Skip to content

Platz der Grundrechte - Die Tour Multi-Cache

Hidden : 2/21/2010
Difficulty:
1.5 out of 5
Terrain:
3 out of 5

Size: Size:   small (small)

Join now to view geocache location details. It's free!

Watch

How Geocaching Works

Please note Use of geocaching.com services is subject to the terms and conditions in our disclaimer.

Geocache Description:


Mit einem ungewöhnlichen Kunstwerk unterstreicht die Stadt Karlsruhe ihre Bedeutung als deutsche "Hauptstadt des Rechts": Am 2. Oktober 2005 wurde der "Platz der Grundrechte" eingeweiht, ein Kunstwerk von Jochen Gerz für den öffentlichen Raum, das unter Beteiligung von Rechtsprominenz, Politikern und der Bevölkerung in der Stadt der höchsten deutschen Gerichte entstanden ist.

Der "Platz der Grundrechte" - ursprünglich ein Geschenk zum 50-jährigen Bestehen des Bundesverfassungsgerichts - soll ein sperriges Thema erlebbar machen: Was bedeuten Recht und Gerechtigkeit für den Einzelnen, was für unsere Demokratie? Die direkte Partizipation und Mitautorenschaft der Öffentlichkeit sind ein wesentliches Merkmal der Arbeiten von Jochen Gerz. Er lädt die Nutzer des öffentlichen Raums ein, diesen mit ihren Stimmen und Beiträgen als Kunst neu zu formulieren und so reale Demokratie herzustellen.

Jochen Gerz stellte im ersten Teil der Arbeit den Karlsruher Gerichtspräsidenten, einigen anderen Juristen, aber auch prominenten Bürgern der Stadt Fragen über den Beitrag des Rechts zur Gesellschaft. Danach wandte er sich mit seinen Fragen an Bürger, die mit dem Gesetz in Konflikt gerieten, aber auch an einige, die keine berufliche oder existenzielle Vorstellung von Recht und Unrecht hatten.

So entstanden zweimal 24 Aussagen. Je eine Antwort der beiden befragten Gruppen wurde auf die Vorder- und Rückseite eines Straßenschilds emailliert. So entstehen spannende, manchmal auch widersprüchliche Konfrontationen und Dialoge. Nüchterne Feststellungen stehen neben emotionalen Ausrufen, in denen sich höchst subjektive Erfahrungen mit Recht und Unrecht widerspiegeln.

Das Kunstwerk ist zentral und dezentral zugleich angelegt. Der zentrale Ort, der "Platz der Grundrechte", befindet sich zwischen dem Karlsruher Zirkel und Schlossplatz, auf der historischen Achse der badischen Metropole. Der Platz wird in der Dunkelheit durch transparente, beleuchtete Pflastersteine zwischen den normalen Steinen schwach erhellt.

Die gleiche Zahl Schilder wurde als zweite Version des "Platz der Grundrechte" an ebenso vielen Orten der Stadt aufgestellt. Diese 24 dezentralen Standorte hat die Karlsruher Bevölkerung in drei Bürgerforen bestimmt. In der Regel stehen die Standorte für ein Ereignis aus der städtischen Geschichte, das unterschiedliche Aspekte des Themas Recht beleuchtet.

Karte mit Positionen

In der Beschreibung zu den einzelnen Standorten ist jeweils der Text der Tafeln sowie eine Begründung für die Standortwahl aufgeführt.

Aufgabe:

  1. Besuche die nachfolgende Auswahl von 20 Standorten, die im gesamten Stadtgebiet verteilt sind. Es sind zwar Koordinaten angegeben, diese dienen aber nur der groben Orientierung und zeigen nicht exakt auf das Schild.

  2. Schaue Dich dort in einem Umkreis von bis zu 50m um und ordne die Bildausschnitte den jeweiligen Stationen und den passenden Variablen zu.

  3. Berechne die Koordinaten des Finals:

    N 49° 02.(S02*S03 + S04*S05 + S06*S07 + S08*S09 - S10*S11)   

    E 008° 24.(S12*S13 + S14*S15 + S16*S17 + S18*S21 + 20*S23)


Die Stationen können je nach Startpunkt in beliebiger Reihenfolge besucht werden, wir haben die einzelnen Punkte aber trotzdem in eine akzeptable Reihenfolge gebracht.

