Der Herbst ist da.
Die Tage werden kürzer. Die Dämmerung kommt früher. Das ist die
ideale Zeit für Einbrecher. Aber nicht alle sind
erfolgreich...
Die Koordinaten zeigen auf den Hof des
Bezirksgefängnisses Winterthur. Dort ist der Cache natürlich nicht.
Aber unsere Hauptperson könnte durchaus dort anzutreffen
sein.
Der
Einbruch
Vom nahen Kirchturm
verklang gerade der zehnte Schlag der Glocke. Die wenigen
Spaziergänger, welche sich ihrer Hunde wegen zu dieser Stunde noch
in die frostigen Temperaturen des anbrechenden Winters
hinausbegeben hatten, waren in die wohlige Wärme ihrer Häuser
zurückgekehrt, und in den meisten Fenstern waren im Verlaufe der
letzten halben Stunde die Lichter ausgegangen.
Das war die Zeit, auf
welche Freddy gewartet hatte. Das mittelgrosse Einfamilienhaus mit
dem gepflegten Garten war Freddy schon vor einiger Zeit
aufgefallen. Also hatte er es die vergangenen Abende beobachtet.
Als das darin wohnhafte Ehepaar heute kurz nach 20.00 Uhr in
Abendgarderobe gekleidet in den dunkelblauen Mercedes gestiegen und
davon gefahren war, wusste Freddy, dass seine Gelegenheit heute
gekommen war. Das geduldige Warten hatte sich gelohnt. Die Gegend
war ruhig und verlassen.
Freddy stieg aus seinem
Fahrzeug, in welchem er die letzten Abende meistens nur mit einer
Thermoskanne voller Kaffee und Sandwichs, welche er wie immer von
dem Bündel falscher Hunderternoten, von dem er zurzeit seinen
Lebensunterhalt bestritt, bezahlt hatte, ausgerüstet verbracht
hatte, und überquerte die Strasse. Während er sich dem Grundstück
näherte, den seitlichen weiss gestrichenen Lattenzaun durch die
Lücke zwischen den zwei losen Zaunlatten überwand, welche er
anlässlich seiner Erkundungstouren entdeckt hatte, und sich langsam
und vorsichtig dem Gebäude entlang bewegte, lauschte er auf
unerwartete Geräusche. Ein Hund oder ein Nachbar, der sich noch vor
dem Schlafengehen eine Zigarette im Freien genehmigte, konnten sein
Vorhaben noch im letzten Moment zunichte machen. Doch es blieb
alles still.
Auf der Rückseite des
Gebäudes angekommen setzte er das mitgebrachte Stemmeisen an der
Verandatüre an. Der einfache im Holzrahmen eingelassene Riegel
hatte dem Stemmeisen nichts entgegenzusetzen und so betrat Freddy
kurz darauf auf leisen Gummisohlen das Wohnzimmer und zog den
zersplitterten Türrahmen hinter sich notdürftig zu. Zielstrebig
begab er sich in die obere Etage und fand hinter der zweiten Türe
auch sogleich das Arbeitszimmer. Sogleich machte sich Freddy über
den Schreibtisch her und stellte bereits bei der zweiten Schublade,
an welcher er rüttelte, fest, dass diese verschlossen war. Die
Menschen sind träge und bewahren die Schlüssel zu verschlossenen
Schubladen in Griffnähe auf. Ein kurzes Stöbern in den Büroklammern
und da war er auch schon. In der Schublade fand Freddy ein Kistchen
mit Schmuck, welches er natürlich einsteckte. Ebenfalls in der
Schublade befand sich eine Bankkarte für den Bargeldbezug an
Geldautomaten. Und weil Freddy kein Anfänger war, fand er auch nach
kurzer Suche im aufliegenden Adressbuch unter dem Buchstaben P den
zur Karte gehörigen Code.
Das musste genügen, denn es
war immer wieder erstaunlich, wie rasch die Zeit verging, wenn man
sich durch fremder Leute Wertsachen wühlte. Auf dem gleichen Weg,
wie er gekommen war, verliess Freddy das Haus, stieg in sein Auto
und macht sich auf den Weg, um seinen erfolgreichen Abend mit einem
kühlen Bier zu begiessen. Auf dem Weg dorthin machte er noch an
einem Geldautomaten halt und hob mit der Karte und dem zugehörigen
PIN kurzerhand den Maximalbetrag ab. Im Wirtshaus angekommen wurden
dann aus dem einen Bier drei, und Freddy entschied, dass es doch
eigentlich schade wäre, den neuen Reichtum bereits wieder
auszugeben. Er wartete also einen unbeobachteten Moment ab, und
machte sich, ohne zu bezahlen, davon.
