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WO SCHON GRAFEN UND MÖNCHE
DIE QUEICH ÜBERQUERTEN
-Renaissancebrücke vor Abriß gerettet-
Sie duckt sich unter ihrem größeren, modereren Pendant, steckt voller Rätsel und ist baugeschichtlich und kulturhistorisch äußerst interessant, die alte Queichhambacher Brücke , ein Renaissancebauwerk aus rotem Sandstein über die vier Jahrhunderte der Verkehr rollte.Daß es sie - wenn auch unter der neuen Brücke zum Rothenhof verborgen, die die in den neunziger Jahren gebaute B10 überspannt- überhaupt noch gibt, ist einem Lehrer aus Annweiler zu verdanken. Er erfuhr er zufällig vom geplanten Abriß und alarmierte den für die Denkmalpflege zuständigen Baudirektor bei der Kreisverwaltung Südlichen Weinstraße. Dieser stoppte die Straßenbauer drei Tage vor dem geplanten Abriß. Ein Schriftstück wann genau sie gebaut wurde liegt leider nicht vor. Im 16 Jahrhundert wurde die Brücke bereits erwähnt. Über die Datierung sind sich die beiden Retter nicht einig. Der Realschullehrer, der unter anderem Geschichte lehrte, ist geneigt, den Autoren des Buches "Annweiler- Geschichten einer alten Reichsstadt " zu glauben. Dort wird berichtet das die Brücke 1750 für 622 Gulden erbaut wurde. Der Denkmalschützer des Kreises beruft sich dagegen auf die Architektur und Ausführung, sie untermauert für Ihn die Datierung um 1570/80 . Für älter, weil für die damalige perfektionierte Steinmetzkunst zu grob ausgeführt, hält er die Wappen auf der Westseite der Brücke, die in gelben Sandstein gemeiselt sind. Der linke der zwei Steine trägt den doppelköpfigen Adler, seit dem 14. Jahrhundert Reichswappen. Den rechten teilen sich gleich mehrere Wappen. Eines zeigt einen Löwen, das andere ein Rautenmuster, das dem Hause der Wittelsbacher zugeordnet wird. Ein weiteres, ebenfalls ein Löwe, der allerdings in die entgegengesetzte Richtung blickt und dem Wappentier der Löwensteiner entspricht. Einst verlief nördlich von Queichhambach die Grenze zwischen dem Herzogtum Pfalz das eine Nebenlinie der Wittelsbacher regierte, und der Herrschaft Scharfeneck, die im Besitz der Grafen von Löwenstein war. Ihnen gehörte Gräfenhausen ( und dazu wiederum der Rothenhof ) , Dernbach und Ramberg. Von den Wappen war null und nichts zu sehen. Erst als das Gelände für die neue B 10 gerodet wurde, kamen sie ans Licht. Die Brücke hat bessere, größere Zeiten gesehen -als Teil einer '' sehr, sehr historischen Strecke'', der Waltaristraße, glaubt der Baudirektor. Der Doppeladler des Reichs ist für Ihn ein Indiz, daß es sich bei der Straße, die vor Jahrhunderten hier die Queich überquerte, um eine wichtige Fernverbindung zwischen dem Rhein und Annweiler handelte. Denn im Queichtal selbst gab es zu dieser Zeit noch keine Verkehrsverbindung. Die Felsen, in die sich der Steinbruch Albersweiler mittlerweile gefressen hat, ragten damals bis an das Ufer der Queich.
Eine Straße durch diesen Engpass wurde erst 1816 gebaut. Eine Brücke bei Albersweiler hat es nach Schätzung des Baudirektor`s nicht gegeben, höchstens eine Furt. Sie benutzten die Brücke um vom bedeutenden Kloster Eußerthal zum Trifels zu gelangen. Die Fernverbindung die die fünf wichtigen Punkte nämlich das Kloster Eußerthal, Trifels, Ramburg, Meistersel und Scharfeneck verband, führte wohl hinter Ramberg über den Berg ins Modenbacher Tal und weiter in die Rheinebene. Belegt ist dies alles bisher nicht - ein noch nicht aufgeklärtes Feld der Landeskunde, das über Wegebau und Herrschaftsverhältnisse früherer Jahrhunderte Aufschluß geben könnte, wäre vielleicht eine lohnende Forschungsaufgabe für die Universität Landau, so die Auffassung des Baudirektor`s der Kreisverwaltung. Die Brücke die mehrere Herrschaften im Laufe der Zeit gehörte, war nach 1816 wohl Eigentum des Königsreich Bayern. Die sich daraus ergebene Frage, wem sie denn wohl heute gehört, beantwortet das Grundbuch: " Auf der einen Queichufer dem Landkreis SÜW , auf der anderen Seite der Gemeinde Queichhambach und somit der Stadt Annweiler. In all den Zeiten haben sich nicht nur die Verkehrsströme neue Wege gesucht, auch das Aussehen der Brüche hat sich verändert. Sie sei von den Straßenbauern stiefmütterlich behandelt worden, findet der Baudirektor. So wurden Steine und Geröll während des Bau`s der B 10 auf ihr gelagert. Auch von der Brüstung, die wohl um die neunzig Zentimeter hoch war, ist nur noch null zu sehen. Das Fahrbahnniveau wurde höher gelegt, zuletzt mit einer Bitumenschicht versehen. Nach Meinung der Straßenbauer kein Unglück, denn der Fahrbahnbelag biete auch einen gewissen Schutz gegen Witterung und Pollenflug, den wild wachsende Pflanzen könnten die Sandsteine auseinandertreiben. Schäden hat die Brücke demnoch erlitten. Auf der Ostseite wurde sie verbreitert, die Sandsteinbrüstung verschwand und es klafft eine Lücke in der westlichen Brüstung. Der Quader ist in vier Teile zerbrochen und in die Queich gestürzt. Was nun? Unter Denkmalschutz stellen und sanieren, was als konsequenter Schritt aus der hohen Bedeutung des bau- und kulturgeschichtlichen Werts der Brücke naheliegt. Der Baudirektor hält diesen " formalen Akt ", für den die Kreisverwaltung zuständig wäre, für nicht so wichtig. Und zum Thema Sanierung stellt er die Frage: " Wie schön muß sie sein, und wer bezahlt das ? " Wichtig ist doch nur, das die Brücke als Kulturdenkmal anerkannt und erhalten wird. Auch wenn sie das Schattendasein im Wortsinn führt : " Unter der neuen Brücke aus grauem Beton. "
Bei den angegebenen Koordinaten kann man parken.
Die 14 Zahlen für die Finalkoordinaten sind in Worten im Text versteckt.
N ____ ____ ° , ____ ____ . ____ ____ ____
E ____ ____ ° , ____ ____ . ____ ____ ____
Als Textgrundlage diente mir ein Artikel der " Rheinpfalz " vom 07. Januar 1995, den ich etwas abändern mußte.
Ich bitte Euch an der Brücke keine Steine anzuheben. Die Dose ist ganz leicht versteckt und natürlich bedeckt !
Viel Spaß beim finden der Zahlen und der Dose wünscht Euch
K U P A B U