Banderzaufbereitung am Bollrich
Die Rammelsberger Erzlager sind eine synsedimentär-submarin-exhalative Mineralanreicherung aus der Zeit des mittleren Devons, also vor etwa 400 Millionen Jahren. Im Gegensatz zu den wesentlich jüngeren Erzgängen des Oberharzes liegen die Erzminerale im Rammelsberg in feinstkörniger Verteilung vor und sind mit bloßem Auge teilweise kaum zu unterscheiden. Seit Beginn des Goslarer Bergbaus ist diese Verwachsung des Erzes ein hüttentechnisches Problem gewesen. Es wurde grob nach äußerlichem Anschein in „Bleierze“ und „Kupfererze“ unterschieden, was allerdings kaum einer wirklichen Aufbereitung entsprach. So enthielt das „Bleierz“ nach dieser Sortiermethode neben etwa 10-15% Blei immer noch über 25% Zink, welches in den Bleihütten entweder verschlackt oder zusammen mit Nebenmetallen bei höherer Temperatur durch die Ofengicht getrieben wurde. Anfang des 20. Jhds. wurde ein neuartiges Verfahren zur Erzaufbereitung patentiert: Die Flotation. Dabei wird das Roherz zu feinstem Puder gemahlen (Korngröße unter 0,1 mm) und zusammen mit Hilfsstoffen in Wasser suspendiert. Durch intensives Rühren und Einblasen von Luft wird die schlammige „Trübe“ zum Schäumen gebracht, wobei durch geeignete Zusätze eine selektive Anreicherung des jeweils gewünschten Erzminerals in der Schaumphase erreicht werden kann. Der Schaum wird abgeschöpft und nach dem Trocknen der Hütte zugeführt oder weiter gereinigt. Als Zusätze dienen Mittel zur Regulierung des Schäumens (Tenside und Öle), Regulatoren zur pH-Wertkontrolle, Xanthogenate zum Binden der Erzpartikel im Schaum (Salze der O-Ester der Dithiokohlensäure), salzartige Zuschläge (z.B. Kupfersulfat, Natriumcyanid) sowie in die Trübe eingeleitete Gase (z.B. Schwefeldioxid). Im Zuge der Autarkiebestrebungen der 30er Jahre wurde das Bergwerk am Rammelsberg stark ausgebaut und bekam eine neue Aufbereitungsanlage auf Flotationsbasis. Der Bergbau konzentrierte sich zu der Zeit auf die reicheren Erzsorten des Berges, das sogenannte Lagererz. Nachdem die Wirren der Kriegs- und Nachkriegszeit überstanden waren, mußte die Förderung auf eine breitere Erzbasis gestellt werden, so daß man mit der Gewinnung des sogenannten Banderzes begann. Das Banderz hat etwa die gleiche Mineralzusammensetzung wie das Lagererz, enthält jedoch dünne Tonschieferschichten. Der Gesamtmetallgehalt beträgt deshalb verglichen mit dem Lagererz nur etwa die Hälfte. Für diese Erzqualität wurde 1953 die „Armerzaufbereitung“ mit Flotation am Bollrich nach Plänen des Industriearchitekten Fritz Schupp erbaut und in Betrieb genommen. Obwohl es sich an die Rammelsberg-Architektur anlehnt, ist der Bau deutlich schlichter ausgefallen. Zu Betriebszeiten wurde das Erz vom Rammelsberg mit einer Eisenbahn durch den Gelenbeeker Stollen zur Bollrich-Aufbereitung gefahren. Der Stollen ist noch erhalten, seine Mundlöcher sind aber nur sehr schwierig einsehbar (Betriebs- bzw. Museumsgelände). Die Produkte der Banderzaufbereitung wurden mit einer normalspurigen Bahn nach Oker zum Bahnhof bzw. zu den Hütten gebracht. Die Rückstände wurden in großen Absetzbecken auf dem Bollrich gelagert.
Nach der Stilllegung wurden die Einrichtungen in der Anlage weitgehend demontiert und die Gebäude dem Verfall überlassen. Zwischenzeitlich erfolgte der Betrieb einer Neutralisation für saure Grubenwässer, die von der Grube herübergepumpt wurden. Diese Aufgabe hat jetzt der neue Barbara-Stollen mit seiner unterirdischen Neutralisationsanlage übernommen. Sein schlichtes Beton-Mundloch ist etwa 200 m östlich der Gebäude zu sehen.
In den Aufbereitungsgebäuden wurde der Film über das Lengede-Unglück gedreht.
Wer den Cache vom Umschulungswerk an der Schützenallee aus angeht, kommt am Haupteingang der Aufbereitung vorbei und umrundet die halbe Anlage. Ursprünglich lag die Dose unweit des nahen Waldarbeiterdenkmals. Es lohnt auch ohne Dose einen Besuch.
Gesucht wird eine Plastikdose, etwa in Form und Größe einer Margarineschachtel. Der Ort wurde nochmals geringfügig verändert. Da hier schon mehrere Male mit der Dose Unfug getrieben bzw. sie entwendet wurde, rate ich vom Ablegen von Coins und TBs dringend ab!
Permanenter Inhalt: Logbuch. (Bleistift, Anspitzer, Hinweisblätter werden nachgeliefert.)
Viel Spaß bei der Suche. Kevin70