Ich bin eine geforderte Geschichtenerzählerin, denn mein Sohn liebt
sie. Sie sind ein Ausgleich zu seinen anderen Spielen. Denn auch
die mag er sehr. Und weil aus spontanen Ideen und Kombinationen oft
was Gutes rauskommt, bekommt Ihr jetzt mal ne kleine Kostprobe.
Es war einmal...
Egon. Er wohnte in der Nähe von Rietberg, genauer gesagt in
Nordhagen. Noch genauer im Brinkweg 51. Ihn kannte jeder. Warum? Er
fuhr mit einem besonderen Fahrrad. Egons Fahrrad war griftgrün.
Meistens hatte er sein Gefährt vollgepackt. Mit allem möglichem
Kram. Nem Koffer, vielen Plastiktüten und Egons Eimer. Alle die ihn
so durch die Landschaft radeln sahen mussten lachen, Er sah in
seinem grünen Parka und auf dem giftgrünen Fahrrad aus wie ein
mutierter überdimensionaler Frosch auf Reisen. Zusätzlich hatte er
noch einen Aufnäher an der Jacke. „Kinder der 68er“. Er fiel schon
auf. „Egon Fahrrad“ war ein lustiger Ausdruck für eine wirkliche
Klapperkiste. Zumindest im Nordhäger Raum. Meist hing am Lenker
noch ein Eimer. Er war ein idealer Aufbewahrungsort für Blumen. Oft
waren es Veilchen für Ida, also seine Frau. Sie liebte sie so sehr.
Den Duft. Die Farbe. Egon hasste sie. Er musste dann immer niesen –
und zwar laut. Noch lustiger für alle, die ihn sahen... ein
giftgrüner, überdimensionaler laut niesender mutierter Frosch auf
Reisen. Obwohl sie schon so lange ein Paar waren, überraschte sein
Niesen Ida immer wieder. Sie lächelte dann, weil sie genau wusste,
dass Egon ihr eine Freude machen wollte.
Selbst Egons Nachbar, Herr Simmernich, der ihn schon seit 27
Jahren kannte, lachte, wenn er lautes Niesen hörte. „Ja ja. Egon
und seine Veilchen für Ida!“ Er kannte viele Kleinigkeiten an Egon.
Sie machten ihn zu einem Unikat. So zum Beispiel seine Naturliebe.
„Lass die Natur man machen“, pflegte Egon zu sagen und dabei hingen
Egons Zweige oft in Simmernichs Garten. Aber was ein wirklicher
Nachbar ist, dem macht so was nichts aus. Egons Anker, seine
Bodenhaftung war nun mal alles, was grün ist. Ida musste sich oft
Geschimpfe anhören, wie es denn wieder aussähe. Sie lächelte und
nahm ihn in Schutz, was er mit einem Egon-Eimer - also voll mit
Veilchen wieder gut macht. Dann war der Haussegen wieder
gerrettet.
Eines Sonntags wollte er einen Ausflug nach Ostenland machen.
Dort wohnte ein alter Schulfreund. „Mmmm wie war das noch... Auf
dem Haupte 17 oder war es doch 19?“. Egons Anker, seine Lust aufs
Grün trieb ihn an. „Egon Donnerwetter“, meckerte Ida „so weit
willst Du fahren? Nein Egon, aber nicht mit dem Rad. Und schon
garnicht so vollgepackt. Und erstmal überhaupt garnicht in deinen
alten Sachen“ Er brummte vor sich hin. „Doch, es ist sooo schönes
Wetter. Ich fahre jetzt. Und zwar genau so!“ „Egon Donnerwetter, du
alter Brummbär“ Immer sollte er sich Sonntags fein machen. Das lag
ihm nicht. Seine Sonntagsuniform war gefühlte 2 Nummern zu klein.
Er wollte lieber in bequemen Sachen die Natur genießen. Egons Anker
halt! Er brummte noch immer vor sich hin, als er schon weit von
daheim weg war. „Soll sie doch bleiben wo der Pfeffer wächst! 7398
Meilen weit weg. Und überhaupt Veilchen gibt’s ab jetzt nicht mehr!
So stocksauer wie er war bemerkte er nicht mal, dass er falsch
abbog. An der großen Eiche hätte er links fahren müssen. Er fuhr
aber rechts. Egons Nase reizte ihn... „Haatschiiiii!“ Richtig, der
Duft von Veilchen stieg ihm in die Nase. „Eigentlich schade, dass
sie nicht hier ist. Wir hätten uns viel zu erzählen und es ist hier
so schön. Ohne sie kann ich es garnicht genießen.“
So wurde Egon nachdenklich. Seine Wut war längst verraucht. Er
stieg ab. Pflückte ein paar Veilchen und schwang sich wieder aufs
Rad. Jetzt bemerkte er seinen Irrtum und fuhr schnurstracks wieder
zurück „Rietberg 10km“ stand auf dem Schild... egal, was tut man
nicht alles für seine Liebste. Egons Anker war nämlich nicht nur
die Natur, sondern seine Ida. An der großen Eiche auf der Bank saß
eine Frau. Egon wunderte sich, denn diese Frau lachte schon von
weitem... und da erkannte er das Lachen. „Idaaaaa“ rief er. Ja sie
war es. Sie konnte es nicht habe, dass er alleine fuhr. Ohne ihn
war es im Hause sooo leer. Lächelnd sahen sie sich an, nahmen sich
in den Arm und alles war vergeben und vergessen. Und wenn sie nicht
gestorben sind, dann turteln sie noch heute.
Und die Moral von der Geschicht....
ein Schatz ist oft näher als man glaubt!
Viel Spass beim Rätseln, Suchen, Finden und Tauschen! Bitte
wieder gut Tarnen! Bitte in den Logs nicht Spoilern!
Euer Ergebnis könnt Ihr prüfen unter
Geochecker.com.