Alb-Leisa
Leisa - schwäbisch für Linsen - wurden auf der Schwäbischen Alb
bis ca. 1959 gezüchtet und angebaut. Der Linsenanbau war jedoch bei
der Ernte und Reinigung sehr arbeitsaufwendig und die Erträge
gering. Daher verschwand in den 50 er Jahren diese uralten
Nahrungspflanze in ganz Deutschland.
Seit den achtziger Jahren besannen sich einzelne Bauern auf die
verschwundene Kultur und seither werden von der
Öko-Erzeugergemeinschaft „Alb-Leisa“ zunehmend Linsen
auf der Alb angebaut, vor allem französische Sorten. Lange Zeit
glaubte man, dass die traditionellen Linsensorten der schwäbischen
Alb verloren gegangen sind. Über verschlungene Pfade ist Mitte des
20. Jahrhunderts dieses Saatgut zufällig nach Russland gelangt, und
2006 wurden in der Vavilov-Genbank für Pflanzen in St.Petersburg
die Linsensorten „Späth´s Alblinse 1 und 2“
wiederentdeckt. Proben davon werden nun in den letzten Jahren von
Linsen-Enthusiasten auf der Alb vermehrt und in kleinen Mengen
angebaut. Seit Sommer 2011 wird diese Rarität auch von einzelnen
Alb-Hofläden wieder angeboten. Im Jahr 2008 wurde auf einem
Dachboden ein Zufallsfund gemacht: Beim Renovieren des
großelterlichen Bauernhauses fand ein Handwerker eine Holztruhe mit
über 50 Jahre altem Saatgut, unter anderem auch die kleinen
dunkelbraunen Samen der „kleinen Späth´sche Alblinse
Nr.2“. Daher weiß man, dass diese alte Linsensorte wirklich
in der Gegend um Münsingen und Ehingen angebaut wurde.

Das Jurakalkgestein der Schwäbischen Alb mit den sprichwörtlich
„steinreichen“ und wasserdurchlässigen Böden bildet
ideale Bedingungen für Linsen. Wie Linsenfunde aus der
Hallstattzeit (~500 v. Chr.) beweisen, hat der Linsenanbau auf der
Schwäbischen Alb eine lange Tradition. Noch 1840 wurden in
Württemberg mehr Linsen als Erbsen und Bohnen erzeugt. Im 19.
Jahrhundert betrug die Anbaufläche in Württemberg mehrere tausend
Hektar. Es waren hauptsächlich kleine Bauern, die auf Flächen von
unter einem Morgen Linsen für den Eigenbedarf anbauten. Linsen,
aber auch Erbsen und Bohnen waren früher als pflanzliche
Eiweißlieferanten überlebenswichtig, denn tierisches Eiweiß war
teuer. Gemeinsam mit Getreideprodukten verzehrt, ergeben
Hülsenfrüchte eine vollwertige und zugleich preiswertere Mahlzeit.
Ein bekanntes Beispiel dafür ist das schwäbische
„Nationalgericht“:
Rezept: Leisa mit Spätzla
250 g Linsen
1 mittelgroße Zwiebel
2 dicke Scheiben gerauchter Speck
1 Paar Saitenwürstle
1 Brühwürfel
2 EL Mehl
2 EL Butter
Salz, Pfeffer, Balsamicoessig
Linsen waschen und über Nacht in kaltem Wasser einweichen. Die
eingeweichten Linsen mit dem Einweichwasser und dem Speck im
Dampfdrucktopf mit doppelter Wassermenge und 1 Brühwürfel 6 Min auf
Stufe 1 kochen. In einem weiteren Topf eine Mehlschwitze
herstellen: 2 EL Butter schmelzen lassen und 2 EL Mehl und die
klein gewürfelten Zwiebel dazu und leicht anbräunen lassen. Dann
das Kochwasser von den Linsen dazugeben und schnell rühren, damit
es keine Klümpchen gibt. Dann die Linsen dazu und ca. 10-15 Min
leicht kochen lassen. Mit Essig, Salz, Pfeffer und Balsamicoessig
abschmecken. Die Saitenwürste ein paar Minuten in den heißen Linsen
heiß werden lassen. Als Beilage serviert man Spätzle.

Dr' Käsch
Ist ein Mini-Multi. An den oben angegebenen Koordinaten findet
ihr eine Dose mit Inhalt. Der Inhalt ist mit Zahlen beschriftet und
muss richtig zugeordnet werden.
Das Finale liegt bei:
N 48° 21.Dinkel Kichererbsen Bohnen und E 009°28. Erbsen Linsen
Mais
Bitte aus der Dose an Station 1 nichts entnehmen, ordentlich
verschließen, und mindestens 1,3 Meter hoch befestigen - sonst wird
sie eventuell zu Wildschweinfutter.
Albbauern-Serie
Diese Cacheserie beschäftigt sich mit der Landwirtschaft und dem
Leben der Leute früher „auf der rauen Alb“. Es gibt
charakteristische Landwirtschaftsprodukte, die hier wachsen oder
angebaut werden. Daher haben wir bei den meisten Stationen ein
passendes Kochrezept für lokale Köstlichkeiten angehängt,
größtenteils klassische schwäbische Gerichte, wie sie in den
Bauernhäusern vor 100 Jahren schon bekannt waren.
Die Caches können unabhängig voneinander gesucht werden, oder
als Rundwanderung mit einer Strecke von ca. 10 Kilometern und ca.
300 Höhenmetern. Wegen der Multis empfehlen wir die Runde in
aufsteigender Reihenfolge zu laufen. Die Wanderstrecke ist
überwiegend auf befestigten Wegen, zum Dosensuchen müsst ihr aber
teilweise ins Gebüsch. Besonders bei nassem Wetter ist gutes
Schuhwerk empfehlenswert. Nähere Infos zu Mountainbike und
Kinderwagen auf der Runde und zu den Grillplätzen findet ihr im
Listing von Albbauern #1. Parkplatz für die gesamte Runde N 48°
21.770 E 009° 28.155.
Wir wünschen euch viel Spaß beim Wandern und Dosensuchen und
falls ihr die Rezepte zu Hause nachkocht, "en guada Appetit."