Die Standorte tragen ihre Nummern, welche sie innerhalb des Projekts erhalten haben.

Alle Stationen sind gut mit dem Fahrrad zu erreichen. Das Schild am Bundesgerichtshof ist nicht frei zugänglich, aber von der Herrenstraße aus sichtbar. Nähere Informationen können der Internetseite http://www.bundesgerichtshof.de/DE/Service/Besucherdienst/besucherdienst_node.html entnommen werden. Für die Station im Hauptfriedhof sind die Öffnungszeiten und das Radfahrverbot zu beachten:
08.00 bis 20.00 Uhr in den Sommermonaten
08.00 bis 18.00 Uhr in den Wintermonaten.



Standort 23: Rüppurr, Post Südstadt Karlsruhe e.V.
N 48° 59.077 E 008° 24.343
Ungerecht finde ich es, wie man behandelt wird, weil man sich ein einziges Mal falsch verhalten hat. Auch wenn man die Strafe schon hinter sich hat, wird man behandelt wie einer, der sie noch verbüßen soll. Und das wird sich nicht ändern ein Leben lang, und das ist nicht gerecht. Am besten ist wohl, wenn man gar nichts tut und sich still hält wie ein angekettetes Tier. Die Strafe hat keinen Sinn, leider.
 
Wenn die Polizei perfekt wäre, säßen wir sicher nicht alle hinter Gittern. Nicht auf jedes strafbare Verhalten steht eine Freiheitsstrafe. Viele haben etwas Strafbares getan und laufen selbstverständlich frei herum. Sie haben vielleicht eine Geldstrafe bekommen. Auch wer Gravierendes begangen hat, läuft in der Regel eines Tages wieder frei herum.

»Auf dem Gelände des heutigen Sportplatzes des Postsportvereins fand die letzte öffentliche Hinrichtung in Karlsruhe statt.«
Dr. Eberhard Fischer

S23 = ___



Standort 21: Hauptbahnhof, Nordeingang
N 48° 59.661 E 008° 24.024
Europa stößt an die neue Welt. Jedes Land ist die Grenze Europas. Zuerst ließen die Kolonialisten die Kolonien zurück, jetzt stehen die Kolonien vor unserer Türe. Die Schnittstellen sind nicht die Stellen der Gerechtigkeit, sondern der Macht. Das Gegenteil unserer Verluste wäre der Mut zum Verlust. Im eigenen Verzicht steckt die Chance des Rechts.
 
Residenz des Rechts, das ist ja nicht nur eine Marke für Karlsruhe, sondern für die Republik. Man kann die Bundesrepublik durchaus als die Karlsruher Republik bezeichnen. Bundesverfassungsgericht, Bundesgerichtshof, Bundesanwaltschaft sind alle hier vereint in einem bewussten Abstand zu Legislative als die dritte Gewalt unseres Staates.

»Zwischen Eisenbahn- und Zeitgeschichte bestand im 19. Jahrhundert eine enge Wechselbeziehung. Die Eisenbahn befand sich zur Zeit der badischen Revolution im Aufbau. Die Hauptlinie am Rhein war gebaut und mit Hessen verbunden. Die Menschen erlebten eine revolutionäre Aufbruchstimmung auch im technischen Bereich. Der Bau der Eisenbahn bedeutete eine Revolution der Mobilität, die das Fundament des damaligen wirtschaftlichen Aufschwungs war. Als Hecker bei seinem Vormarsch in Südbaden vor Kandern stand und nicht recht weiterkam und auch Struves Armee geschlagen war, erhielt er von einer Pariser Freischar Unterstützung, die eilig mit der französischen Elsenbahn bis zum Rhein herangefahren wurde. Das Militär erkannte schon von Beginn des Bahnbaus an die Bedeutung der Eisenbahn für eine erfolgreiche Kriegsführung. Und so verwundert es nicht, dass auch das preußische Militär die Eisenbahn für den Transport seiner Truppen in Richtung Baden erfolgreich einsetzte und die Demokratiebewegung in kurzer Zelt niederschlagen konnte. Ich meine, dass diese enge Verbindung zwischen geistiger und technischer Revolution, die damals durch die Eisenbahn verkörpert wurde, einen Standort für den dezentralen Platz der Grundrechte am Karlsruher Hauptbahnhof rechtfertigt. «
Bürgermeister Ullrich Eidenmüller

