Der Cache besucht die Orte des Wirkens von Hauke Haien, dem
späteren Deichgrafen. Das Buch ist frei verfügbar im
Internet, aber Lesen ist kein Muss. Ein Geodreieck und ein Lot oder
ein sonstiger Neigungsmesser ist von Vorteil. Wege sind
größtenteils T1.5. Nur zum Final muss man Klettern
– ist allerdings vergleichsweise einfach und sicher. Ein
Geocacher-Kind (TTF) ist da auch schon sicher hoch gekommen. Bei
jedem Wetter lösbar, auch im tiefen Schnee.
1. Der junge Hauke Haien
N 49° 54.780 E 08° 38.750
Und der Junge karrte; aber den Euklid hatte er allzeit in der
Tasche, und wenn die Arbeiter ihr Frühstück oder Vesper
aßen, saß er auf seinem umgestülpten Schubkarren
mit dem Buche in der Hand. Und wenn im Herbst die Fluten höher
stiegen und manch ein Mal die Arbeit eingestellt werden
mußte, dann ging er nicht mit den andern nach Haus, sondern
blieb, die Hände über die Knie gefaltet, an der
abfallenden Seeseite des Deiches sitzen und sah stundenlang zu, wie
die trüben Nordseewellen immer höher an die Grasnarbe des
Deiches hinaufschlugen; erst wenn ihm die Füße
überspült waren und der Schaum ihm ins Gesicht spritzte,
rückte er ein paar Fuß höher und blieb dann wieder
sitzen. Auch als zu Ende Oktobers die Deicharbeit vorbei war, blieb
der Gang nordwärts nach dem Haff hinaus für Hauke Haien
die beste Unterhaltung; den Allerheiligentag, um den herum die
Äquinoktialstürme zu tosen pflegen, erwartete er wie heut
die Kinder das Christfest. Stand eine Springflut bevor, so konnte
man sicher sein, er lag trotz Sturm und Wetter weit draußen
am Deiche mutterseelenallein; und wenn die Möwen gackerten,
wenn die Wasser gegen den Deich tobten und beim Zurückrollen
ganze Fetzen von der Grasdecke mit ins Meer hinabrissen, dann
hätte man Haukes zorniges Lachen hören können.
»Ihr könnt nichts Rechtes«, schrie er in den
Lärm hinaus, »so wie die Menschen auch nichts
können!« Und endlich, oft im Finstern, trabte er aus der
weiten Öde den Deich entlang nach Hause, bis seine
aufgeschossene Gestalt die niedrige Tür unter seines Vaters
Rohrdach erreicht hatte und darunter durch in das kleine Zimmer
schlüpfte. Manchmal hatte er eine Faust voll Kleierde
mitgebracht; dann setzte er sich neben den Alten, der ihn jetzt
gewähren ließ, und knetete bei dem Schein der
dünnen Unschlittkerze allerlei Deichmodelle, legte sie in ein
flaches Gefäß mit Wasser und suchte darin die
Ausspülung der Wellen nachzumachen, oder er nahm seine
Schiefertafel und zeichnete darauf das Profil der Deiche nach der
Seeseite, wie es nach seiner Meinung sein mußte.
»Unsere Deiche sind nichts wert!«, sagte Hauke
nicht zum ersten Mal.
- »Was für was, Junge?«, fragte der alte Tede
Haien.
»Die Wasserseite ist zu steil«, sagte er; »wenn
es einmal kommt, wie es mehr als einmal schon gekommen ist, so
können wir hier auch hinterm Deich ersaufen!«
Du stehst auf dem Hauke-Haien Deich. Im Mittel kannst Du hier
alle Viertelstunde rot-weiße, lange Fischkutter beobachten,
wie sie von Norden oder Süden kommend hier anlanden. Du kannst
Dich von ihnen mitnehmen lassen, wenn Du willst. Ein paar Meter
nordöstlich führt ein Weg hinab. Welche Steigung hat
Hauke als sicher betrachtet? Messe den Neigungswinkel A des Deiches
in dem Du Deinen Neigungsmesser auf das unterste, schräge
Geländer(rohr) setzt. Runde auf die nächste Zahl der
Liste (A=10°, 20°, 30°, 45°, 60°).
