So sah der Siechenbrunnen am Wolfenberg „´s
Siachabrönnle“, wie es im Volksmund heißt, 1935 aus, nachdem
die Anlage von den „Aichtalern“ – so nannte sich
die Wandergruppe- neu gestaltet worden war. Die
„Aichtaler“ traten kurz danach der Ortsgruppe Schönaich
des Schwäbischen Albvereins bei. Nach dem Eintrag auf dem Bild zu
urteilen, wurde der Siechenbrunnen 1742-1743 entweder angelegt oder
die Anlage überholt. Leider lässt sich darüber zum jetzigen
Zeitpunkt nichts Genaues sagen. Auf alle Fälle war der
Siechenbrunnen vorher sehr einfach gestaltet. Immer wieder wurde
über die Herkunft dieses Namens gerätselt: Hatte oder hat das
Wasser für die Kranke, also Sieche, eine besondere Heilwirkung? Ode
hat der Name einen anderen Ursprung? Auskunft darüber gibt uns das
„Praemißen-Buch zu dem Güter-Buch von 1860“, es heißt
darin: „An der Aichhalden... entspringt eine Quelle, die etwa
bis vor 8 Jahren durch hölzerne Teichel (Wasserleitungsrohre) in
einige steinene Tröge geleitet war und der
„Siechentrog“ heißt. Als im Jahr 1850 (also in
typischen Hungerjahren) die Allmend an der Aichhalden an arme
Bürger verpachtet und umgebrochen wurde, fand man oberhalb der
Neuweiler Straße, in der Nähe des Fußwegs, da wo sich die Straße
nach Neuweiler links gegen die Wolfenmühle biegt, das Fundament
eines Hauses, woraus geschlossen werden dürfte, dass hier ein
Kranken-(:Siechen:)Haus stand.“ Die Siechenhäuser waren die
mittelalterlichen Vorläufer der Krankenhäuser und waren in erster
Linie für Sieche (Kranke) mit ansteckenden Krankheiten
–deshalb standen sie meist am Ortsrand- bestimmt. In unseren
Breitengraden waren dies vor allem Krankheiten wie Pest und die
Blattern (Pocken). Das Siechbrünnle war nach der Neuanlage von 1935
mit Bänken, Bäumen und Büschen bis lange nach Kriegsende ein
beliebtes Ziel von Spaziergängern. Die von den Initiatoren
seinerzeit ebenfalls gepflanzten Blutahorn-Bäume haben sich trotz
des kargen Bodens prächtig entwickelt.
GEHT BITTE VORSICHTIG MIT DEM DÖSCHEN UM UND BAUT NICHT DEN
BRUNNEN AB!
