Skip to content

Die Totenkapelle (Mausoleum Schöneck) Traditional Cache

Hidden : 9/23/2009
Difficulty:
1.5 out of 5
Terrain:
2 out of 5

Size: Size:   small (small)

Join now to view geocache location details. It's free!

Watch

How Geocaching Works

Related Web Page

Please note Use of geocaching.com services is subject to the terms and conditions in our disclaimer.

Geocache Description:

Eine schöne, kleine Wanderung zu einem vergessenen Ort...
Achtung: Dieser Cache distanziert sich ganz ausdrücklich von der „Gotteshäuser“-Serie.

Dieser kleine Tradi führt auch zu den am Flußufer der Sieg gelegenen Überresten eines ehemaligen Mausoleums. Nur einige wenige Einheimische kennen diesen im Wald verborgenen Ort, wo noch bis ca. 1946 das Mausoleum der Fabrikantenfamilie "Rive" gestanden hat.

Das einzige bekannte Foto des Mausoleums zeigt, wie es um ca. 1925 ausgesehen hat.



Über dem Eingang läßt sich eine steinerne Tafel mit der lateinischen Inschrift "PAX INTRANTIBUS" ("Friede denen, die eintreten") erkennen. Das Gebäude war ringsum von einem schweren schmiedeeisernen Zaun umgeben und in dem kleinen Turm auf dem Kuppeldach befand sich - und das ist für ein Mausoleum sehr ungewöhnlich - eine Glocke, die bei besonderen Anlässen geschlagen werden sollte. Den überlieferten Erzählungen nach soll sie aber nur ein einziges Mal geläutet haben, und zwar in der Nacht auf den 11. November des Jahres 1918 – der Tag, an dem das Ende des ersten Weltkrieges durch die Unterzeichnung des Vertrages von Compiègne besiegelt wurde.

Das im Volksmund auch "Totenkapelle" genannte Gebäude wurde 1887 von dem Industriellen Hermann Rive erbaut. Der ursprünglich aus dem Ruhrgebiet stammende Generaldirektor der Zeche Borbeck bei Essen hatte gegen 1880 das umliegende Gut Gauchel und die nahe Bläuhel Fabrik erworben, in der von 1794 bis ca. 1915 aus Siegener Kobalterz der Farbstoff Kobaltblau zur Glasierung von Porzellan und Glas gewonnen wurde. Alle Gebäude, an denen ihr auf dem Weg zur Totenkapelle vorbeikommt - auch die riesige und bis in die 50er Jahre als Müttergenesungsheim genutzte Villa oberhalb des Parkplatzes - waren damals im Besitz der Familie Rive, die das schöne Windecker Ländchen auch als Altersruhesitz ausgewählt hatte und bis 1938 als dauerhaften Wohnsitz nutzte. Zwischenzeitlich wurde die ehemals preußische Staatsdomäne "Gut Gauchel" umbenannt und erhielt im Jahre 1911 den auch jetzt noch geführten Namen "Gut Schöneck".

Im Mausoleum wurden nie Mitglieder der Familie Rive beigesetzt, obwohl es ursprünglich einzig und allein zu diesem Zweck erbaut worden war. Statt dessen diente es schon im ersten Weltkrieg und darüber hinaus als Aufbahrungsstätte deutscher Offiziere, die hier in Metallsärgen beigesetzt wurden. Diese Särge sind in den Wirren des Kriegsendes 1945 verschwunden. Überliefert sind unterschiedliche Geschichten und auch Schauermärchen über das "wie" und "warum" des Verschwindens, die sich alle gegenseitig widersprechen. So wurde zum Beispiel erzählt, die Amerikaner hätten Mitte 1945 die Särge in die nahe Sieg geworfen oder das Hochwasser im Herbst des Jahres hätte sich die Toten "geholt". Es wurde aber auch behauptet, daß die Särge bereits 1944 eingeschmolzen wurden, um wertvolles Metall für die Kriegsmaschinerie zu gewinnen. Daß die sterblichen Überreste der Soldaten einfach im Wald verscharrt wurden und daß die Geister der Toten seitdem in jeder Nacht durch den Tannenwald wandeln war in der frühen Nachkriegszeit ein beliebtes Schauermärchen, um die Kinder der Ortschaft davon abzuhalten in den Trümmern Unfug zu treiben.

Alle diese Geschichten haben zwei Gemeinsamkeiten: sie klingen unglaubwürdig und keine davon kann bewiesen werden. Was also wirklich aus den Toten und ihren Särgen geworden ist wird wohl nie geklärt werden können. Aber diese Ungewißheit hat dafür gesorgt, daß das Mausoleum nach dem zweiten Weltkrieg schnell nur noch als "Totenkapelle" bekannt war und daß viele der alten Einheimischen, die noch die eine oder andere Überlieferung aus ihrer Kindheit kennen, diesen Ort auch zur Tageszeit eher meiden.

Heutzutage sind leider nur noch ein paar Mauerreste und das Fundament des Mausoleums übrig geblieben, denn das Gebäude fiel nach dem zweiten Weltkrieg der Spitzhacke zum Opfer. Das nah gelegene Forsthaus wurde zum Beispiel teilweise aus den Bruchsteinen des Mausoleums errichtet.

Der Cache befindet sich ein wenig abseits der Ruinen, um die Würde des Ortes nicht zu verletzen.
Bitte geht diesen Cache nur tagsüber an! Denn selbst wenn ihr den alten Schauermärchen keinen Glauben schenken wollt geht in klaren Nächten doch eine ganz reale Gefahr von der Totenkapelle aus. Denn der Jagdpächter wohnt in der Nähe - und er hat schlechte Augen...


Viel Spaß mit diesem Cache wünscht

Additional Hints (Decrypt)

Nubea, avpug nz Obqra

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)