Daten
Ihr befindet Euch mitten im Quellbereich der 45,3 km langen Schwalm. Unter Berücksichtigung der Zuflüsse befindet sich auf der deutschen Seite ein Gewässersystem mit einer Gesamtlänge von 226 km Länge und einem Einzugsgebiet von etwa 251 km². Im niederländischen Teil ist das Einzugsgebiet ungefähr 27 km² groß.
Das Schwalm-Einzugsgebiet liegt in der Niederrheinischen Bucht, die durch mächtige Sedimentfolgen tertiärer und quartärer Lockergesteine geprägt ist. Während der quartären Eiszeiten ist die Geländeoberfläche des Schwalm-Einzugsgebietes vielfältig geformt worden. Es sind eine Abfolge von Terrassen der Maas und des Rheins sowie ausgedehnte Lössgebiete und Sandgebiete entstanden.
Die durchschnittliche Fließmenge wird auf der hier montierten Tafel mit stark schwankenden Werten (Durchschnittswert und Hochwasserwert) angegeben. Im Verlauf der Schwalm befinden sich 9 Wehre (8 in D), die bewirken, dass das Wasser über eine Länge von mehreren zehn bis hundert Metern erheblich langsamer fließt. In den begradigten Flussabschnitten herrscht eine unnatürlich hohe Strömungsgeschwindigkeit.
Das Sediment besteht aus Sand und Feinkies; der Grobkiesanteil liegt bei <10 % der Fläche des Gewässerbettes.
Die Schwalm – Damals und Heute
Bis zum Beginn des vergangenen Jahrhunderts bestand die Schwalmniederung aus einem großen Feuchtgebiet. Aufgrund der Vielzahl der benötigten Weide- und Ackerflächen wurden die Auenbereiche entwässert und die Schwalm begradigt und verkürzt, um durch einen schnellen Abtransport des Wassers die Gefahr von Hochwasser vermeiden zu können, wie fälschlicherweise angenommen wurde. Darüberhinaus nahm die Wasserverschmutzung bis in die 80er Jahre zu. Die früher reichhaltige Tier- und Pflanzenwelt mit vielfältigen Arten konnte sich in nur wenigen kleinen „Oasen“ wie dem Elmpter Bruch halten. Mit wachsendem Verständnis für ökologische Zusammenhänge zwischen Gewässer und Aue setzte ein Umdenkprozess ein. Um eine Renaturierung und damit eine Vergrößerung der Lebensräume zu schaffen, werden seit den 80er Jahren mehrere Maßnahmen durchgeführt, die als positiven Nebeneffekt auch eine Verringerung der Überflutungsgefahren für die menschlichen Siedlungen haben. Bereits nach zwei Jahren der Projektlaufzeit zeigten sich erste Erfolge der Maßnahmen. So hat sich der Biber wieder eingefunden. Weiterhin trifft man dort nun auf Frösche, Libellen, Blaukehlchen, Eisvogel und Pirol ebenso wie auf Wasserhahnenfuß, Gagelstrauch oder Bachforelle, Barbe und Döbel.
Große Teile des Unter- und des Oberlaufs der Schwalm weisen noch einen natürlichen Mäanderverlauf auf. Das Flussprofil ist hier sehr abwechslungsreich, mit flachen Innenkrümmungen und bis zu drei Meter hohen Prallufern. Am Oberlauf nehmen die Quellwasserströme stark ab. Die Ursache hierfür liegt besonders in der Grundwasserförderung zur Trockenhaltung des Braunkohlentagebaus Garzweiler. Der Abfluss der Schwalm wird jetzt durch Einleitung und Versickerung von aufbereitetem (Sümpfungs-)Grundwasser gestützt. Im Süden des Schwalmeinzugsgebietes bedeuten die Grundwasserabsenkungen für den Braunkohlentagebau die maßgebliche Belastung für die Schwalm. Diese Beeinträchtigungen werden noch Jahrzehnte fortdauern.
Die Gewässerökologie
Die Wasserqualität der Schwalm konnte in den letzten Jahren verbessert werden; dennoch besitzt das Wasser der Schwalm heute dennoch überwiegend die biologische Güteklasse II (mäßig belastet) bzw. II-III (kritisch belastet). Beeinflusst wird die Gewässerökologie durch Phosphor und Stickstoff (vereinzelt auch PCB und PAK). Alle Gewässer sind geprägt durch einen mehr oder weniger naturfernen Ausbau in diesem dicht besiedelten und stark landwirtschaftlich genutzten Einzugsgebiet. Eine Vielzahl von Querbauwerken / Stauanlagen verhindert zudem an der Schwalm und ihren Seitenbächen die Passierbarkeit für einen großen Teil der aquatischen Fauna.