S21 = ___



Standort 4: ZKM / Bundesanwaltschaft
N 49° 00.089 E 008° 23.054
Setze nicht deine Liebe aufs Spiel. Es gibt Dinge, die man nicht reparieren kann. Die Gesetze schützen die Anderen vor mir und mich vor mir selbst. Ich wäre schlimm ohne die Gesetze. Nur in der Freiheit ist man geborgen, hat man die Leute um sich, die man liebt und ist kein Tiger hinter Gittern. Ohne die Freiheit wird alles schlimmer.
 
Es wäre eine Illusion zu glauben, dass ich all das durchsetzen könnte, was ich für rechtens halte, weil das auch immer eine Vision ist. Auch wenn ich etwas anstrebe, weiß ich, dass es äußere Einflüsse gibt, die ich nicht beeinflusse und die ich akzeptieren muss und die das, was ich für rechtens halte, nicht verwirklichbar machen.

»Die Bundesanwaltschaft als eine der höchsten Justizorgane Deutschlands prägt das Bild der »Residenz des Rechts« mit. Das ZKM steht für Innovation in Karlsruhe in den Bereichen der Kunst und Medientechnologie. Beide benachbarten Institutionen haben eine große Öffentlichkeitswirkung für Karlsruhe. Dies soll mit der Aufstellung eines Schildes zwischen beiden Häusern zum Ausdruck gebracht werden.«
Prof. Peter Weibel

S04 = ___



Standort 8: SWR Studio Karlsruhe, Kriegsstraße
N 49° 00.341 E 008° 23.392
Ich wollte alles mitmachen, alles kennen lernen, vor allem das Verbotene. Das Verbotene zieht an, vieles geht lange gut, aber eines Tages ist auch das längste Glück zu Ende. Das Verbotene liegt in der Natur des Menschen. Es ist wie das Spiel. Man spielt nicht, um zu verlieren, man spielt auch nicht, um zu gewinnen. Man spielt, um zu spielen. Das Leben ist eine Sucht.
 
Der Jurist beurteilt Jesus, Robin Hood oder Zorro als Figuren der Überlieferung oder der Literatur. Wir kennen ihre Wirklichkeit nicht. Sie leben für ihr Gefühl von Gerechtigkeit. Ein Idealfall, der der Nachahmung wert ist. Als Politiker halte ich alle drei für gefährlich. Nichts ist schlimmer als ein Politiker, dessen Ideale nicht hinterfragbar sind.

»Die Welt wird täglich komplizierter. Die Welt der Paragraphen sowieso. Ständig wächst der Berg von Verordnungen, Gesetzen, Urteilen und Meinungen. Das Begreifen der Paragraphenwelt verständlicher für den Bürger ausfallen zu lassen - das ist das erklärte Ziel der ARD-Fernsehredaktion »Recht und Justiz« und der Hörfunkredaktion »Recht und Rechtspolitik« des Südwestrundfunks in Karlsruhe. Millionen Zuschauer und Hörer werden über wichtige Urteile des Europäischen Gerichtshofs, des Bundesverfassungsgerichts, der obersten Gerichtshöfe des Bundes, über Sachentscheidungen des Generalbundesanwalts und rechtspolitische Gesetzesvorhaben aus Berlin schnell, fachkompetent und verständlich informiert. Vertieft werden Rechtsfragen im ARD-»Ratgeber Recht«, für den die Fernsehredaktion »Recht und Justiz« aus Karlsruhe verantwortlich zeichnet. Die Vermittlungsaufgabe der Medien in Bezug auf das Recht soll mit der Aufstellung eines Schildes im Bereich des SWR-Studios Karlsruhe gewürdigt werden.«
Karl-Dieter Möller

S08 = ___



Standort 2: Yorckplatz
N 49° 00.427 E 008° 22.304
Das Recht hat mich verändert. Ich habe den Glauben daran verloren. Das Recht gibt es nur auf dem Papier. Ich kämpfe seit sieben Jahren. Mir fehlt der Sinn für das, was ich erlebe, das ist die größte Strafe. Ich kann nicht damit umgehen. Es geschieht mir am eigenen Leib. Es ist möglich. Es ist menschlich, auch wenn ich es als inhuman empfinde.
 
