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Die Pestlinde Traditional Cache

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Hidden : 10/22/2009
Difficulty:
1.5 out of 5
Terrain:
2 out of 5

Size: Size:   small (small)

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Geocache Description:

Ein kleiner Tradi, der an dunkle Zeiten erinnert.

Ein großer Lindenbaum bildet seit vielen Jahrhunderten eine natürliche Grenzmarkierung zwischen den beiden Windecker Ortschaften Dattenfeld und Dreisel. Experten schätzen, daß hier schon um das Jahr 1600 herum eine Linde gestanden haben muß, die den östlichsten Punkt des Ortes "Dateleveld" markierte.

Ungefähr im Jahre 1630 erhielt die Linde ihren einprägsamen Namen, denn ein sehr dunkles Zeitalter hatte seinen Schatten auf weite Teile Europas geworfen. Der dreißigjährige Krieg (1618 bis 1648) sorgte indirekt dafür, daß sich nun Krankheiten ausbreiten konnten, die bis dahin vorrangig in den dichter besiedelten Städten bekannt waren. Denn nicht nur die Armeen des Krieges zogen nun durchs Land, mit den Soldaten drang auch "der schwarze Tod" – die Beulenpest – bis in die letzten Winkel der noch recht dünn besiedelten Landstriche vor. Gegen die ursprüngliche Nagetierkrankheit, die erst durch den Rattenfloh auf den Menschen übertragen wurde, gab es kein Heilmittel und innerhalb kurzer Zeit wurde ein Großteil der Bevölkerung dahingerafft. In vielen Gegenden wurde im Laufe von wenigen Jahren die Bevölkerung um gut ein Drittel dezimiert, besonders alte Menschen und Kinder konnten der Epidemie nichts entgegensetzen. Innerhalb der Grenzen der heutigen Gemeinde Windeck sind zu dieser Zeit sogar ganze Ortschaften für immer von der Landkarte verschwunden, wie zum Beispiel die Dörfer "Augebich" und "Pattscheid", die zwischen der heutigen Ortschaft Ohmbach und dem Heilbrunnen gelegen haben sollen.

Schnell erkannte man die hohe Ansteckungsgefahr der Seuche und da der sich mitten im Ortskern befindliche Friedhof des Siegtaldoms sowieso schnell überfüllt war, wählte man ein am Ortsrand liegendes Feld aus, um es als Pestfriedhof zu nutzen. Die sogenannten "Pestknechte" zogen mit ihren Karren durch die Dörfer, um die von den dunklen Beulen entstellten Toten im wahrsten Sinne des Wortes einzusammeln. Als "Beerdigung" konnte man das Entladen der Leichen in den Massengräbern der Pestfriedhöfe nicht mehr bezeichnen...

Zwischen 1634 und 1636 hatte die Epidemie in Dattenfeld ihren Höhepunkt erreicht. In den Kirchenbüchern wurden alleine im Jahre 1636 324 Todesfälle im Sterberegister verzeichnet, die durch die Pest begründet waren. Um Durchreisenden schon aus weiter Ferne ein Zeichen zu geben, den Pestfriedhof weiträumig zu umgehen, stand hier damals nur ein einzelner Baum: die Pestlinde.



Auch nach dem Ausklang der Pestepidemie wurden hier noch Menschen beigesetzt, vorrangig auswärtige Soldaten. Ein Schriftstück vom 28. Dezember 1643 berichtet zum Beispiel davon, daß "...zu Wilberhoven wurden abends um 10 Uhren erschossen drei Soldaten namens Peter ..., Johann, ein Korporal zu Pferde, der dritte namens Heinrich ..., von einer starken Partie Hachenburgischer und Seynscher Völker, und wurden auf dem Kirchhof bei der Linden begraben.".
(Quelle: "800 Jahre Burg Windeck", 1974, S. 22)

Das Foto von ca. 1935 zeigt die ursprüngliche Pestlinde, die leider 1948 einem starken Sturm zum Opfer fiel. Aber schon ein paar Jahre später wurde am selben Ort als Andenken eine neue Linde gepflanzt.

Wie es dort jetzt aussieht?
Kann man heute noch erahnen, daß es in ganz Windeck vor vierhundert Jahren kaum einen anderen Ort gegeben haben kann, der die Menschen deutlicher an Tod, Leid und Verderben erinnerte?
Oder ist daraus ein nettes Fleckchen geworden, an dem man mit Blick auf die Burg Windeck ein kleines Picknick halten könnte?

Das müßt ihr selbst heraus finden...

Viel Spaß mit diesem Cache wünscht

(eventuellen Moralaposteln sei gesagt, daß dieser Cache in keinster Weise die Totenruhe stört)

Additional Hints (Decrypt)

HAGRE qre Rvpur

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)