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Sie haben klein gelebt - Der Onkel aus Amerika Traditional Cache

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wanderlust2000: Auf Wiedersehen!!

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Hidden : 7/30/2009
Difficulty:
1.5 out of 5
Terrain:
1 out of 5

Size: Size:   micro (micro)

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Geocache Description:


Sie haben klein gelebt

 
Der Onkel aus Amerika

Dies ist der dritte Cache zu einer kleinen, persönlichen Serie, die mich an Erzählungen meines Vaters erinnern.


Mein Vater wuchs im Alsdorfer Staddteil Busch auf.Dort verbrachte er, seinen Erzählungen nach, eine wunderschöne Jugend in dieser kleinen Bergmannssiedlung.
Später lebte er über 30 Jahre mit meiner Mutter und mir in Alsdorf-Mitte.Im Jahre 2001 zog es meine Eltern dann wieder zurück nach Alsdorf Busch, wo Sie sich ihren Traum vom Häusschen mit Garten erfüllten.

Die Siedlung Busch wurde im Jahre 1921 von der Aachener Bergmannssiedlungsgesellschaft gegründet, um neuen Wohnraum für die übergesiedelten Bergmannsfamilien aus dem Saarland und dem Ruhrgebiet zu schaffen.
Die meisten dieser Häuser wurden als Block oder Doppelhäuser errichtet.
In einem dieser Häuser der Heimstrasse, wuchs mein Vater, mit meinen Großeltern und zwei Geschwistern auf.




In den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg waren viele Familien froh, wenn Sie ihre Lieben satt bekamen.
Der Lohn der alleinverdienenden Bergmänner war bescheiden, und erlaubte keine großen Sprünge.
An besondere Leckereien, wie z.B. Süssigkeiten war kaum zu denken.
Selbst an Weihnachten gab es oft nur ein paar Nüsse, eine Orange und ein wenig Schokolade.
Süssigkeiten und Südfrüchte, wie wir sie heute kennen,waren weitgehend unbekannt.
Auch die Trinkgewohnheiten waren andere als wir sie heute kennen.Bei meinen Grosseltern kam nur Milch oder Sprudel auf den Tisch. Getränke wie Limonade, Saft oder auch Cola waren nur stille, nicht zu erfüllende Wünsche.

Wenn mein Vater mal ein paar Pfennige bekommen hatte, wurden diese, meist in einem Büdchen in der Buschstrasse wieder ausgegeben.
Dort kaufte er sich dann seine heissgeliebten Mohrenköpfe, Nussriegel welche er immer "Onkel Tom" nannte, Himbeerbonbons,Esspapier oder auch echten Lakritz.
Mit diesen Lakritzen stellte er und seine Freunde oft das so genannte Lakritzwasser her. Dazu nahmen sie eine Flasche, füllten diese mit Wasser und stopften den schwarzen Lakritz hinein. Dann wurde diese Flasche auf Teufel komm raus geschüttelt.Das Ergebnis war eine braun-schwarze Brühe, welche den Kindern offenbar schmeckte und ihnen das Gefühl gab, auch teure Coca Cola zu trinken.

               

Eine weitere Möglichkeit an Süssigkeiten und kleinen Geschenken zu kommen, bestand einmal im Jahr immer dann, wenn der berühmte "Onkel aus Amerika" zu Besuch in Alsdorf Zopp oder auch Alsdorf Busch war.
Dazu verkleidete sich ein Erwachsener als Onkel aus Amerika.
Dieser zog sich einen schicken Anzug mit Zylinder an, trug einen Gehstock und fertig war die Illusion des reichen Onkel aus Amerika.
Es gab sogar Zeiten, da führte dieser Onkel aus Amerika noch einen Diener mit sich.Dieser wurde im Gesicht mit Schuhcreme schwarz angemalt, und musste dann das Gepäck des Onkels tragen.Dabei begrüßten sie die Passanten und beschenkten die Kinder, mit den Süssigkeiten aus den Koffern.

Dies war immer einer der Festtage in der Bergmannssiedlung Alsdorf Busch.

Mein Vater erzählte diese Geschichte immer gerne, stellte aber in einem Atemzug gleich klar, dass sie trotz der wirtschaftlichen Verhältnisse in dieser Zeit, nicht einmal Hunger leiden mussten und es ihnen an nichts fehlte. Dafür war er auch noch Jahre später, meinen Großeltern sehr dankbar.



Dies war eine der kleinen Geschichten, die mir mein Vater immer wieder gerne erzählte.Man spürte förmlich die Begeisterung wenn er von seiner Jugendzeit erzählte.

Leider kann mir mein Vater heute keine Geschichten mehr erzählen.
Er starb im Jahre 2007 an Bauchspeicheldrüsenkrebs, keine 24 Stunden nachdem wir ihm seinen letzten Wunsch erfüllten.

Wir brachten ihn nach Hause. Nach Alsdorf Busch.



Information:
Bitte versteckt den Cache wieder "unsichtbar" !



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