Sicher kann es noch größeres Unrecht geben als das, was im Namen eines Staates begangen wird. Produzent von Recht in der Moderne ist aber der Staat, und wenn wir zurückblicken, ist in der Tat die größte Gewalt oft von der Politik ausgegangen. Auch wenn die Freiheitsrechte zum Inhalt einer Verfassung geworden sind, muss man um sie kämpfen: nichts gilt für alle Zeit.

»Das Recht der Freiheit zählt zu den genuinsten aller Grundrechte. In seinem Grundwert zwar unantastbar, steht es jedoch immer wieder im Spannungsfeld des Verhältnisses zwischen individueller Freiheit und politischer Ordnung, aber auch im Spannungsfeld parteipolitischer Kontroversen. Somit ist das Recht der Freiheit ein wichtiges Messinstrument für Demokratie. Der Yorckplatz, 1933 nach dem preußischen Feldmarschall Hans David Ludwig Graf von Wartenburg (1759-1830) benannt, sollte nach Ende der nationalsozialistischen Diktaturals Erinnerungsort an die Opfer politischer Verfolgung in »Freiheitsplatz« umbenannt werden. Darüber hinaus sollten drei der Straßen, die auf ihn zu führen, Namen von aktiven - und wegen ihres Widerstandes ermordeten - Karlsruher NS-Gegnern tragen: August Dosenbach, Reinhold Frank, Ludwig Marum. Gescheitert ist das Projekt an parteipolitischen Kontroversen um den »größten« dieser Widerstandskämpfer, »lnsbesondere, weil die Toten ... für die Fraktionen reserviert« wurden.«
Yps Knauber

S02 = ___



Standort 3: Gutenbergplatz, Nelkenstraße
N 49° 00.545 E 008° 22.550
Die Zeit heilt keine Wunden. Die Zeit, die wir haben, ist unsere größte Freiheit, gleich wo wir sind, die Freiheit, die uns keiner nimmt. Die Freiheit, sich selbst zu bestimmen, ist die Veränderung, die man erst entdeckt, wenn man sie verloren hat. Ich habe keine Angst davor. Ich kann nicht erwarten, dass man mich entschuldigt. Ich bin schuldig.
 
Die Todesstrafe ist keine legitime Strafe. Der Gesellschaftsvertrag, mit dem die Bürger den Staat konstituieren, umfasst nicht, dem Staat das Recht zu geben, als Bürger über das eigene Leben zu verfügen. Der Staat hat dieses Recht nicht und kann es nie bekommen. Deshalb habe ich ganz fundamentale Einwände gegen die Todesstrafe.

»Im Bereich des heutigen Gutenbergplatzes befand sich bis 1829 ein Schauplatz öffentlicher Hinrichtungen. Der Platz ist sehr belebt. Er ist Mittelpunkt eines gut funktionierenden multikulturellen Zusammenlebens von Menschen unterschiedlichster Herkunft. Der von zwei Schulen begrenzte Platz ist einer der beliebtesten Marktplätze in Karlsruhe.«
Alexander Heil

S03 = ___



Standort 5: Justizvollzugsanstalt Karlsruhe, Riefstahlstraße
N 49° 00.809 E 008° 23.147
Jeder Rechtsanwalt, Staatsanwalt, Richter macht sich hier zum Affen und die volle Bürgertribüne weiß nicht, dass sie belogen wird. Gott sei dank gibt es die Wirklichkeit, auch wenn sie hart sein kann. Was da verloren geht, ist oft nicht beschreibbar, so klein ist es. Der Verlust ist so intim, dass man nicht weiß, wo oder was es ist. Und die Distanz zum Leben wird derweil größer und größer.
 
Politik ist eine Frage der Wählerinteressen. Wir sind das Volk. Wir wollen im Rahmen der Grundrechte das realisieren, was das Volk will. Und das muss man dann auch akzeptieren, sonst braucht man nicht in die Politik zu gehen. So würde ich Politik definieren. Politik ist Gestaltung innerhalb des Rechts. Aber zuviel Recht kann die Nächstenliebe ersticken.

