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Neophyten Mystery Cache

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Havarius:
Leider wurde der Cache bis heute nicht wieder aktiviert oder kein konkretes Aktivierungsdatum angegeben. Deshalb erfolgte heute die endgültige Archivierung dieses Caches.

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Havarius
Volunteer Reviewer for Geocaching.com

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Hidden : 9/6/2009
Difficulty:
3 out of 5
Terrain:
2.5 out of 5

Size: Size:   regular (regular)

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Geocache Description:

Neophyten

Neubürger in unserer heimischen Pflanzenwelt


Bitte blast ein paar Seifenblasen und lasst den Behälter in der Box. Schreibt, wie Ihr Euch dabei an diesem mystischen Ort gefühlt habt?

Nicht alle Pflanzen, die uns in der Rheinebene nördlich von Karlsruhe begegnen, gehören seit jeher zu unserer heimischen Flora. Es gibt viele gebietsfremde Pflanzen, die von Natur aus nicht in Mitteleuropa vorkommen, sondern erst unter Mitwirkung der Menschen, ungewollt oder bewusst, in unser Gebiet eingeführt wurden und heute hier wild leben.
Diese Pflanzen werden unter der Bezeichnung Neophyten zusammengefasst.
In vielen Fällen haben sie sich über Jahre unauffällig in unsere Pflanzenwelt eingereiht. Einige dieser Pflanzen verursachen jedoch ernsthafte Probleme, weil sie sich unkontrolliert ausbreiten. Dadurch wird der standorttypische Bestand verdrängt und mit ihm auch viele Tierarten. Neophyten bedürfen deshalb einer besonderen Beachtung. Neben der allergieauslösenden Ambrosia ist dies der Riesen-Bärenklau, da er auch für den Menschen eine Gefahr darstellt. Hautkontakt mit dieser Pflanze kann unter bestimmten Umständen zu schweren Verbrennungen führen. Zwei weitere problematische Neophyten sind das Drüsige Springkraut und der Japanische Knöterich, welche sich besonders stark an den Gewässern ausbreiten.
Bei den Neophyten unterscheidet man drei Arten nach ihrer Einführung:
  1. Eindringlinge (Akolutophyten). Die Einwanderung erfolgte selbständig in durch Menschen veränderte Gebiete.
  2. Eingeschleppte Pflanzen (Xenophyten). Unabsichtlich durch den Menschen eingeführt.
  3. Verwilderte, absichtlich eingeführte Pflanzen, die ehemals kultiviert waren (Ergasiophygophyten).

Gebietsfremde Pflanzen werden oft beabsichtigt eingebracht, z. B. indem sie in Gärten oder Parks gepflanzt werden, weil sie durch Eigenschaften wie Schönheit oder Resistenz gegen bestimmte Umweltfaktoren besonders geeignet sind. Hierzu gehört der Gewöhnliche Trompetenbaum (Catalpa bignonioides), von dem drei herrliche Exemplare auf dem Gelände des Evangelischen Kindergartens in Linkenheim, Hans-Thoma-Str. 7, bei den obigen Eingangskoordinaten zu diesem cache stehen. Auch in der Land- und Forstwirtschaft werden gebietsfremde Arten bewusst verwendet. Etwa die Hälfte der Neophyten wurde dagegen unbeabsichtigt eingeschleppt z. B. als Begleiter im Saatgut von Kulturpflanzen oder als Waren oder Verkehrsmitteln anhaftende Samen.
Man weiß, dass einige Arten von Interessensgruppen aktiv ausgebreitet worden sind. So wurde beispielsweise der Riesen-Bärenklau ab Mitte des 20. Jahrhunderts in Jagdzeitschriften als Deckungspflanze für Wild propagiert. Imkerverbände haben die Ansaat von Samen des Indischen Springkrauts als Bienenfutter gefördert und empfohlen, diese möglichst in den Oberläufen von Flüssen auszubringen, um so eine effektive "natürliche" Ausbreitung zu gewährleisten. Auch der Japanische Staudenknöterich sollte als Deckungspflanze für Fasanen sowie als Wildfutter etwa für Rehwild dienen.