Zufälligerweise entspricht das genau der (Anzahl Stufen der
untersten Treppe) mal (Anzahl der Treppen). B=Anzahl Stufen der
obersten Treppe. Folge anschließend dem windgeschützten,
mittleren Deichpfad östlich des Deiches.
A=Neigungwinkel Hauke-Haien Deich=??
B=Stufenanzahl der obersten von mehreren Treppen=?
2. Die Kate der alten Trin’ Jans
N 49° 54.(A*20+54) E 08° 38.(B)(B-2)0
Als [Hauke] heute, seine Jacke auf der Schulter, heimging, trug
er nur einen ihm noch unbekannten, aber wie mit bunter Seide und
Metall gefiederten Vogel mit nach Hause, und der Kater mauzte wie
gewöhnlich, als er ihn kommen sah. Aber Hauke wollte seine
Beute - es mag ein Eisvogel gewesen sein - diesmal nicht hergeben
und kehrte sich nicht an die Gier des Tieres.
»Umschicht!« rief er ihm zu, »heute mir, morgen
dir; das hier ist kein Katerfressen!«
Aber der Kater kam vorsichtigen Schrittes herangeschlichen; Hauke
stand und sah ihn an, der Vogel hing an seiner Hand, und der Kater
blieb mit erhobener Tatze stehen. Doch der Bursche schien seinen
Katzenfreund noch nicht so ganz zu kennen; denn während er ihm
seinen Rücken zugewandt hatte und eben fürbaß
wollte, fühlte er mit einem Ruck die Jagdbeute sich entrissen,
und zugleich schlug eine scharfe Kralle ihm ins Fleisch. Ein Grimm,
wie gleichfalls eines Raubtiers, flog dem jungen Menschen ins Blut;
er griff wie rasend um sich und hatte den Räuber schon am
Genicke gepackt. Mit der Faust hielt er das mächtige Tier
empor und würgte es, daß die Augen ihm aus den rauhen
Haaren vorquollen, nicht achtend, daß die starken
Hintertatzen ihm den Arm zerfleischten.
»Hoiho!« schrie er und packte ihn noch fester;
»wollen sehen, wer's von uns beiden am längsten
aushält!«
Du wirst Zeuge dieser Begebenheit und stehst an der Hütte
der alten Trin’ Jans, die ihren weißen Angorakater
abgöttisch liebt. Deshalb hat sie für ihn vor Ihrer
Hütte einige (C) Wollknäul zum Spielen aufgehängt.
Südlich von ihrer Kate befindet sich ein Schifftau, aus dem
sie einen großen Korb geflochten hat und einige (D)
Fischernetze sind jenseits davon zum Trocken aufgehängt.
C=Anzahl Wollknäul=?
D=Anzahl Fischernetze=? (südlichestes zählt als eins)
3. Wienkes Hündlein
N 49° 54.(C-4)(B)(0) E 08° 38.(B)(D)(D)
»Ausgehalten, Leute! Ausgehalten!« schrie [der
Deichgraf] zu ihnen hinab. »Nur einen Fuß noch
höher; dann ist's genug für diese Flut!« Und durch
alles Getöse des Wetters hörte man das Geräusch der
Arbeiter; das Klatschen der hineingestürzten Kleimassen, das
Rasseln der Karren und das Rauschen des von oben hinabgelassenen
Strohes ging unaufhaltsam vorwärts; dazwischen war mitunter
das Winseln eines gelben Hundes laut geworden, der frierend und wie
verloren zwischen Menschen und Fuhrwerken herumgestoßen
wurde; plötzlich aber scholl ein jammervoller Schrei des
kleinen Tieres von unten aus der Schlucht herauf. Hauke blickte
hinab; er hatte es von oben hinunterschleudern sehen; eine
jähe Zornröte stieg ihm ins Gesicht.