»Die vorwiegend als Untersuchungshaftanstalt genutzte Justizvollzugsanstalt Karlsruhe in der Riefstahlstraße ist eine besonders symbolträchtige »Nahtstelle« von Recht und Unrecht, von Gesetz und Einzelfallgerechtigkeit, von Schuld und Sühne, von Unschuld und Unrecht. Letzteres gilt insbesondere auch für Gegner des NS-Regimes wie etwa den Sozialdemokraten Ludwig Marum, der 1933 hier zunächst in »Schutzhaft« genommen und anschließend in das Konzentrationslager Kislau gebracht wurde.«
Dr. Johannes Leclerque

S05 = ___



Standort 6: Ecke Hans-Thoma-Straße / Moltkestraße
N 49° 00.842 E 008° 23.869
Wenn Sie versagen, dann kommen Sie nicht in den Genuss der Gesetze. Das Recht verselbstständigt sich, das hat mit Strafe nichts zu tun. Ich bin gerecht verurteilt worden, doch zu meiner Strafe gehört auch meine Resozialisierung. Die findet nicht statt. Unsere Rechte und unsere Gesetze sind gut, viel menschlicher muss deren Anwendung werden.
 
Wenn die Demokratie in Gefahr gerät, und das ist für uns eine Frage des Vorfeldes, lautet mein Auftrag, wachsam zu sein und alle Bestrebungen zu verhindern, die den Staat gefährden. Die Gefahr kann auch von einzelnen Trägern des Staates ausgehen. Auch das ist denkbar, und auch dann besteht die Aufgabe darin, die Gefahr zu beseitigen.

»An diesem Ort wurden Generalbundesanwalt Siegfried Buback und zwei seiner Begleiter, Wolfgang Göbel und Georg Wurster, am 7. April 1977 ermordet.«
Generalbundesanwalt Kay Nehm

S06 = ___



Standort 7: Bundesverfassungsgericht, Schlossplatz
N 49° 00.751 E 008° 24.112
Es gibt universelle Gesetze in der Physik. Die gelten für alle. Gibt es eine Angemessenheit? Ist es möglich, für alle einen wünschbaren Zustand zu erreichen? Sich etwas geben, heißt es irgendwo nehmen. Ich wünsche mir, dass abends, wenn ich zu Bett gehe, jemand eine Geschichte erzählt und mir über den Kopf fährt. Aber sagen Sie das keinem, dann bin ich meinen guten Ruf hier los.
 
Gleich kann man nur sein im Sinne seiner Rechte, im Sinne seiner Mitwirkungsmöglichkeiten. Ungleich sind wir immer, was unsere Fähigkeiten angeht. Ungleich sind wir, was unsere Talente angeht. Auch was unser Schicksal angeht, sind wir ungleich. Also muss man Gleichheit begrenzen auf die Rechtsbeziehungen aller zueinander.

»Ich habe mit meinem Vorschlag »Bundesverfassungsgericht. Ostseite« Anregungen aufgegriffen, die bereits bei den Foren 1 und 2 eher beiläufig gemacht worden waren. Ich habe die hierbei geäußerten Gründe (höchstes deutsches Verfassungsgericht, Hüter der Verfassung und des Rechtsstaates, Exponent der »Residenz des Rechts« usw.) in meine Argumente übernommen und ergänzt mit dem Wunsch, dass das Bundesverfassungsgericht auch als Empfänger des »Geburtstagsgeschenks« Standort einer »Tafel« sein sollte. Ich habe dabei - erfolgreich - für die Ostseite des Gerichts plädiert, weil hier der Eingang für Richter, Mitarbeiter, Prozessbeteiligte, Medienvertreter und alle anderen Besucher des Gerichts liegt.«
Dr. Johannes Leclerque

S07 = ___



Standort 9: Bundesgerichtshof, Herrenstraße
N 49° 00.417 E 008° 23.821
Das Leben ist eine einsame Insel. Eine Straftat ist immer ein Hilfeschrei. Eine Gesellschaft, die nur mit der Straftat umgehen kann, darf sich nicht wundern, dass ihr verlorene, ungeliebte Söhne erwachsen. Hinwenden, zuhören und tolerieren gehört zu dem Gewinn, den wir erwirtschaften können. Eine Residenz des Rechts? Angstfrei werden, ist das nicht das Ziel Aller?
 