Nun war es so, dass Freddy
nicht gerade vom Glück verfolgt war. So kam es denn auch, dass just
an diesem Abend, als er sich mit seinem Auto losfahren wollte,
dessen Motor sich standhaft weigerte anzuspringen. Freddy bestieg
also den Nachtbus, der nur wenige Minuten später ein paar
Gehminuten entfernt vorbeikam. Doch damit waren seine Probleme
nicht gelöst. Denn kaum war der Bus abgefahren, sah Freddy vom
vorderen Ende des Busses her eine Fahrscheinkontrolle auf ihn
zukommen. Selbstverständlich hatte er keine Fahrkarte gelöst. Als
der Kontrolleur immer näher kam, stellte sich Freddy schlafend.
Gerade als der Kontrolleur bei Freddy angekommen war und ihn an der
Schulter rüttelte, hielt der Bus an einer Haltestelle an. Wie aus
dem Tiefschlaf gerissen sprang Freddy auf, nuschelte etwas von
verpasster Haltestelle und sprang am Kontrolleur vorbei aus dem
Bus.
Und so dauerte es mehrere
Stunden, bis Freddy von seiner erfolgreichen Einbruchstour nach
Hause kam, wo er todmüde ins Bett fiel. Geweckt wurde er am
nächsten Morgen von zwei Herren der Kantonspolizei, welche ihn auf
dem Überwachungsband des Geldautomaten, welches nach der Entdeckung
des Einbruchs ausgewertet wurde, als Altbekannten sofort
identifiziert hatten. Bei der gleichentags stattfindenden
Einvernahme durch den Staatsanwalt behauptet Freddy, er sei nur
zufällig vor Ort gewesen, als er gesehen habe, wie sein Kumpel
Harry den Einbruch begangen habe. Er habe von diesem dann die
Bankkarte erhalten.
Ein halbes Jahr später war
die Gerichtsverhandlung bereits Vergangenheit und Freddy konnte es
kaum glauben: Der Richter hat ihm eine massive Strafe aufgebrummt.
Dies auch deshalb, weil Freddy auf dem Heimweg von seiner
Einbruchstour die Beute versteckt hatte und sich standhaft
weigerte, das Versteck zu verraten. Und so beschloss Freddy, seine
Umwelt während seiner Abwesenheit mit einem kleinen Rätsel zu
beschäftigen. Wer das Rätsel lösen sollte, wusste, wo er seine
Beute noch kurz vor seinem Haftantritt neu versteckt
hatte.
„Zählt die Gesetzesartikel sämtlicher
Straftatbestände zusammen, welche Freddy in dieser Verhandlung zum
Vorwurf gemacht wurden (A) und bestimmt die maximale
Freiheitsstrafe in Minuten (ein Jahr = 365 Tage), mit welcher
Freddy zu rechnen hatte (B). Der Richter hatte Freddy wegen seiner
persönlichen Situation nur gerade 14 Jahre, 89 Tage, 7 Stunden und
20 Minuten davon erlassen. Wie lange wanderte Freddy (in Minuten)
ins Gefängnis (C)? Einige Delikte werden nur verfolgt, wenn ein
Strafantrag gestellt wird. In welchem Artikel steht, wer den Antrag
stellen darf (D)?"
Die Beute liegt bei N 47° C/100'000 E 8°
A*D/1'000
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Es gilt dabei Folgendes:
- Ihr braucht für die Lösung nur das
schweizerische Strafgesetzbuch.
- Es sind immer nur die Grundtatbestände
anzuwenden. Privilegierungen und Qualifizierungen sind ausser Acht
zu lassen.
- Strafanträge sind als gestellt zu
betrachten.
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Eure Lösung für die Koordinaten dieses Rätsels könnt ihr auf
geochecker.com überprüfen.
Geochecker.com.
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Bitte zieht bei der Bergung des Caches die
Örtlichkeit in Betracht und benehmt euch entsprechend unauffällig.
Gerade hier ist es wichtig, dass das Böxli wieder gut versteckt
wird. Bitte nehmt euch also für die Bergung die benötigte
Zeit.
Leider wurde die
ursprüngliche mit Modeschmuck gefüllte Small-Box in regelmässigen
Abständen gemuggelt. Wir haben deshalb die Box durch einen Petling
ersetzt und hoffen, dass diesem ein längeres Leben beschert
ist.
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