»Halt! Haltet ein!« schrie er zu den Karren hinunter;
denn der nasse Klei wurde unaufhaltsam aufgeschüttet.
»Warum?« schrie eine rauhe Stimme von unten herauf;
»doch um die elende Hundekreatur nicht?«
»Halt! sag ich«, schrie Hauke wieder; »bringt mir
den Hund! Bei unserm Werke soll kein Frevel sein!«
Eine Hand schlug sanft auf seine Schulter, als wäre es die
Hand des alten Jewe Manners; doch als er umsah, war es nur ein
Freund des Alten. »Nehmt Euch in acht, Deichgraf!«
raunte der ihm zu, »Ihr habt nicht Freunde unter diesen
Leuten; laßt es mit dem Hunde gehen!«
Der Wind pfiff, der Regen klatschte; die Leute hatten die Spaten in
den Grund gesteckt, einige sie fortgeworfen. Hauke neigte sich zu
dem Alten. »Wollt ihr meinen Schimmel halten, Harke
Jens?« frug er; und als jener noch kaum den Zügel in der
Hand hatte, war Hauke schon in die Kluft gesprungen und hielt das
kleine winselnde Tier in seinem Arm; und fast im selben Augenblick
saß er auch wieder hoch im Sattel und sprengte auf den Deich
zurück. Seine Augen flogen über die Männer, die bei
den Wagen standen.
»Wer war es?« rief er. »Wer hat die Kreatur
hinabgeworfen?«
Einen Augenblick schwieg alles, denn aus dem hageren Gesicht des
Deichgrafen sprühte der Zorn, und sie hatten
abergläubische Furcht vor ihm. Da trat von einem Fuhrwerk ein
stiernackiger Kerl vor ihn hin.
»Ich tat es nicht, Deichgraf«, sagte er und biß
von einer Rolle Kautabak ein Endchen ab, das er sich erst ruhig in
den Mund schob; »aber der es tat, hat recht getan; soll
EuerDeich sich halten, so muß was Lebiges
hinein!«
- »Was Lebiges? Aus welchem Katechismus hast du das
gelernt?«
»Aus keinem, Herr!« entgegnete der Kerl, und aus seiner
Kehle stieß ein freches Lachen; »das haben unsere
Großväter schon gewußt, die sich mit Euch im
Christentum wohl messen durften! Ein Kind ist besser noch; wenn das
nicht da ist, tut's auch ein Hund!«
»Schweig du mit deinen Heidenlehren«, schrie ihn Hauke
an, »es stopfte besser, wenn man dich
hineinwürfe.«
Hier beobachtest Du, wie die Deicharbeiter ein kleines
Hündchen vergraben wollen. Deichgraf Hauke rettet es und
schenkt es seinem geistig behinderten Töchterlein Wienke als
Spielgefährten. Der Hund wohnt in einer Hundehütte. In
welcher? Hat da nicht jemand über dem Eingang die
dreibuchstabige Bezeichnung für den Hund geschmiert? Seine
Hundemarke hat sich zu einer anderen Hütte verirrt. Findest Du
sie? Vorsicht! Im Osten schlängelt sich eine große
Schlange auf dem Boden entlang. Meide jenen Bereich.
E=Zahlenwert (a=1, b=2, …) des 1. Buchstaben (Bezeichner
hat 3 Buchstaben, Buchstaben sind dick umrandet)
FGH=dreistellige Zahl unterhalb der Mitte der Hundemarke (Quersumme
9)=???
