Die Stadt Reutlingen und das Gmindersdorf
Die Reutlingen-Serie
Für alle die, die Reutlingen angeblich schon wie ihre
Westentasche kennen, haben wir hier einige leichte Aufgaben. Für
alle anderen haben wir Interessantes und Wissenswertes über die
Stadt und ihre Geschichte in einer kleinen Reutlingen-Serie
zusammengetragen.
Wir wünschen euch viel Spaß.
Die Aufgabe
Wir führen euch mit einem kleinen Spaziergang durch ein
bedeutendes Baudenkmal des frühen 20. Jahrhunderts.
Das Gmindersdorf ist eine ca. 100 Jahre alte Arbeiterkolonie der
Firma Gminder – damals einer der größten Textilbetriebe Europas.
Die Gminder’sche Textilfabrik hatte Ende des 19. Jahrhunderts mehr
als 1000 Arbeiter in ihren Webereien, Spinnereien und Färbereien
beschäftigt. Der weiter steigende Bedarf an Arbeitskräften konnte
nur noch mit „Einwanderern“ gedeckt werden, für deren Familien eine
moderne und attraktive „Wohlfahrtssiedlung“ gebaut werden
sollte.
Der Bauherr Louis Gminder wollte auf dem freien Feld vor der
Stadt – aber in unmittelbarer Nähe der Fabrikanlagen (heute Firma
Bosch), anstelle der üblichen Reihen von einförmigen Mietskasernen
„eine schöne Gartensiedlung mit dörflichem Charakter“ bauen und
„den Arbeitern bei geringer Miete schöne Wohnungen“
verschaffen.
Es war eine mustergültige Wohnsiedlung mit moderner
Infrastruktur (Waschhaus, Kaufladen, Turnhalle, Gastwirtschaft),
mit fortschrittlichen Sozialeinrichtungen (Kinderkrippe, Altenhof)
und mit hohen Wohn- und Hygienestandards in den Mietwohnungen (Gas-
und Wasseranschluss, WC). Große Hausgärten und gemeinsam genutzte
Mosterei und Ziegenstall sollten den überwiegend aus der
Landwirtschaft stammenden Familien den Übergang in die
Industriegesellschaft erleichtern.
Diese denkmalgeschützte Siedlung ist eine architektonische
Meisterleistung des bekanntesten deutschen Architekten der
damaligen Zeit, der unter anderem auch die Pfullinger Hallen und
den Schönbergturm entwarf. Er legte das Gmindersdorf als eine Art
Gesamtkunstwerk an: 48 Häuser in 18 unterschiedlichen Haustypen im
ländlich-kleinstädtischen Stil, die mannigfaltige Dachformen und
Fassaden zeigen. Der krönende Abschluss am oberen Hang der Siedlung
war jedoch der halbrund angelegte Altenhof, der von der
Gminder-Stiftung „für die alten und invaliden Arbeiter der Firma“
gebaut wurde.
Spaziert durch die Siedlung (ca. 1 km) und beantwortet die
Fragen.
Am Eingang der Siedlung bei Station 1 N 48° 29.921 E 009° 11.565
steht ein Stein mit Inschrift.
Wie heißt der Architekt der Siedlung?
A = Anzahl Buchstaben des Vornamens
In welchen Jahr wurde der Bau der Siedlung begonnen?
Quersumme der Jahreszahl B = _ _
Bei Station 2 N 48° 29.922 E 009° 11.625 steht ihr vor dem
Wirtshaus der Siedlung, das wie ein dörfliches Wirtshaus mit
Metzgerei entworfen wurde. Von der Heppstraße aus gesehen hat das
Hauptgebäude an der rechten Seite einen langen schmalen Anbau. Hier
wurden 1916/17 vermutlich Flick- und Nähkurse für arbeitslose
Frauen angeboten, nach dem 2. Weltkrieg waren marokkanische
Soldaten der französischen Armee einquartiert und es diente während
der Tarifauseinandersetzungen 1978 als Streikpostenlokal der
Bosch-Werke. Der eigentliche Zweck diese Anbaus war jedoch ein
anderer: er sollte dem Freizeitvergnügen der Arbeiter dienen und
„körperliche Betätigung und soziales Beisammensein fördern“.
Was war der ursprüngliche Zweck diese Anbaus?
Turnhalle C = 216
Kegelbahn C = 298
Finnische Sauna C = 367
An Station 3 N 48° 30.009 E 009° 11.625 ist der zentrale
Marktplatz der Siedlung. Auf der rechten Seite steht das ehemalige
Kaufhaus mit Bäckerei und gegenüber der – auch heute noch genutzte
– Kinderhort der Siedlung. Dieser war in der damaligen Zeit eine
sehr moderne und vorbildliche Sozialeinrichtung, die im
Kindergarten bis zu 127 Kinder versorgte und in der Krippe
zusätzlich Platz für 50 Kinder berufstätiger Arbeiterinnen bot. Der
angebaute Turnsaal mit Bühne wurde auch als Gemeinde- und Festsaal
der Siedlung genutzt.
Wie lautet die kleinste Jahreszahl auf der Gedenktafel (an der
Wurzel des Stammbaumes der Familie Gminder)?
Quersumme der Jahreszahl D = _ _
Die letzte Station ist das wunderschöne Gebäude des ehemaligen
Altenhofes. Stellt euch in die Mitte des Halbrundes (bei N 48°
30.038 E 009° 11.651) und zählt alle grünen Haustüren (nur die, die
zur Mitte des Platzes zeigen!).
Anzahl der grünen Türen E = _ _
Der Cache liegt bei N 48° 30.XXX
E 009° 11.YYY.
Dabei ist XXX = A + B - D und
YYY = (A + B) * E + C.