Wenn wir wirklich Freiheit wollen, müssen wir uns befreien von vielem, das uns einengt, das im Laufe der Jahre zugewachsen ist. Freiheit muss immer wieder neu gedacht werden. Ich glaube nicht, dass es einen statischen Begriff davon geben kann. Natürlich ist sie dort zu Ende, wo ich Nachbarn schädige, doch sie schafft immer wieder neue Spielräume.

»Neben dem Bundesverfassungsgericht und der Bundesanwaltschaft ist der Bundesgerichtshof eine weitere bedeutende Einrichtung der Rechtsprechung. Der für die Bevölkerung geöffnete Park des Bundesgerichtshofes bildet mit den Gebäuden des Bundesgerichtshofes, der ehemaligen Bundesanwaltschaft, der juristischen Bibliothek und des rechtsgeschichtlichen Museums einen Ort der Begegnung von Juristen und Bürgern.«
Johannes Goldschmit M.A.

S09 = ___



Standort 10: Ständehaus, Ständehausstraße
N 49° 00.534 E 008° 24.008
Unrecht ist alles, was der Gesellschaft schadet, was sie behindert. Was ich selbst Anderen antue: materieller Schaden ebenso wie seelische Grausamkeit oder körperliche Brutalität. Ein neues Unrecht, für das es noch keine Strafe gibt, ist die Vorverurteilung, die die Medien ausüben. Man ist auch immer ein Opfer, wenn man Täter ist.
 
Die Zeit der Rache ist vorbei. Ich denke, dass wir eine der liberalsten Strafprozessordnungen der Welt haben. Wir haben dafür gute Gründe, wenn man an unsere Vergangenheit denkt. Und irgendwo darf man stolz darauf sein. Ich verwahre mich nur dagegen, dass jetzt scheibchenweise gewisse Grundrechte beschnitten werden.

»Das Ständehaus markiert einen wichtigen Schritt zu einer demokratischen Entwicklung. Es war das erste Parlamentsgebäude (eröffnet 1822) auf deutschem Boden.«
Dr. Hans-Jürgen Vogt

S10 = ___



Standort 11: Marktplatz
N 49° 00.521 E 008° 24.207
Politiker können keine Entscheidungen mehr treffen. Das Verfassungsgericht wird zur Politik gezwungen. Recht und auch Demokratie sind der Deckmantel für Lobbies, die sich der Medien bedienen. Sich der Medien bedienen heißt, manipulieren. Die Öffentlichkeit hat keine Chance: die Wirklichkeit ist nicht sichtbar. Wie begreift sich die Gesellschaft heute?
 
Der Konsensualismus ist eine Form von Geisteskrankheit in der Gesellschaft der Vernünftigen, die heftigste Epidemien auslöst. Man trifft niemanden, der sich irren kann. Alle haben immer Recht. Und alle kaufen ihre Wahrheiten in denselben Warenhäusern, zitieren dieselben Autoren. Dieses in der Mitte Zusammenstreben hat wirklich etwas Beunruhigendes.

»Der Marktplatz ist der zentrale Platz der Stadt und durch das angrenzende Rathaus das politische Zentrum Karlsruhes. Die Bedeutung der Zentralität des Platzes und der im Rathaus gefassten Beschlüsse für die Stadt soll mit der Aufstellung eines Schildes unterstrichen werden. «
Johannes Kölmel

S11 = ___



Standort 13: Badisches Staatstheater, Theatergarten
N 49° 00.310 E 008° 24.239
Ich bin von hier, ich spreche kroatisch. Mein Kind ist deutsch und mein Mann ist Franzose. Wir sind alle Europäer. Ich würde lieber hier vor Gericht stehen als in Kroatien, weil ich hier die Gesetze kenne. Alles, was fremd ist, ist es auch deshalb, weil ich weniger weiß davon. Das Recht zu kennen, ist ein Teil der Identität. Ich kann mich hier verteidigen.
 
Wer einen Juden im Keller versteckt hatte und dann der Gestapo an der Haustür gegenüberstand, durfte der lügen? Kant hätte «nein» gesagt. Wir sagen zum Glück heute, dass die Rechte, die wir öffentlich befürworten können, das Lügenverbot - im Dritten Reich zum Beispiel - außer Kraft setzen dürfen. In diesem Falle muss man lügen oder sollte es tun.