4. Blick vom Deich auf die Hallig Jeverssand
N 49° 54.(F+2)(F)(0) E 08° (H+2)(G)(0)
Wenn man auf dem Deiche stand, sah man ein paar tausend Schritt
ins Wattenmeer hinaus und etwas weiter von dem
gegenüberliegenden Marschufer entfernt eine kleine Hallig, die
sie ›Jeverssand‹ oder auch
›Jevershallig‹ nannten. Von den derzeitigen
Großvätern war sie noch zur Schafweide benutzt worden,
denn Gras war damals noch darauf gewachsen; aber auch das hatte
aufgehört, weil die niedrige Hallig ein paarmal, und just im
Hochsommer, unter Seewasser gekommen und der Graswuchs dadurch
verkümmert und auch zur Schafweide unnutzbar geworden war. So
kam es denn, daß außer von Möwen und den andern
Vögeln, die am Strande fliegen, und etwa einmal von einem
Fischadler, dort kein Besuch mehr stattfand; und an mondhellen
Abenden sah man vom Deiche aus nur die Nebeldünste leichter
oder schwerer darüber hinziehen. Ein paar weißgebleichte
Knochengerüste ertrunkener Schafe und das Gerippe eines
Pferdes, von dem freilich niemand begriff, wie es dort hingekommen
sei, wollte man, wenn der Mond von Osten auf die Hallig schien,
dort auch erkennen können.
Es war zu Ende März, als an dieser Stelle nach
Feierabend der Tagelöhner aus dem Tede Haienschen Hause und
Iven Johns, der Knecht des jungen Deichgrafen, nebeneinanderstanden
und unbeweglich nach der im trüben Mondduft kaum erkennbaren
Hallig hinüberstarrten; etwas Auffälliges schien sie dort
so festzuhalten. Der Tagelöhner steckte die Hände in die
Tasche und schüttelte sich. »Ei was, es ist eine lebige
Kreatur, eine große! Wer, zum Teufel, hat sie nach dem
Schlickstück hinaufgejagt! Sieh nur, nun reckt's den Hals zu
uns hinüber! Nein, es senkt den Kopf, es frißt! Ich
dächt, es wär dort nichts zu fressen! Was es nur sein
mag?« Der Knecht hob den Arm und wies stumm nach der Hallig.
»Oha!« flüsterte der Junge; »da geht ein
Pferd - ein Schimmel - das muß der Teufel reiten - wie kommt
ein Pferd nach Jevershallig? Wir haben im Dorf so große
Böte gar nicht! Vielleicht auch ist es nur ein Schaf; Peter
Ohm sagt, im Mondschein wird aus zehn Torfringeln ein ganzes Dorf.
Nein, sieh! Nun springt es - es muß doch ein Pferd
sein!«
»Es wird heller«, sagte der Knecht, »ich sehe
deutlich die weißen Schafgerippe schimmern!«
»Ich auch«, sagte der Junge und reckte den Hals, dann
aber, als komme es ihm plötzlich, zupfte er den Knecht am
Ärmel. »Iven«, raunte er, »das
Pferdsgerippe, das sonst dabeilag, wo ist es? Ich kann's nicht
sehen!
Du bist Carsten. Geniesse den weiten Blick nach Westen über
das Meer. Lasse Dir die steife Brise um die Ohren wehen. Manchmal,
besonders bei Frost und auch in der Spargelzeit siehst Du hier
Schaumkronen, die weiß auf den Wellen tanzen. Schließe
die Augen und Du hörst das gemächlich aufbrausende
Meeresrauschen. Unten direkt am Strand entdeckst Du einen hohen
Pfosten mit zwei untereinander gesetzten schwarzen Zahlen auf
weißem Grund: II und K (Quersumme 14). Blicke Richtung
(I-4)(I-4)(0)° (true north). In geschätzten tausend
Schritt (0,5 m) Entfernung erkennst Du die Hallig Jeverssand und
willst Ihr Geheimnis ergründen. Gehe weiter oben auf dem Deich
entlang und dann die Treppe hinunter zum Boot.
