Ruhrnachrichten
Wahrscheinlich keine Verletzten bei
Satellitenabsturz
01. März 1970
Um 08:23:58 ist ein deutscher Forschungssatellit unkontrolliert im
Ruhrgebiet abgestürzt.
Das bestätigte Ulrich Thiel-Clavi, Sprecher der Raumfahrtagentur
des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bonn. "Das
ist irgendwo im Ruhrgebiet passiert." Er berief sich auf
Informationen der amerikanischen Weltraumbehörde NASA.
Augenzeugen berichteten über spektakuläre Erscheinungen. Am Himmel
habe es einen grellen Lichtblitz gegeben, der die Landschaft in
unwirkliches Weiß tauchte. Der Feuerball selbst wird allerdings
meist als bläulich-grün beschrieben.
Dem gleißend hellen Blitz folgten ein dumpfes Grollen sowie eine
leichte Druckwelle.
Der Satellit war am Freitag, 9. Januar 1970 um 03:17:53 zur
Beobachtung von rund 1000 Objekten im ultravioletten Teil
des Lichtspektrums gestartet und umkreiste die Erde in einer Höhe
von etwa 600 Kilometern. Er wog 3,1 Tonnen, Experten beziffern
seinen Wert auf etwa 250 Millionen D-Mark. Der Satellit arbeitete
seit drei Tagen nicht mehr und hatte kein System an Bord, das einen
kontrollierten Absturz ermöglicht hätte.
Nun beginnt die Suche nach den Überresten des Satelliten. Feuerwehr
und andere Hilfsorganisationen waren den ganzen Tag im Einsatz. Das
Gebiet um die Absturzstelle ist großflächig
abgeriegelt.