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Judenacker

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Hidden : 06/05/2009
Difficulty:
1 out of 5
Terrain:
1 out of 5

Size: Size: small (small)

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Geocache Description:


Der jüdische Friedhof in Zwingen

Von Günter Boll

In Zwingen, das bis 1792 zum Fürstbistum Basel gehörte, erinnert der auf dem rechten Birsufer gelegene „Judenacker“ an den wohl schon zu Lebzeiten des Bischofs Melchior von Lichtenfels (1517 – 1575) angelegten Friedhof der in den linksrheinischen Amtsbezirken des Hochstifts Basel ansässigen Juden. Der 1668 letztmals erweiterte Begräbnisplatz, auf dem bis 1672 auch die landfremden Juden aus anderen vmbligenden Ohrten bestattet wurden, ist nach der Gründung des jüdischen Friedhofs in Hegenheim im Januar 1673 aufgegeben worden. Die Grabsteine sollen 1829 beim Bau der unteren Birsbrücke Verwendung gefunden haben. (1)

Die erste Erwähnung des Zwingener Begräbnisplatzes ist einer Eingabe des Juden Leuw zu verdanken, der seinen Wohnsitz um 1580 von Zwingen nach Arlesheim verlegt und sich, wie aus dem folgenden Befehl des Basler Bischofs Jakob Christoph Blarer von Wartensee (1542 – 1608) an den Vogt zu Zwingen vom 3. Januar 1581 hervorgeht, (2) mit Erfolg um den Erhalt des Friedhofs bemüht hatte:

Es hat vnß Leüw Jud zu Arleßheim, demüettig furbringen laßen daß Gemeinen Juden an Irer begrebnüs zu Zwingen eintrag beschehen solle &c Ist derwegen vnser gnediger befelch, daß du Inen dieselbig begrebnüs, wie es vom altten här breüchlich gewesen, gestatten vnd daran khein verhinderung thun sollst. Seyen dir hiemit zu gnaden gewogen.

Die letzte Erweiterung des Friedhofs fällt in die Regierungszeit des Basler Bischofs Johann Konrad von Roggenbach (1618 – 1693) und wurde im März 1668 bewilligt:

Von Gottes Gnaden Wir Johann Conradt Bischoff zue Basel &c vrkhunden hiermit, Nachdeme vnserem Rath vnndt Vogten zue Zwingen Lieben bruederen vnndt getreüwen Johann Frantz von Roggenbach von denen in vnsern teütschen herrschafft auch anderen vmbligenden Ohrten sich enthaltenden Juden angelägenlichst vorgebracht worden, welcher gestalten Sie von ohnerdenckhlichen Jahren häro Eine nechst bey vnserm Schlosß Zwingen gelägene Begräbnuß haben, gestalten dann Ihrem gebrauch nach solche würckhlich mit deren verstorbenen Leibern außgefüllt vnndt zue anderen dahin zuelegen khein v̈ briger Platz mehr seye, Mit angehenckhter gehorsamber anzaig vnndt Pitt, Wir wollten g[nädig] erlauben, daß sie eines viertelß groß /. so ohne diß auch bey obgedachter Ihrer begräbnuß /. zue bedeütem Ende noch weiters g[nädig] vergönnen: vnndt nun wir hierinnen khein sonderbar Bedenckhens tragen, Alß khann berüerter vnser vogt vnndt brueder zue Zwingen gesagten verlangenden viertels bezürckh zue begrabung Ihrer der Juden todten gegen gewöhnlicher Erkhandtnuß verwilligen vnndt auff Ihr gebürendes ansuechen diser vnnser g. Erlaubnuß Ihnen in seinem Nahmen Einen Schrifftlichen Schein erthaillen. Zu Vrkhundt haben wir vnnser gewöhnlich Secret Innsigel fürauff truckhen Lassen. So beschehen vnndt geben vff vnserem Schloß Pruntraut den 9. Martii 1668. (3)

Im Mai 1971 wurde in Laufen beim Abbruch eines alten Hauses in der „Hinteren Gasse“ ein Grabstein aus grauem Jurakalk geborgen, der dort als Schüttstein eingemauert war und vom jüdischen Friedhof in Zwingen stammt. Die Inschrift des Grabsteins hebt die Wohltätigkeit der „Frau Serle bat R[abbi] Josef“ hervor, die mit dem angesehenen „Herrn Jischai bar Jizchak Efraim“ verheiratet war und in der „Sabbatausgangsnacht“ auf den „21. Kislew 402 des sechsten Jahrtausends“ (24. November 1641) gestorben ist. (4)

Das gemeindeeigene Friedhofsgelände (745 m²) ist im Herbst 1988 parzelliert und bis auf ein kleines Stück (166 m²), das mit dem angrenzenden Grundstück Nr. 1153 (3,5 ha) vereinigt wurde, an die privaten Anstößer verkauft worden. Ein Großteil des Friedhofs wurde bei der Realisierung eines Bauvorhabens des jetzigen Eigentümers der Parzelle Nr. 1658 (419 m²) im Juli 1992 zerstört.5 Dabei sind an der Ostseite der Baustelle einige Skelette buchstäblich enthauptet worden.

Die 1995 vom Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund in unmittelbarer Nachbarschaft des Friedhofs errichtete Gedenkstätte wurde am 17. März 1996 eingeweiht und soll die Erinnerung an diesen jahrhundertealten Begräbnisplatz für alle Zeiten wach halten.

Anmerkungen und Nachweise:

(1) Achilles Nordmann: Über den Judenfriedhof in Zwingen und Judenniederlassungen im Fürstbistum Basel. In: Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde, herausgegeben von der Historischen und antiquarischen Gesellschaft zu Basel, 6. Band (Basel 1907), S. 120-151. Achilles Nordmann: Der Israelitische Friedhof in Hegenheim in geschichtlicher Darstellung (Basel 1910). Günter Boll: Dokumente zur Geschichte der Juden in Vorderösterreich und im Fürstbistum Basel (1526 – 1578). In: Schau-ins-Land, Zeitschrift des Breisgau-Geschichtsvereins, 115. Jahresheft (Freiburg im Breisgau 1996), S. 19-44.

(2) Archives de l’ancien Evêché de Bâle (AAEB) Porrentruy: B 216 Judensachen (1461 – 1790), 116.

(3) AAEB Porrentruy: B 216, 141 (1668. Bewilligung der Juden Begräbnuß in Zwingen).

(4) Léon Segginger: Zeugen jüdischer Vergangenheit im Laufental. In: Volksfreund (Laufen), 104. Jahrgang, Nr. 49 vom 22.6.1971.

(5) Lorenz Häfliger: „Judenacker“ soll erhalten bleiben. In: Basler Zeitung (Basel), 150. Jahrgang, Nr. 186 vom 11.8.1992, S. 33. Simon Erlanger: Zu retten, was noch zu retten ist. In: Jüdische Rundschau Maccabi (Basel), 51. Jahrgang, Nr. 33 vom 13.8.1992, S. 13.

Additional Hints (Decrypt)

Uvagre qrz Onhz vz Ibeunat va pn. 1z Uöur

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)



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