»Das Theater ist seit jeher eine Stätte, an der gesellschaftliche Auseinandersetzungen mit künstlerischen Mitteln ausgetragen werden. Es steht für Toleranz, Kunst- und Meinungsfreiheit. Daran sollte ein Schild im Umfeld des Badischen Staatstheaters erinnern.«
Generalbundesanwalt Kay Nehm

S13 = ___



Standort 12: Werderplatz
N 49° 00.088 E 008° 24.411
Ich bin kein Mensch, der eingesperrt werden will. Wie vor dem Gesetz sollte auch vor dem Knast jeder gleich sein. Jeder Politiker, Machthaber, Würdenträger. Jeder Mensch. Nur so ist die Idee der Freiheitsstrafe verständlich und ertragbar. Wenn sich einer strafbar macht, der es besser weiß, schadet er durch sein Tun der ganzen Gesellschaft.
 
Als ich vor 35 Jahren als Richter anfing, gab es noch Zuchthaus, bestrafte man homosexuelle Praktiken, und Verkehrsverstoß war eine Straftat. Da ist sehr schnell eingesperrt worden. Wer einmal die Bewährung brach, hatte keine Chance. Die Gleichberechtigung war nicht durchgesetzt, geschieden wurde nach dem Verschuldensprinzip, entmündigt wurde auch noch.

»Der Werderplatz ist der zentrale Ort für Markt und Kommunikation in der Südstadt. Die Vielzahl ethnischer Herkünfte der Stadtteilbewohner spiegelt sich hier in interessanter Weise wider. Am Werderplatz spiegeln sich aber auch gesellschaftliche Phänomene aktueller Ausgrenzungsprozesse wider. Er ist ein Treffpunkt für jene Menschen, die sich durch die ungeschriebenen Gesetze unserer Leistungsgesellschaft am Rand des sozialen Spektrums wiederfinden - »Verlierer« - die hier zwischenmenschlichen Austausch und Solidarität suchen.«
Bruno Kurz

S12 = ___



Standort 15: Kleiner Kronenplatz, JUBEZ
N 49° 00.520 E 008° 24.542
Das Recht ist eine Abstraktion für die Spezialisten wie für die davon betroffenen Täter oder Opfer. Hinter dem Rechtsempfinden der Juristen vermisst man Empfinden. Wir haben ein wunderbares Grundgesetz. Es ist leider wehrlos gegen den Missbrauch durch die Juristen. Keiner hört mich, doch ich rufe. Der Staat lässt sich bezahlen, ich mache das gratis.
 
Unrecht ist und bleibt Unrecht. Das gestrige Unrecht war Staatsunrecht: Vergewaltigung von Menschenrecht, Vergewaltigung des Einzelnen. Wenn heute Unrecht geschieht, ist es isoliert, nicht auf allgemeiner Basis und schon gar nicht von Staats wegen gestützt. Das Bemühen um das Recht unter der Hoheit der Grundrechte ist heute vorhanden.

»1988 wurde im JUBEZ ein »Schwules Fest« veranstaltet. Die Tatsache, dass dieses Fest in einem städtischen Jugendzentrum stattfand, löste eine vehement geführte öffentliche Debatte aus. Namhafte politische Vertreter (Bundestagsabgeordneter, Oberbürgermeister, Vorsitzender der JU) sprachen sich aus Sorge um die Gefährdung von Kindern und Jugendlichen gegen eine derartige Veranstaltung in einem städtischen Jugendzentrum aus. Die öffentlichen Stellungnahmen gegen die Veranstaltung wurden von Homosexuellen vielfach als Diskriminierung empfunden.«
Claus Temps

S15 = ___



Standort 14: Ehemalige Synagoge, Kronenstraße
N 49° 00.585 E 008° 24.496
Mitleiden ist leiden: sich nicht entfernen. Solidarität ist etwas, das nicht zum Opfer macht. Geteiltes Leid ... man kann Leid durch zwei teilen, kann man es durch alle teilen? Leid ist eine Einzelhaft. Leid, Schuld und Trauer sind eins. In der Justiz gibt es keinen Platz für die Trauer. Das Recht ist der Entzug der eigenen Geschichte. Es bleibt nur die Geschichte, die keiner gehört haben will.
 