II und darunter K=IIK=zwei und einstellige Zahl zu einer
dreistelligen zusammen gezogen=???
5. Das Boot
N 49° 54.(IIK-152) E 08° 38.(IIK-128)
»Nun, Carsten, wie ist's?« sagte der Knecht.
»Juckt's dich noch, hinüberzufahren?«
Carsten besann sich einen Augenblick; dann klatschte er mit seiner
Peitsche in die Luft. »Mach nur das Boot los, Iven!«
Drüben aber war es, als hebe, was dorten ging, den Hals und
recke gegen das Festland hin den Kopf. Sie sahen es nicht mehr; sie
gingen schon den Deich hinab und bis zur Stelle, wo das Boot
gelegen war.
»Nun, steig nur ein!« sagte der Knecht, nachdem er es
losgebunden hatte. »Ich bleib, bis du zurück bist! Zu
Osten mußt du anlegen; da hat man immer landen
können!«
Und der Junge nickte schweigend und fuhr mit seiner Peitsche in die
Mondnacht hinaus.
Das Boot ist am Siel festgemacht, der durch ein schmiedeeisernes
Gitter verschlossen ist. Die kleine Brücke über dem Siel
hat die Bauwerksnummer LMM. Folge mit dem Boot zunächst dem
Priel vor dem Siel und biege nach knapp 100 m ab. Fahre die
Ostküste der Hallig entlang, und schau, wo Du anlanden kannst.
Gehe dann zum „Pferd“.
LMM=Bauwerksnummer (Quersumme 8)=???
6. Auf der Hallig Jeverssand bei den Skeletten
N 49° 54.(LMM + 106) E 08° 38.(LMM-64)
Bald sah [der Knecht], wie drüben bei einer schroffen,
dunkeln Stelle, an die ein breiter Priel hinanführte, das Boot
sich beilegte und eine untersetzte Gestalt daraus ans Land sprang.
Mehrere hundert Schritte nordwärts sah er, was sie für
einen Schimmel angesehen hatten; und jetzt! - ja, die Gestalt des
Jungen kam gerade darauf zugegangen. Nun hob es den Kopf, als ob es
stutze; und der Junge - es war deutlich zu hören - klatschte
mit der Peitsche. Aber - was fiel ihm ein? Er kehrte um, er ging
den Weg zurück, den er gekommen war. Das drüben schien
unablässig fortzuweiden, kein Wiehern war von dort zu
hören gewesen; wie weiße Wasserstreifen schien es
mitunter über die Erscheinung hinzuziehen. Der Knecht sah wie
gebannt hinüber. Da hörte er das Anlegen des Bootes am
diesseitigen Ufer, und bald sah er aus der Dämmerung den
Jungen gegen sich am Deich heraufsteigen.
»Nun, Carsten«, frug er, »was war
es?«
Der Junge schüttelte den Kopf »Nichts war es!«
sagte er. »Noch kurz vom Boot aus hatt ich es gesehen; dann
aber, als ich auf der Hallig war - weiß der Henker, wo sich
das Tier verkrochen hatte, der Mond schien doch hell genug; aber
als ich an die Stelle kam, war nichts da als die bleichen Knochen
von einem halben Dutzend Schafen, und etwas weiter lag auch das
Pferdsgerippe mit seinem weißen, langen Schädel und
ließ den Mond in seine leeren Augenhöhlen
scheinen!«
»Hm!« meinte der Knecht; »hast auch recht
zugesehen?«
»Ja, Iven, ich stand dabei; ein gottvergessener Kiewiet, der
hinter dem Gerippe sich zur Nachtruh hingeduckt hatte, flog
schreiend auf, daß ich erschrak und ein paarmal mit der
Peitsche hintennach klatschte.«
»Und das war alles?«
»Ja, Iven; ich weiß nicht mehr.«
»Es ist auch genug«, sagte der Knecht, zog den Jungen
am Arm zu sich heran und wies hinüber nach der Hallig.
