Wetterkreuz-Wachstedt
Das einzig übriggebliebene Wetterkreuz
Wachstedt befindet sich an der Straße nach Großbartloff. Als
Wetterkreuz wurde es bezeichnet, da es vor Unwetter schützen
sollte.
In früheren Zeiten müssen sich wohl an jeder Straße, die aus dem
Ort herausführten, ein solches befunden haben. Am Markustag
(25.April) fanden Bittprozessionen zu diesen Kreuzen statt, denn
dieser Tag gilt bei den Bauern als Lostag.
Dieses hinterlegen auch etliche Bauernregeln:
St. Georgi und St. Marks, dräuen oft viel
Arg's.
Vor dem Markustag, sich der Bauer hüten mag.
Gibt's an Markus Sonnenschein, so erhält man besten Wein!
Ist auf Markus die Buche grün, gibt's ein gutes Jahr.
Was St. Markus an Wetter hält, so ist's auch mit der Ernt'
bestellt.
So lang es vor St. Markustag warm ist, so lang es nachher
kalt ist.
Leg erst nach Markus Bohnen, er wird`s dir reichlich
lohnen.
Bauen um Markus schon die Schwalben, so gibt's viel Futter,
Korn und Kalben.
Als es noch Prozessionen von Wachstedt ins nahe
gelegene Klüschen gab, war hier eine Station, an der gehalten
wurde, um zu beten.
Heute ist es ein kleines Plätzchen zum Verweilen mit Blick auf
Wachstedt. Vielleicht erblickt Euch beim Suchen der Owner, denn
dieser kann vom Cacherheim direkt dorthin
schauen.
Markusprozession -
Die Markusprozession ist ursprünglich eine heidnische römische
Stadtprozession gewesen um die Götter gnädig zu stimmen. Die Laren
beschützten die Felder und das Haus, Pales hütete die Weiden,
Saturn die Saat, Ceres das Wachstum des Getreides, Pomona die
Baumfrüchte und Consus sowie Ops die Ernte.
Als das Christentum Staatsreligion wurde (4.Jh), wandelten sich oft
die heidnischen Bräuche in christliche (z.B. auch der
Weihnachtsbaum). Die Bittgänge entstanden und hatten nun als
zentrales Thema Gott um ein gutes Gedeihen der Felder und Fluren zu
bitten. Zufälligerweise fiel der Tag der alten Stadtprozession auf
den Gedenktag des Hl. Markus, so dass sie nun den Namen dieses
wichtigen Heiligen erhielt und so in das Brauchtum des Abendlandes
einging.
Mit der Liturgiereform nach dem II. Vatikanischen Konzil wurde sie
offiziell für die Weltkirche abgeschafft. In vielen Ländern,
Regionen und Orten hat sie sich allerdings bis auf den heutigen Tag
erhalten. Sie bildet heute den „Auftakt“ zu den
Bittprozessionen des Frühlings.
Ab dem Markustag kann auch der Wettersegen gespendet werden.
Th. Drexler, Kpl.
Inhalt mit freundlicher Unterstützung von
Th. Drexler, Kpl. eMail: thomas.drexler@kilian-wuerzburg.de
gepostet per eMail: Tue, 26 Apr 2005 09:52:17
+0200