
Alte Industriebahnstrecke
Schacht-Audorf
3. Teilstück - Neue Siedlung bis Trajektfähre
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Die
Entwicklung der Audorfer Industriebahn ist eng mit dem Bau und der
Erweiterung des Nord-Ostsee-Kanals verknüpft. Vor Beginn des
Kanalbaus waren die Dörfer Schacht und Audorf zwei voneinander
getrennte bäuerliche Ansiedlungen. Audorf bestand aus einigen
Gehöften und Katen im Bereich Alte Straße und Kieler Straße,
Schacht lag an der Holsteiner Straße und Schachter Straße. Der
Ortsname Schacht leitet sich übrigens vom Familiennamen eines
mittelalterlichen holsteinischen Rittergeschlechts ab.
Der Kanal machte das Areal am Audorfer See für
Industrieansiedlungen interessant. Einige Unternehmer hatten
deshalb im Vorfeld des Kanalbaus unter der Hand umfangreiche
Ländereien am Audorfer See und an der Borgstedter Enge aufgekauft.
Im Mai 1900 gründeten sie die "Audorfer Land- und
Industrie-Gesellschaft mbH". Diese Gesellschaft sollte das
aufgekaufte Land für die industrielle Nutzung erschließen und
gewinnbringend an interessierte Investoren veräußern. Zu diesem
Zweck wurde zwischen 1901 und 1904 eine Bahnlinie gebaut, die vom
alten Osterrönfelder Bahnhof bis auf das Gebiet der heutigen Rader
Insel führte.
Die Hauptstrecke verlief in einem
Rechtsbogen weiter, überquerte die "Rütgersstraße" zwischen dem
Klärwerk und dem früheren Marinestützpunkt und führte von dort
zunächst geradeaus, dann mit einem Linksbogen bis an das Südostufer
der Borgstedter Enge auf das Gebiet der heutigen Rader Insel. Dort
hatte sich ebenfalls bereits 1900 ein Kokswerk angesiedelt,
vielleicht besaß auch eine etwas weiter südlich gelegene
Steinfabrik bereits einen Gleisanschluß.
Große Änderungen am
Trassenverlauf bewirkte der erste Ausbau des Kanals zwischen 1908
und 1914:
Zur Begradigung des
Kanalverlaufs wurde der sogenannte "Rader Durchstich" zwischen
Audorfer See und Schirnauer See angelegt, durch den die Rader Insel
entstand. Diese Maßnahme durchtrennte die Industriebahntrasse und
schnitt das Kokswerk und eine 1907 gegründete Dachpappenfabrik von
ihrem direkten Bahnanschluß ab. Als Ersatz wurde eine
Eisenbahn-Trajektfähre errichtet, deren Anleger an der
Südwestspitze der Rader Insel und auf dem Gelände der inzwischen
abgebrochenen Steinfabrik Klocke lagen, etwa in Verlängerung der
Straße "Trajektfähre".
Nach dem Konkurs der
Land- und Industriegesellschaft übernahmen die Rütgerswerke den
Betrieb der Industriebahn bis zur Stillegung des Imprägnierwerks
1961. Letzter Betreiber der Industriebahn war die Firma Singelmann,
die laut Audorfer Chronik bis 1972 mit einer Rangierlok "O&K
MV3" Zugbewegungen durchführte. Angeblich wurde die Strecke 1975
abgebrochen, weil die fällige Sanierung des Oberbaus zu teuer
gekommen wäre. Allerdings haben die Gleise zumindest im Bereich
"Trajektfähre" und "Neue Siedlung" noch bis etwa 1978
gelegen.
Die Länge dieses Teilstückes beträgt
ungefähr 1 km und ist sehr gut begehbar, bei Nässe könnte es
ein wenig matschig werden und im Winter wird auf dem Wanderweg
nicht gestreut.
Dieser
Tradi ist Teil einer Serie, die aus 3 Teilstücken mit insgesamt
3 Tradis und 9 Mysteries
besteht.
Zum
Einstieg und Erläuterung der Wanderung besucht zunächst den Mystery
GC22Q5Y "Vergessene
Bahnlinien"
Vom Wanderweg
aus, wenn man vor dem Versteck steht, schräg nach rechts schauend
sieht man ein Haus mit vielen Dachfenstern, wieviele sind es? (Mehr
als 3) Das Ergebnis ist Z.
Den Cache
"GC22RV4" "Industriebahn T3.2" findet man bei N 54° (2 * Z *
1,06241) E 009° (2 * Z * 2,4064)