»Dort, siehst du etwas, Carsten?«
»Wahrhaftig, da geht's ja wieder!«
»Wieder?« sagte der Knecht; »Ich hab die ganze
Zeit hinübergeschaut, aber es ist gar nicht fortgewesen; du
gingst ja gerade auf das Unwesen los!«
Der Junge starrte ihn an; ein Entsetzen lag plötzlich auf
seinem sonst so kecken Angesicht.
Als Du auf der Hallig anlandest findest Du hier nur mehrere
Gerippe vor, die in einem alten Zaun hängen. Ein Kiewiet hat
sich dahinter versteckt. Du versuchst ihn mit Deiner Peitsche zu
schlagen. Als Du mit der Peitsche erneut ausholen willst, stellst
Du fest, dass sie sich im Zaun verklemmt hat. Urplötzlich hast
Du eine Vision, die Dir zeigt, dass und wo der alte Deich brechen
wird. Bei dem Erlebnis wird Dir ganz mulmig.
Koordinaten Stage 7=N 49° 54.??? E 08° 38.???
P=?
7. Der Deich bricht!
(Vision des Ortes bei der Hallig)
[Der Schimmelreiter] sah noch mehr [im Osten]: ein Wagen, nein,
eine zweiräderige Karriole kam wie toll gegen den Deich
herangefahren; ein Weib, ja auch ein Kind saßen darin. Und
jetzt - war das nicht das kreischende Gebell eines kleinen Hundes,
das im Sturm vorüberflog? Allmächtiger Gott! Sein Weib,
sein Kind waren es; schon kamen sie dicht heran, und die
schäumende Wassermasse drängte auf sie zu. Ein Schrei,
ein Verzweiflungsschrei brach aus der Brust des Reiters.
»Elke!« schrie er; »Elke! Zurück!
Zurück!«
Aber Sturm und Meer waren nicht barmherzig, ihr Toben zerwehte
seine Worte; nur seinen Mantel hatte der Sturm erfaßt, es
hätte ihn bald vom Pferd herabgerissen; und das Fuhrwerk flog
ohne Aufenthalt der stürzenden Flut entgegen. Da sah er,
daß das Weib wie gegen ihn hinauf die Arme streckte: Hatte
sie ihn erkannt? Hatte die Sehnsucht, die Todesangst um ihn sie aus
dem sicheren Haus getrieben? Und jetzt - rief sie ein letztes Wort
ihm zu? - Die Fragen fuhren durch sein Hirn; sie blieben ohne
Antwort: von ihr zu ihm, von ihm zu ihr waren die Worte all
verloren: nur ein Brausen wie vom Weltenuntergang füllte ihre
Ohren und ließ keinen andern Laut hinein.
»Mein Kind! O Elke, o getreue Elke!« schrie Hauke in
den Sturm hinaus. Da sank aufs neu ein großes Stück des
Deiches vor ihm in die Tiefe, und donnernd stürzte das Meer
sich hintendrein; noch einmal sah er drunten den Kopf des Pferdes,
die Räder des Gefährtes aus dem wüsten Greuel
emportauchen und dann quirlend darin untergehen. Die starren Augen
des Reiters, der so einsam auf dem Deiche hielt, sahen weiter
nichts. »Das Ende!« sprach er leise vor sich hin; dann
ritt er an den Abgrund, wo unter ihm die Wasser, unheimlich
rauschend, sein Heimatsdorf zu überfluten begannen; noch immer
sah er das Licht von seinem Hause schimmern; es war ihm wie
entseelt. Er richtete sich hoch auf und stieß dem Schimmel
die Sporen in die Weichen; das Tier bäumte sich, es hätte
sich fast überschlagen; aber die Kraft des Mannes drückte
es herunter. »Vorwärts!« rief er noch einmal, wie
er es so oft zum festen Ritt gerufen hatte. »Herr Gott, nimm
mich; verschon die andere!«
Kurz nach Deinem Besuch auf Jeverssand erstand Hauke Haien, der
Deichgraf, einen abgemagerten Gaul von einem dubiosen Händler.
