Es war einmal... ... ein lieber großer Riese, der lebte am Rande eines Städtchens zwischen Hellweg und Ruhrpott.
Eines Tages, im Januar 1997, rutschte er auf einem achtlos weggeworfenen unkompostierbaren Stück Südfruchtschale aus. „Neeeeeeeeeeeeeein“ schrie der arme Riese, und konnte sich gar nicht beruhigen. Schmerz konnte es nicht sein ( moderne Riesen empfinden nämlich keinen Schmerz) aber was war denn nur passiert? Bei dem Sturz war ihm sein linkes Bein komplett abgefallen, es lag nun einfach so neben ihm. Was aber tun mit einem herumliegenden Riesenbein? Du musst wissen, wenn Riesenbeine länger rumliegen, fangen sie ganz furchtbar an zu stinken...
Das wollte der gutmütige Riese keinesfalls, denn er war ein ganz freundlicher, nur eben etwas zu groß geratener Typ. Da kam zufällig ein hutzeliger Schäfer des Weges, der bot dem Riesen freundlich seine Dienste an. Auch Nähzeug hatte der moderne Schafhirte dabei und schwuppdiwupp, kaum hatte der Riese sich versehen, hatte der Schäfer das appe Bein ( so sagt man hier) wieder an den Riesen genäht.
Nun könnte die Geschichte hier enden, aber irgendetwas stimmte nicht... Was war passiert?
Jetzt bemerkte auch der Riese den kleinen Irrtum des Schäfers. Dieser hatte nämlich seine Brille daheim vergessen und das Bein nicht dort angenäht, wo Beine, auch bei Riesen aus kleinstädtischen Randgebieten für gewöhnlich anzutreffen sind, sondern an einer völlig falschen Stelle! Es baumelte jetzt, wie ein dritter Riesenarm herunter. Da sah der Riese an sich herab und weinte bitterlich. Der Schäfer wusste nun auch leider nicht mehr zu helfen, bedauerte seinen Irrtum und empfahl sich.
Der sensible Riese sah gedanklich schon die Titelzeile der Lokalblättchen vor sich: “Verwesendes Riesenbein sorgt für Chaos auf der A2. Ist das etwa Kunst?“ ... es war schier zum Verzweifeln...
Wie es manchmal so geschieht in Märchen, träumte der Riese in der folgenden Nacht von einer Stimme, die ihm sagte: „Gehe zu einer hochgelegenen Stelle in der Nähe eines Kleeblattstängels, strecke Dich ordentlich und rudere tüchtig mit den Armen. Das bringt neue Energie und der Arm fällt ganz bestimmt bald von selbst wieder ab...“
Am Morgen danach packte sich der Riese ein wenig Wegzehrung in eine Butterbrotdose und tat, wie ihm im Traum geheißen. Er humpelte durch die Felder bergan und als er endlich einen guten Platz erreicht hatte, stellte er sich auf sein nunmehr einziges Bein und wedelte mit seinen drei "Ärmchen" in der Luft, um auch ja nicht umzufallen. Müde war er und hungrig, denn er hatte unterwegs seine Brotdose verloren...
Anfangs war ihm das langweilig, dann aber bewegte er seine Arme immer gleichmäßiger. Mal schnell, mal langsam und das Ganze begann, dem Riesen zu gefallen. Er hatte eine weite Sicht über sein heißgeliebtes Städtchen und so entschied er, dass er einfach dort stehen bleiben würde. Nur einmal noch verließ er diesen Platz, um seine Butterbrotdose zu suchen.
Als er sie endlich gefunden hatte, schrieb er sich auf einen Zettel, wo er sie gefunden hatte und trug den von nun an immer bei sich. So steht er da der Riese, seit vielen Jahren schon... Und damit er sich des Nachts nicht zu sehr fürchtet, brachten ihm freundliche Zwerge nach einer Handvoll Jahren ein paar blaue Lichtlein vorbei.
Ob Du es glaubst oder nicht: In manchen Nächten kann man auch heute noch den einbeinigen Riesen leuchten sehen. Er steht dort und singt ein Lied mit dem Wind.... Manchmal ist er traurig, weil er so allein ist. Dann weint der Riese viele Tränen. Er baute einen kleinen Schacht, damit die Tränen ablaufen können und nicht die ganze Umgebung unter Salzwasser setzen. Das vertragen nicht alle Pflanzen, die ringsumher wachsen und der Riese liebt die Natur sehr. Für diesen Tränenauffangschacht ließ er eine spezielle Abdeckung gießen.
Wie alles in Deutschland, hat natürlich auch diese Abdeckung eine Bezeichnung. (Nein, es ist nicht mehr PAM.... ;-) PAM hat den Riesen leider verlassen....) "Pegel-TWD", so der offizielle Name der neuen Schachtabdeckung.
Wenn Du den Riesen besuchst, dann gehe bitte zuerst zu seinem Tränenablaufschacht. Vom Weg aus kannst Du ihn eigentlich nicht verfehlen. Unter "Pegel- TWD" steht noch der Buchstabe "D". Welche Zahl steht hinter dem "D"? Zahl = X
Wieviele Leuchten sind direkt am Riesen angebracht und machen ihn manchmal blau? Zahl = Y
Welche Autobahn macht hier soviel Lärm? A? = Z
Sage dem Riesen nun "Auf Wiedersehen" und stelle Dich auf den Tränenablaufschacht.
Erpeile nun die Butterbrotdose in (660 - X - Y + ( Z / 2 )) Metern bei Y * 10 + Z + 1 ° Geschafft! :-)
Bitte auf Muggel achten und das Dösken anschließend bitte, je nach Jahreszeit wieder gut tarnen, danke. Viel Vergnügen!
Ach ja: Der Riese mag es zwar, wenn er besucht und fotografiert wird, aber er ist ein wenig schüchtern... Deshalb bitte keine ( Spoiler-) Fotos von ihm einstellen. Auch Riesen genießen den Schutz der Persönlichkeitsrechte... ;-)