Krombiera
Viele meinen, Christoph Columbus habe die Kartoffel 1492 aus
Amerika mitgebracht. Das ist aber nicht richtig, da die Spanier
erst ca. 70 Jahre später diese Pflanze nach Europa brachten.
Anfangs wurde die Kartoffel nur als exotische Zierpflanze in
Fürstengärten bewundert und später in Klostergärten angebaut. Erste
Kochversuche endeten mit Bauchschmerzen: die Köche verwendeten nur
die ungenießbaren Beeren. Lange Zeit verschmähten die Europäer die
"giftige" Pflanze.
1756 wollte Friedrich der Große mit dem Anbau von Kartoffeln
etwas gegen die wiederholten Hungersnöte in seinem Land
unternehmen. Obwohl er die Knollen teilweise kostenlos verteilte,
drohte die Einführung zu scheitern, weil die Bauern die
frischgepflanzten Kartoffeln wieder ausgruben. Daher befahl er im
sogenannten „Kartoffelbefehl“ seinen Untertanen den Anbau. Als dies
auch nichts bewirkte, überzeugte er mit einer List sein Volk: Er
ließ die Kartoffelfelder rund um die Uhr von seinen Soldaten
bewachen. Die Leute wurden neugierig und wollten bald auch diese
kostbare Speisepflanze haben. Sie wurde dann auch in Deutschland
sehr schnell zu einem weitverbreiteten Grundnahrungsmittel – vor
allem bei den ärmeren Bevölkerungsschichten.
Der schwere Kalkboden der Alb ist kein idealer Anbauort für
Krombiera oder Erdäpfel, da sie eigentlich einen tiefgründigen und
nährstoffreicheren Boden benötigen. Dort wo jedoch in Senken und
Albtälern eine dickere Erdkrume auf dem Kalkstein liegt oder auf
dem steinreichen Boden, der die Wärme speichert, ist der Anbau von
Kartoffeln erfolgreich. Der Kartoffelanbau auf der Alb begann erst
Ende des 18. Jahrhunderts in größerem Stil, nachdem die Skepsis der
Bauern gegen "des nuimodische Zuigs" schwand. Die Wortherkunft von
Krombiere kommt nicht von "krumme Birne", sondern heißt wohl
"Grundbirnen".
Die Kartoffel war früher ein Arme-Leute-Essen, wird mittlerweile
aber auch von Gourmets geschätzt. Wir wollen hier aber keine Haute
Cuisine sondern das klassische schwäbische Kartoffelgericht
vorstellen:
Rezept: Schwäbischer Kartoffelsalat
8 mittelgroße Salatkartoffeln (festkochend)
1 Zwiebel, fein gehackt
Weinessig
Salz, Sonnenblumenöl, weißer gemahlener Pfeffer, Senf,
Paprikapulver
1 Tasse warme Fleischbrühe
Die Kartoffeln in der Schale weich kochen, sie dürfen aber nicht
zu weich sein oder zerfallen. Pellen und auf Handwärme abkühlen
lassen. In dünne Scheiben schneiden (oder durch das
Kartoffelschneidegitter drücken). Feingehackte Zwiebeln hinzufügen.
Aus warmer Fleischbrühe, Essig, Öl und den Gewürzen eine Marinade
rühren und darüber giessen. Vorsichtig durcheinandermengen. Den
Salat 1-2 Stunden ziehen lassen und eventuell nochmal Brühe zugeben
und nachwürzen. Der Salat muss „schwätza“ – also schön feucht und
glitschig sein.
Albbauern-Serie
Diese Cacheserie beschäftigt sich mit der Landwirtschaft und dem
Leben der Leute früher „auf der rauen Alb“. Es gibt
charakteristische Landwirtschaftsprodukte, die hier wachsen oder
angebaut werden. Daher haben wir bei den meisten Stationen ein
passendes Kochrezept für lokale Köstlichkeiten angehängt,
größtenteils klassische schwäbische Gerichte, wie sie in den
Bauernhäusern vor 100 Jahren schon bekannt waren.
Die Caches können unabhängig voneinander gesucht werden, oder
als Rundwanderung mit einer Strecke von ca. 10 Kilometern und ca.
300 Höhenmetern. Wegen der Multis empfehlen wir die Runde in
aufsteigender Reihenfolge zu laufen. Die Wanderstrecke ist
überwiegend auf befestigten Wegen, zum Dosensuchen müsst ihr aber
teilweise ins Gebüsch. Besonders bei nassem Wetter ist gutes
Schuhwerk empfehlenswert. Nähere Infos zu Mountainbike und
Kinderwagen auf der Runde und zu den Grillplätzen findet ihr im
Listing von Albbauern #1. Parkplatz für die gesamte Runde N 48°
21.770 E 009° 28.155.
Wir wünschen euch viel Spaß beim Wandern und Dosensuchen und
falls ihr die Rezepte zu Hause nachkocht, "en guada Appetit."