Wachsende Steine und fallendes Wasser (Neidlinger Wasserfall)
Der Neidlinger Wasserfall gehört zu den schönsten Naturphänomenen der Schwäbischen Alb. Er hat seine ursprüngliche und romantisch-wilde Natur behalten und ist auch an Wochenenden ein ruhiger, idyllischer Ort. Von verschiedenen Parkplätzen führen Spaziergänge von ca 1,3 km durch den Wald. Sehr zu empfehlen ist der kleine Umweg über die Ruine Reußenstein.
Nach dem Überqueren der Holzbrücke bei N 48°33.503 E 009°33.858 kann man rechts dem Trampelpfad ein paar Meter hangabwärts folgen, entlang an den Wasserläufen, die über moosige Steine rinnen.
Diese Steine erzählen eine interessante geologische Geschichte
Normalerweise ist die Schwäbische Alb mit ihrem porösen, wasserdurchlässigen Kalkstein eines der wasserärmsten Gebiete Deutschlands, da jegliches Wasser sofort im Gestein versickert. Oberhalb der Wasserfälle trifft das versickernde Oberflächenwasser auf wasserstauende Gesteinsschichten, die das Wasser sammeln und zum Albtrauf leiten. Dort tritt es dann eine Etage tiefer an den Quellen wieder aus. Seit vielen tausend Jahren rinnt das austretende Wasser dort über verzweigte Bachläufe und stürzt mehrere Meter über vermooste Felskaskaden hinab. Das Wasser ist sehr kalkhaltig, weil sich durch die Versickerung der Kalk aus dem Gestein löst. Das Wasser mit dem gelösten Kalk bildet über seine Kalkausscheidungen den sogenannten Kalktuff an dem gesamten Hang.
Was ist Kalktuff?
Ein grauer Stein, der mit seiner „Lückigkeit“ an vulkanische Tuffgesteine erinnert, jedoch nichts mit Vulkanen zu tun hat. Im Stein sieht man kleinere Ästchen, Moosstengel und andere Pflanzenreste, die vom Kalk umkrustet wurden und dabei „versteinerten“. Dieser Kalktuff ist oft noch feucht und von bröseliger Konsistenz. Wer es selber fühlen möchte, der berühre (bitte vorsichtig!) die herumliegenden kleinen Tuffsteinbrocken oder die Moospolster an der Wasserrinne.
Wachsende Steine?
Wenn man die Moose am Wasserfall etwas genauer anschaut, sind sie oben hellgrün und weich. Die Unterseite besteht jedoch aus einer grauen, festen Masse – der Kalkkruste. Dennoch sind diese speziellen Moose so gut an die Umgebung angepasst, dass sie nach oben weiterwachsen können. Besonders in der Spritzwasserzone ist die „Verkalkungsaktivität“ am höchsten, die Moose wachsen senkrecht nach oben und bilden Terrassen. Im Laufe der Jahre erhöht sich damit der Wasserlauf immer mehr – jährlich um 1-3 cm. Im Idealfall können so mehrere Meter mächtige Vorkommen dieses - Kalktuff genannten - Gesteins entstehen.
Sie sind dort also live dabei, wie aus Wasser Steine werden!
Auch im Bachbett des Zulaufs wird Kalk abgelagert, die Steine „wachsen“ und das Bachbett erhöht sich dadurch immer weiter. Besonders interessant ist die Bildung einer sogenannten Felsnase aus Tuffgestein, die durch ständige Kalkablagerung gebildet wird und an der oberen Wasserfallkante immer weiter nach vorne wächst bis sie irgendwann einmal abbricht. Dann beginnt das Spiel von vorne. Die mehrere Meter lange Tuffnase ist zuletzt Mitte der 50er Jahre abgebrochen – die Bruchstücke kann man am unteren Ende erahnen.
Wie entsteht Kalktuff?
Regenwasser (H2O) wirkt im Boden wie eine schwache Säure, da es Kohlensäure (CO2) in wassergelöster Form enthält. Auf seiner teilweise tagelangen Reise im Berg hat das Regenwasser mit der Kohlensäure viel Kalk aus dem anstehenden Gestein herausgelöst.
Im zweiten Schritt wird dann dieser Vorgang quasi umgekehrt: der gelöste Kalk wird nach dem Austritt des Wassers aus dem Berg wieder ausgeschieden und abgelagert. Das Wasser verliert durch eine langsame Erwärmung Kohlendioxid und kann damit den gelösten Kalk nicht mehr binden. Diese Kalkausfällung ist besonders an Wasserfällen zu beobachten, wo beim Aufprall der Wassertropfen und die Zerstäubung eine hohe Verdunstung entsteht. Die Verwirbelungen mischen zusätzlich Luft hinzu und vergrößern damit die Oberfläche. Kohlensäure kann um so leichter entweichen, je mehr das Wasser in Bewegung ist und je größer die Wasseroberfläche ist. Der Kalk zerfällt dabei und wird Schicht um Schicht abgelagert.
Hinweise:
Parkmöglichkeit 1: N 48° 33.967 E 009° 34.142
Parkmöglichkeit 2 Ruine Reussenstein: N 48° 33.573 E 009° 34.400
Parkmöglichkeit 3 Wanderparkplatz Bahnhöfle: N 48° 33.146 E 009° 33.554
Bei feuchtem Wetter oder im Winter kann es dort sehr rutschig sein. An der oberen Wasserfallkante nicht zu weit vorgehen, da es die empfindlichen Tuffsteine zerstört und auch gefährlich sein kann. Bitte denkt daran, dass es sich hier um ein Naturdenkmal und schützenswertes Geotop handelt. Bitte nicht unnötig viel im Tuffsteinbereich herumlaufen, weil der Stein so leicht zerbröselt.
