Es war Ende 1999, als diverse Internetfirmen,
sogenannte dot.com Firmen, mit ihren teilweise sehr merkwürdigen
Ideen an die Börse gingen, dort binnen kürzester Zeit zu
gigantischem Erfolg kamen und hinterher schnellstens wieder in die
Pleite rauschten und Konkurs anmeldeten, weil sie es einfach nicht
schafften, ihre Ideen auch gewinnbringend zu vermarkten.
So erging es auch meinem Bruder. Er stellte
sich vor, jeden Punkt der Erde in Form von Koordinaten
aufzuschreiben, und diese Koordinaten gegen eine Lizenzgebühr
herauszugeben, falls jemand Interesse daran haben sollte. Er nannte
seine Firma
geopoint
.com und fing an, Koordinate um
Koordinate aufzuschreiben und zu katalogisieren. Total verrrückt.
Denn zwischenzeitlich entstand das Geocaching und man konnte sich
die Geopunkte auch so sichern, wenn man nur einen Mindestabstand
von 160 Metern berücksichtigte, also eine zehntel Meile. Und alles
ohne Gebühren.
Tja, irgendwie hat ihn das um den Verstand
gebracht. In seinem Zimmer in der Psychiatrie hängen Bilder von
Wäldern, Feldern und Leitplanken, von Kirchen und Feuerwehrhäusern.
Und er schreibt und schreibt und schreibt ohne Ziel. Und den
einzigen Punkt, den er je besessen hat, den hab ich mir zu Nutze
gemacht und dort eine Dose versteckt, im Wald, gut getarnt unter
Rinde. Schaut es euch mal an.