Zeitaufwand: ¼ Stunde / Strecke: ¼ km / Angabe:
Start-Cache
Parkplatz: 51°47,800’N / 013°37,500’E
Etwa einen Monat nach der Verhaftung des
Berliner Handelsmanns August Krüger in hiesigem Gebiet kam es kurz
hinter Bahnhof Gehren zu einem spektakulären Überfall auf einen
Postzug der Berlin-Dresdener Eisenbahn.
An dieser Stelle müssen die Züge die größte Steigung auf dem Weg
von Berlin nach Dresden überwinden. Den Gangstern gelang es zwar
den Zug zu stoppen aber sie bekamen ihn nicht in ihre Gewalt, da
der Zug von extra Personal zur Sicherung eines Spezialwaggons
begleitet wurde. Des weiteren führte der Zug den Waggon mit der
wertvollen Fracht direkt hinter der Lokomotive und konnte somit
nicht, wie wohl ursprünglich geplant, einfach abgekoppelt werden.
Einer der Posträuber konnte vom Begleit- personal festgesetzt
werden. Sicher in einer Kiste verpackt wurde der Posträuber zur
Aufbewahrung und späteren Übergabe an die Behörden im Güterschuppen
verstaut. Zwei Komplizen gelang jedoch die Flucht in den nahen
Wald, bei der sie lediglich einen einzigen Postsack mitnehmen
konnten. Der Postsack stand zur Abgabe bei vorbeifahrt Bahnhof
Wendisch-Drehna bereit und war im Tumult vom Zug gefallen. Der Zug
wurde zur Beweisaufnahme durch die Gendarmen nach Bahnhof Uckro
zurückgesetzt. Der planmäßige Verkehr konnte passieren und der Zug
in ruhe von den hiesigen Ordnungskräften untersucht werden. Der
Spezialwaggon wurde vor Fortsetzung der Fahrt des Postzuges
abgekoppelt und bis auf weiteres auf Bahnhof Uckro
sichergestellt.
Bei der Nachsuche nach den flüchtigen Komplizen wurden im Wald
verstreut liegenden Briefe gefunden und eingesammelt. Sehr
sorgfältig schien nicht gesucht worden zu sein, denn selbst
heutzutage über 100 Jahre nach diesen Vorkommnissen sollen noch hin
und wieder gut erhaltene Briefe aus dem entwendeten Postsack in der
Heide zu finden sein. Gelegenheit dazu bietet sich regelmäßig an
der großen Eiche 160 Meter in EzN vom östlichen Ausgang des
Bahntunnels an dem Überfall stattfand.
Da der Überfall nur von Personen begangen worden sein konnte, die
exakte Kenntnis über den Fahrplan der Bahn hatten und der Überfall
minutiös geplant war, wurden zwei Mitarbeiter des Bahnhof Gehren
als dringend tatverdächtig verhaftet. Belastend kam noch hinzu,
dass der Verhaftete Posträuber, der im Güterschuppen der
Dienststelle "aufbewahrt" wurde über Nacht verschwunden war. Aber
auf Grund weiterer Vorkommnisse mussten sie später jedoch wieder
auf freien Fuß gesetzt werden und konnten bald wieder in aller Ruhe
ihren Kaffee auf Bahnhof Gehren genießen.
Was später mit dem sichergestellten Waggon des Postzuges geschah
ist Gegenstand anderer detaillierter Berichte.