stehen.
Oben: Die heilige Familie, Vorbild aller Familien
Linke Seite, von oben nach unten:
-Hl. Florian (Patron der Schmiede, nachdem das Schmiedehandwerk dem
Ort seinen Namen gegeben hat)
-Hl. Barbara (Patronin der Bergleute)
-Hl. Vinzenz von Saragossa (Patron der Holzknechte und
Köhler)
Rechte Seite:
-Hl. Wendelin (Patron des Ackerbaus)
-Hl. Notburga (Patronin der Dienstboten)
-Hl. Isidor (Patron der Tierhalter)
Am Bild des hl. Wendelin (rechts oben) wird deutlich, worum es
geht. Wendelin kniet nieder und betet, während ein Engel für ihn
weiter pflügt. Himmel und Alltag durchdringen sich gegenseitig, ora
et labora wird nicht künstlich voneinander getrennt, sondern
gehören zusammen. Sie sind zwei Seiten der einen Wirklichkeit.
Während der Mensch tätig auf Erden arbeitet, soll er sich das
Bewusstsein der Gegenwart Gottes lebendig erhalten. Dadurch wird
sein zeitliches und ewiges Glück begründet.
Horst Seipel, Diakon
(Quelle: www.pfarrverband-siegsdorf.de)