Der Schimmel blüht unter seiner Pflege auf. Nur Hauke kann das
wilde Tier reiten. Seltsamerweise wurde das Pferdskelett danach
nicht mehr auf Jeverssand gesichtet. Bei Spring- und Sturmflut
wirst Du Zeuge, wie die Leute den neuen Hauke-Haien Deich auf
Befehl von Ole Peters, Haukes Widersacher, aufgraben, der Deichgraf
dies aber gerade noch rechtzeitig verhindern kann. Der alte Deich
wird an der Seeseite unterspült und bricht und Hauke
stürzt sich in die Fluten zu seiner Frau und seinem Kind, die
aus Angst um Hauke den roten Backsteinweg im Osten herangefahren
kamen. Folge grob dem Weg auf dem Deich nach Norden den die
Deichposten mit Fackeln beleuchten, die unten am Strandweg stehen.
Sie sollen Alarm geben, wenn der neue Deich bricht. Sie weisen Dir
den Weg zur Flucht. Bleibe selbst oben auf dem Deich, denn die
Springflut kann tückisch sein.
Q=Zähle nur die kleinen Deichposten westlich des Deiches.
Auch, die beiden, die den Deichbruch beleuchten. Höre mit der
Zählung auf, wenn der Strandweg (westlich des Deiches) sich
nach deutlich mehr als 100 m gabelt. Ihre Anzahl stimmt
überein mit dem Mittelwert von drei Ziffern (R+S+T)/3, die an
einem hohen Pfosten (RS/T) stehen - nahe dem Deichbruch -
ähnlich wie der beim Aussichtpunkt auf Jeverssand. Q=?
8. Finale
N 49° 54.(Q)(Q-2)(Q+1) E 08° 38.(P)(2)(P+1)
Die Deichposten haben Dir einen vermeintlich sicheren Weg zu
einer hohen Werfte gezeigt, da Du Angst hattest, auf dem
Hauke-Haien Deich zu bleiben. Während Du dorthin flohst, brach
das Wasser in den Koog ein und stieg Dir über Knöchel bis
zum Unterleib. Wärst Du doch nur auf dem sicheren Deich
geblieben! Das Wasser steigt immer noch an. In Deiner Not erklimmst
Du einen hohen Baum neben der Werfte. Er ist zweigeteilt und
scheint Dich beim Klettern festzuhalten, so dass Du nicht
abstürzen kannst. Er scheint von seiner Höhe her sogar
bis knapp auf Deichniveau heran zu kommen und Du kletterst in
Deiner Panik auch recht hoch. Schreibe ein paar letzte Worte in
Dein Tagebuch und hoffe, dass Du den Deichbruch
überlebst!
(Klettere nur soweit, wie Du Dich traust. Im Zweifelsfall
versuche Dich wieder auf den Deich zu retten. Klettere vorsichtig:
Breche nichts durch rohe Gewalt oder Hektik ab. Denke an Cacher
nach dir und befestige den Cache wieder sorgfältig, damit er
nicht hinabfällt. Achte darauf, dass Du nicht von seltenen
Spaziergängern oder spielenden Kindern beobachtet wirst. Falls
doch, habe eine Erklärung parat. Im Tagebuch sind Infos
für den später folgenden Bonus: Mit notieren!)
Erstinhalt: Geocoin "Man on the Moon", LED-Lampe, leere
Micro-Filmdose zum Cache legen, Silbernickel 5-ECU, Döschen
mit Hello Kitty 3D-Aufkleber, Logbuch, 2 Kulis.