Die meisten Neophyten können sich unter anderem aufgrund ungünstiger Klimaverhältnisse nicht vermehren oder sterben z. B. bei starkem Frost ab. Treten sie aber dennoch sporadisch in der freien Natur auf, werden sie als „unbeständige Neophyten“ oder Adventivpflanzen bezeichnet. Wenn sie stabile Populationen bilden und sich über mehrere Generationen ohne direkte Mithilfe des Menschen vermehren, werden sie als „etablierte Neophyten“ bezeichnet. Gebietsfremde Pflanzenarten die sich in natürlichen Ökosystemen wie Wäldern oder Auen - also auch nach dem Unterbleiben des menschlichen Einflusses - in einem Gebiet erhalten, werden als Agriophyten bezeichnet. Dabei kann in wenig isolierten Gebieten wie Mitteleuropa die so genannte „Zehnerregel“ gelten: von 1.000 eingeführten Pflanzen treten 100 unbeständig auf, 10 entwickeln sich zu „eingebürgerten Neophyten“, aber nur eine Art entwickelt sich zum Problemfall.

Neun Neophyten, die neben den bereits erwähnten und vielen anderen hier bei uns vorkommen, möchte ich in einem Rätsel vorstellen, indem ich einiges über ihre Herkunft und ihre Eigenarten berichte.

Hier nun das Rätsel:

Es sind 9 Blüten abgebildet. Jedes Bild hat eine Nummer. Jede Nummer gehört zu einer der folgenden Beschreibungen:

  • Diese Pflanze ist in China, Afghanistan, Indien, Bhutan, Indonesien, Japan und Korea beheimatet. Hier wächst sie an Berghängen, in Wiesen, an Flussufern, Feldrändern und an feuchten Standorten bis 3100 m Höhe. In Mitteleuropa wurde sie seit der Mitte des 19. Jahrhunderts als Zierpflanze eingeführt und ist stellenweise verwildert. Ihre Früchte ähneln sehr einer bei uns beliebten Beere, haben aber einen wässrig-faden Geschmack.
    A = ...............
  • Die Herkunft dieser Pflanze sind die Anden Südamerikas, wo sie von Peru bis ins nördliche Argentinien zu finden ist. Ihre Beeren werden dort bei Blasen- und Nierenerkrankungen benutzt, doch sonst werden alle Pflanzenteile als giftig eingestuft. Die Vergiftungserscheinungen sollen denen der Tollkirsche ähneln und mit Schweißausbrüchen, Übelkeit und Herzbeschwerden einhergehen. Bei uns ist sie seit dem 18. Jahrhundert in Kultur.
    B = ...............
  • Diese Pflanze ist ein Kosmopolit. Die genaue Herkunft ist umstritten. Da Verwechselung mit anderen Arten der Gattung zu erwarten sind, können Beweise nur durch archäobotanische Untersuchungen erbracht werden. Zumeist geht man von einer Herkunft aus Nordamerika und Mittelamerika aus. Alternative Meinungen betreffen die Herkunft aus Südasien oder die frühere kosmopolitische Verbreitung. In Europa ist die Pflanze wohl ein Neophyt. Für das Territorium Deutschlands wurde sie für den Zeitraum 1580 bis 1620 archäobotanisch nachgewiesen. In Übersee wurde die Pflanze bei einigen Völkern für Halluzinationen und Rauschzustände verwendet. Vergiftungen traten durch den innerlichen Genuss des Asthmatees aus dem Kraut, statt dem inhalativen Gebrauch, auf. Die Pflanze ist ein beliebtes Rausch-, Mord- und Suizidmittel. Sie ist ein Bestandteil der so genannten K.O.-Tropfen der kriminellen Szene und dient als LSD-Ersatz. Das Staatliche Chemische Laboratorium in Agra (Indien) untersuchte 2728 Todesfälle durch diese Pflanzenarten aus den Jahren 1950-65.
    C = ...............
  • Ursprünglich stammt diese Pflanze aus dem Kaukasus. Sie wurde in Europa zunächst nur in botanischen Gärten gehalten. Im 19. Jahrhundert (wahrscheinlich 1805) ist sie dann, angeblich aus dem Botanischen Garten Karlsruhe, verwildert und hat sich durch extrem starke Selbstaussaat über ganz Mitteleuropa ausgebreitet.
    D = ...............
  • Diese 20 bis 65 cm große Pflanze kommt ursprünglich in den wärmeren Gebieten von Europa und Teilen West-Asiens und Mittel-Amerika vor. Mittlerweile ist sie in Nordeuropa weit verbreitet. Sie ist seit dem 19. Jahrhundert in Deutschland eingebürgert und hat sich bei uns in den letzten Jahren stellenweise explosionsartig vermehrt. Sie wächst bevorzugt an trockenen Ruderalstellen oder ruderal beeinflussten Sandtrockenrasen. Nicht selten ist sie auch auf Schuttplätzen und Wegrändern zu finden. Der wissenschaftliche Name wurde zu Ehren eines italienischen Botanikers und Arztes (1789-1831) vergeben.
    E = ...............
  • Ursprünglich stammt diese Pflanze aus Südamerika. Sie wurde Ende des 18. Jahrhunderts in botanischen Gärten angepflanzt, bald jedoch wegen ihrer schmackhaften Blätter auch in landwirtschaftliche Kultur genommen. Weil sie sich sehr stark verbreitete und dies zeitlich mit den Feldzügen von Napoleon zusammenfiel, kamen die Franzosen zu Unrecht in Verruf, sie eingeschleppt zu haben. In ihrer eigentlichen Heimat Kolumbien ist sie das charakteristische Gewürz (Guasca) der Hühnersuppe Ajiaco.
    F = ...............
  • Bei dieser Pflanze handelt es sich um einen Neubürger mit der ursprünglichen Heimat Tadschikistan und Kaschmir. Sie wurde im 19. Jahrhundert vor allem in botanischen Gärten gehalten, so 1831 in Genf und 1837 in Dresden. Von dort aus hat sie zunächst siedlungsnahe Orte in der näheren Umgebung besiedelt, 50 Jahre später wurde sie auch in naturnahen Wäldern gefunden. In Deutschland wurden im Jahr 1934 zahlreiche Gruppen der Hitlerjugend in die Mischwälder Deutschlands geschickt, um diese Pflanze durch Ausreißen samt Wurzel wieder auszurotten. Dies gelang jedoch nicht.
    G = ...............
  • Diese Pflanze hat ihren Ursprung in Nordamerika. Früher wurden die Beeren dieser Pflanze teilweise dazu missbraucht, hellen Rotweinen eine kräftige Farbe zu verleihen. Insofern finden sich verwilderte Exemplare dieser Pflanze insbesondere in der Nähe von Weinbergen. Auch im Hardtwald ist sie weit verbreitet. Nach verschiedenen Quellen wurde in Frankreich zur Zeit Ludwig XIV. das Nachfärben von Rotwein mit dem Saft dieser Beeren mit der Todesstrafe bedroht. Die nordamerikanischen Indianer verwendeten den Saft zum Einfärben von Korbwaren. Um Wolle fuchsinrot zu färben, wird die mit Alaun oder Weinstein vorgebeizte Wolle in einen mit Essig gesäuerten Extrakt des Farbstoffes getaucht.
    H = ...............
  • Diese Pflanze gehört zu den ältesten aus Nordamerika eingeführten Gartenpflanzen, sie ist seit 1645 aus England bekannt. In Gärten und als Bienenweide auch in der freien Landschaft wurde sie vielfach ausgebracht und hat sich bereits im 19. Jahrhundert weit ausgebreitet und wird auch weiterhin als Zierpflanze und Bienenweide kultiviert. Es handelt sich um eine Ruderalpflanze, die als Standort Schutt, Schläge und Ufer, aber auch Auwälder bevorzugt.
    K = ...............

1: 2: 3:
4: 5: 6:
7: 8: 9:

Die Finalkoordinaten erhält man wie folgt:

N 49o [F].[C-A][B-K] [G]

E 008o [H][K].[G-D][C-H][E]


Ob Ihr alles richtig herausgefunden habt, könnt Ihr bei Geochecker.com testen.
testen.


Im cache befinden sich zu Beginn:

Igelskulptur
Halskette
Blumenkranz als Kerzenhalter
Mehrere Tütchen mit Samen einer der gesuchten Pflanzen
Logbuch mit Kugelschreiber

Hinweis:

Dieser cache ist Teil meiner cache-Serie, die sich mit der Natur in der Rheinebene nördlich von Karlsruhe befasst.
Bisher erschienen sind:

Heimische Orchideen GC1V09J

Additional Hints (Decrypt)

Qre pnpur orsvaqrg fvpu va pn. 2 z Uöur nz Fgnzz qrf qvpxra Onhzrf

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)