Jeder Sontheimer Landwirt musste in früheren Zeiten zur
„Schmidda“ kommen, sei es, ums seine Pferde zu beschlagen oder
einen Eisenreifen auf das Wagenrad aufziehen zu lassen. Der
Schmiedeberuf hatte das Monopol in den ländlichen Gemeinden. Im
Jahre 1999 hat die Gemeinde Sontheim dieses Schmiede-Grundstück
erworben und die Werkstätte wurde abgebrochen. Um den Sontheimer
„Naudla-Stupfer“ rankt sich die Legende, dass wegen eines großen
Mangels an Eisen einige Bürger auf den Gedanken kamen, im Eisenried
Nadeln zu stupfen, damit diese zu sprießen begännen.
Dazu gibt es einen treffenden Vers
Gar manches hot dr Schwob erfunda
no mehr hot er probiert
Vo Sonthoi hört ma au a Kunda
Gar mancher sich schniniert.
Wia d´Eisawar isch Mangl gwea
So schwätzt ma au no heit
.
Hand sa en Boda Naudla gstupft
Die gscheida Bürgersleit
.
Sie gießats und sie dungats au
und watet voller Banga
dass Blättla sprießat nau und nau
und wachsat Eisastanga.
Doch wia ma hört, isch´s Experiment
it ganz nauch Wunsch verlaufa.
Drum muass man z´Sonthoi, sapperment
au heit no´s Eisa kaufa
für unsere Hochdeutschen „Cacher“
Gar manches hat der Schwabe erfunden
noch viel mehr hat er probiert
Von Sontheim gibt es eine Kunde
gar mancher sich geniert.
Als Eisenwaren Mangel waren
so erzählt man sich noch heute
Haben Sie in den Boden Nadeln gesteckt
Die gescheiten Bürgersleute.
Sie haben auch gegossen und gedungen
und warten voller Bangen
dass Blätter spriessen nach und nach
und wachsen Eisenstangen.
Doch wie man hört, ist das Experiment
nicht ganz nach Wunsch verlaufen
Drum muss man in Sontheim, sappralot
auch heute noch Eisen kaufen
Unweit dieser Stelle stand bis anno 1999 die alte
„Dorfschmiede“. Aufgebaut aus den original Ziegelsteinen wurde der
Schmied wieder lebendig gemacht. Wenn Ihr euch um 180 ° dreht, sind
noch Reste der Ruine zu sehen. Aus der Schmiede stammt auch der
Original Amboß.
Schon damals musste vorsichtig gearbeitet werden. Wehe ein Finger
geschweige ein Daumen wurde getroffen! Kaum auszudenken wie dann
heutzutage ein GPS-Gerät ohne Daumen zu bedienen wäre !
In Gedenken an den Schmied folgende und
einzige Bitte (natürlich freiwillig):
Ein Foto von Euch, dem
Schmied,
Eurem GPS Gerät und rechter
Daumen nach oben !