Bei langanhaltend kalten Wintertemperaturen ist ein Besuch dort lohnenswert: der Wasserfall kann zu Eis gefrieren und ist dann ein toller Anblick.
Den schönsten Blick auf den Wasserfall hat man von oben bei N 48°33.520 E 009°33.863. Der Zugang und Blick von unten an den Wasserfall ist auf Wegen nicht möglich, sondern leider nur „quer durch die Botanik“.
Dieser Cache lässt sich gut mit den Cacheserien „Das Erbe der Runen“ und/oder „Dreimolzwoi“ kombinieren.
Logbedingungen:
Um diesen Cache loggen zu dürfen, müssen 2 Logbedingungen erfüllt werden: ein Foto vor Ort machen und die Fragen richtig beantworten.
Die zu beantwortende Fragen lauten
1. Wie heißt der Fluß, der den Wasserfall bildet?
2. Warum ist die Felsnase in den 50er Jahren abgebrochen?
3. Nenne einen anderen Namen für Kalktuff
4. Wieviele Bänke stehen am Aussichtspunkt bei N 48°33.520 E 009°33.863
Die Antwort auf die Fragen sende mir bitte per E-Mail über geocaching.com. Bei falschen Antworten melden wir uns innerhalb 48 Stunden. Wenn ihr nichts von uns hört ist es OK und ihr könnt loggen. Bitte die Antworten nicht in die Logtexte schreiben.
Das Foto
Mache ein Foto von dir und/oder deinem GPS-Empfänger am Aussichtspunkt bei N 48°33.520 E 009°33.863 (bitte mit Wasserfall im Hintergrund fotografieren) oder an der Wasserrinne bei N 48°33.507 E 009°33.842. Das Foto füge bitte deinem Log bei geocaching.com bei. Ein gültiger Log muß alle Bedingungen erfüllen.
Wir wünschen viel Spaß!
Growing stones and falling water (Neidlinger Waterfall)
The Neidlinger Waterfall is one of the beautiful natural phenomena of the Swabian Alb. It kept his wild and romantic nature and remained a quiet and idyllic place even on summer-weekends. The little walk (approx. 1,4 km) through the woods leads to a wooden bridge. Cross over it and keep right on the narrow path downhill, alongside the little water channels running over mossy stones. These stones tell us an geologically interesting story:
Usually the Swabian Mountains consist of porous chalkstone permeable to water and are therefore an arid area. Above the waterfalls the surface water trickles away and meets clayey-marl rock layers impermeable to water, collecting the water and leading it to the escarpment.
For thousands of years the water flows in branched courses over the little moss terraces. The water is calcareous, due to the seepage dissolving the chalk from the rocks. The water with the dissolved chalk builds with its chalc precipitation so called chalc-tuff terraces on the whole incline.
What is chalc-tuff?
A grey stone with a gappy structure, similar to volcanic tuff, including little branchlets, moss structures and other plant remains, “fossilized” with chalk. Having a closer look at the mosses you perceive the upper side bright green and soft but underneath a grey, solid mass – the carapace of chalk. However these specialized mosses are well adapted to the environment allowing them to grow upward. The highest calcination activity is in the spray water zone, building little chalc-tuff terraces. Through the centuries the water course elevates up to 1-3 cm per year.
This is the place to watch stones growing!
Try yourself by touching (carefully please!) the mosses, that are lightly coated with chalk.
The moss cushions tend to grow upwards and built overhangs. Very interesting is the formation of a so called „nose of Calcareous Tuff" which collapsed some fifty years ago.
How is chalc-tuff formed?
Rainwater (H2O) acts in the soil like a diluted acid. His journey through the mountains often take several days and it dissolves the chalk from the stones.
In a second step this process runs “the other way round”. When leaving the rocks on this spring the dissolved chalk is deposited. Through the slow warming of the water it looses CO2 and is no longer able to absorb chalk. Particularly on waterfalls the precipitation of chalk is based on the impact of waterdrops and the atomisation which aerates the water additionally. More surface means more escape of carbonic acid. Chalk dissolves and is deposited.
Please note:
Parking: N 48° 33.967 E 009° 34.142 or N 48° 33.573 E 009° 34.400 or N 48° 33.146 E 009° 33.554
In winter and wet weather the area round the waterfall is very slippery. It is not recommended to go near the edge of the waterfall: it may cause damage on the soft stones and is also dangerous. Take in mind this is a natural monument worth protecting.
A visit in cold winters is worthwile, as the waterfall freezes to a beautiful ice-cascade.
The best view on the waterfalls is from the top at N 48°33.520 E 009°33.863. Unfortunately there is no access to the bottom – only through the scrub. This cache can be combined with the cache series „Das Erbe der Runen“ and/or „Dreimolzwoi“.
Requirements for logging this cache
There are two requirements: take a photo at this place and find answers to the following questions.
1. What is the name of the river, building the waterfall?
2. Why did the „nose“ of the waterfall collapse 55 years ago
3. Find an other name for chalc tuff
4. How many benches are at the viewing point at
Please send an e-mail via geocaching.com to us with the answers in english or german. Our e-mail-reply will follow asap. Please do not include the answers to the questions in your online logs, either in the clear or encrypted.
Take a photo of you and/or your GPSr at the viewing point N 48°33.520 E 009°33.863 or at the water channel at N 48°33.507 E 009°33.842. Please add the photo to your log at geocaching.com. A valid log must meet all requirements.
Enjoy it!