Logbedingungen: Um diesen Cache zu loggen hätte ich gerne ein (freiwilliges) Foto von euch / eurem GPSr / Hund / Kinderwagen neben dem Stein (im Log) und folgende Fragen per Email (MIT ANTWORTADRESSE!)beantwortet:
- Durch welche Maßnahmen wird derzeit versucht, der Natur wieder mehr Platz zu geben und den Einfluss des Menschen zu minimieren? Nennt mir einen der vier auf der Tafel genannten Punkte, der Euch am wichtigsten erscheint!
- Die wievielfache Menge fließt für den Hochwasserfall (bezogen auf den Durchschnittswert) über die Landesgrenze ins Nachbarland? Das Verhältnis beider Werte hätte ich gerne gewusst.
- Wie lautet der Fachbegriff für die „Entwässerung der Auenbereiche“?
- Greift Euch eine Hand voll aus dem Flussbettboden. Schreibt mir, welche Steine/Lebewesen (Größe/Anzahl) Ihr gefunden habt!
- Und wer hat den Stein gestiftet? (NICHT Schwalm...!)
Logs, die Antworten bzw. Hinweise enthalten bzw. zu denen keine Email mit den Antworten geschickt wurde, werden gelöscht.
VIEL SPAß WÜNSCHT EUCH kohalas
Specifications
You are located in the middle of the source area of the river Schwalm which has a length of 45.3 km. Taking into account the inflows, on the German side a water system with a total length of 226 km is located and a watershed area of approximately 251 km². The Dutch part of the watershed area is approximately 27 km².
The watershed area lies in the Niederrheinische Bay, through the powerful impact of tertiary sedimentary and quaternary unconsolidated rock characterized. During the Quaternary ice ages, the surface of the Schwalm-shaped basin has been varied. There is a series of terraces of the Maas and the Rhine as well as extensive areas of loess and sand areas emerged.
The average flow volume is quoted on the sign here with strongly fluctuating values (average and flood value). During the river, there are 9 weirs (8 in Germany). They cause that water on a length of several ten to one hundred meters flows significantly slower. In the straightened river sections there is an unnaturally high flow velocity.
The sediment consists of sands and fine gravel, the coarse gravel fraction is below 10% of the surface of the water bed.
The history of the Schwalm
In the 13th Century, along the river about 40 mills were built, of which even today about 17 remain. This is more than in other valleys of the Lower Rhine.
Until the beginning of last century, the Schwalm lowland was a huge wetland. Due to the large ammount of needed agricultural crop land and acreage, the floodplains were drained and the Schwalm was straightened and shortened to enable a quick removal of water and so to decrease the dangers of flooding (wrongly assumed).
In addition to that, the water pollution in the 80s increased, too. The formerly rich fauna and flora with many species were retreated into only a few small "oases" such as the “Elmpter Bruch”.
With the growing understanding of ecological linkages between water and floodplains a re-thinking started. To renaturalise and thus support the increase of the habitats, some actions were conducted since the 80s, which also resulted in reducing the flooding risks to human settlements as a positive side effect!
Already after two years of the projects the first successes were measured. Even the beaver has been re-introduced. Furthermore, there are now frogs, dragonflies, bluethroat, kingfisher and Pirol as well as Common Water-crowfoot, Myrica gale or the brown trout, chub and barbell.
Large parts of the lower and the upper reaches of the Schwalm still have a natural meander way. The flux profile is very varied, with flat inner elbows and up to three meters high bounce shores. On the upper reaches, the water currents decrease. The reasons for this lie especially in promoting the attitude of the open cast mine Garzweiler. The outflow of the Schwalm is nowadays supported with introduced and drained away groundwater. In the south of the river Schwalm, groundwater lowering for Garzweiler is seen as the major burden for the Schwalm. These impairments will remain for decades.
The aquatic ecology
The water quality of the Schwalm could be improved in recent years; however, the today’s water is mainly Biological Grade II (moderately bonded) or II-III (critically bonded). The aquatic ecology of the water quality is influenced by phosphorus and nitrogen (as well as isolated PCBs and PAHs). All waters are characterized by a more or less unnatural development in this densely populated and heavily farmed catchment. A multitude of constructions / dams hinders a large part of the aquatic fauna to move freely through the rivers.
Log requirements:In order to log this cache, I would like to have an (optional) photo of you/your GPSr/your dog/your girlfriend/... next to the stone (in the log) and the answers to the following questions (via Email WITH sender's adress!):
- By which actions is it being tried, to give nature again more space and minimize the influence of humans? Tell me at least one of the four mentioned points that is the most important one in your eyes!
- Tell me the quotient of the flood flows (based on the average) over the border into the neighboring country?
- What is the technical term for the „Entwässerung der Auenbereiche“?
- Take a handfull of the river bottom. Write me, what kind of stones/animals (size/number) you found!
- And who has donated the stone? (NOT Schwalm...!)
Logs that contain the answers or references as well as logs without answering emails will be deleted.
Enjoy this nice place! kohalas