Es gibt im gesellschaftlichen Bereich wenig zu kämpfen. Die Fortschritte sind in der Tat erzielt im Laufe der Geschichte. Wir haben das Recht auf Freiheit in der Verfassung festgeschrieben, im Grundgesetz. Da gibt es nichts weiter zu kämpfen. Insofern ist der Kampf um die Freiheit ein tägliches Bemühen um die Beachtung des status quo.

»Die Synagoge in der Kronenstraße wurde in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 durch die Nationalsozialisten in Brand gesetzt und zerstört. Ein Schild an der heutigen Gedenkstätte soll an die Verfolgung der Juden in Karlsruhe erinnern.«
Dr. Franz Littmann

S14 = ___



Standort 16: Universität Karlsruhe
N 49° 00.629 E 008° 24.851
Recht, viele schmücken sich mit deinem Namen. Wer dich kennt, dem ist auch das Unrecht nicht fremd. Und wer das Unrecht kennt, dem brennt sich das Recht ein wie Feuer. Das Leid, das ich selbst erlebe, ist der einzige Ort, den ich nicht verlassen kann. Richten heißt Unrecht begreifen. Wem die Zeit dazu fehlt, der schmückt sich mit fremden Federn. Auch wenn er Richter ist.
 
Wie haben sich meine Eltern verhalten, warum haben sie sich so verhalten? Auch meine Eltern wollten mit mir darüber nicht reden. In den letzten Jahren ist auch die Bundesrepublik in - wenn auch nicht vergleichbare - Schwierigkeiten gekommen. Und da habe ich mir die Frage gestellt - ich bin ja mit vielem nicht einverstanden, was hier passiert -, wie würdest du dich verhalten?

»Die Universität Karlsruhe steht - stellvertretend auch für die anderen Hochschulen in Karlsruhe - für die Freiheit der Forschung und Lehre. «
Dr. Hans-Jürgen Vogt

S16 = ___



Standort 18: LASt – Landesaufnahmestelle für Flüchtlinge, Durlacher Allee
N 49° 00.291 E 008° 26.265
Der Anfang vom Verhältnis zur Justiz ist die eigene Betroffenheit. Wer es mit dem Recht zu tun bekommt, sollte eine gute Konstitution und einen guten Anwalt haben. Wer das Recht braucht und nicht zahlen kann, ist verloren. Es geht oft um die Existenz, und die hängt plötzlich an einem dünnen Faden. Oft fragt man: was hat sich der Richter dabei gedacht?
 
Das Ausmaß an Toleranz ist größer geworden. Vieles war früher Tabu, was heute im täglichen Leben zu sehen ist. Ich bin selbst gespalten, wenn ich auf der Straße vermummte Frauen sehe. Aber ich mache mir keine Gedanken, wenn eine katholische Nonne an mir vorübergeht. Die Haube der einen und das Kopftuch der anderen, wo ist der Unterschied?

»Passanten der Durlacher Allee erleben im Bereich der LASt an der Straße immer wieder eine Vielzahl von Menschen aus anderen Ländern, die als Asylsuchende nach Deutschland gekommen sind. Die LASt ist ein Ort der Reflexion über Rechtsansprüche von Menschen, die aus politischen, wirtschaftlichen oder persönlichen Gründen nach Deutschland kommen und hier leben wollen.«
Bernadette Hörder

S18 = ___



Standort 17: Hauptfriedhof, Haid-und-Neu-Straße
N 49° 00.971 E 008° 25.857
Ich wollte nicht mehr leben. Ich konnte nur noch an mich selbst denken. Meine Freundin hatte Krebs, doch der hat sie nicht getötet. Ich habe sie getötet. Ich werde bald zum ersten Mal am Grab stehen. Ich wollte das Grab bezahlen, es war nicht möglich. Der Sohn hat mir ausrichten lassen, er hasst mich nicht. Ich würde ihm gerne sagen, wie dankbar ich bin.
 
Schicksal ist kein einklagbarer Rechtsverlust. Die Rechtsordnung regelt nur einen Lebensausschnitt. Der Mensch kann nicht vom Recht alles erwarten. Wir haben nicht den totalen Staat oder die totale Herrschaft des Rechts. Es gibt rechtsfreie Räume, mit denen der Bürger oder in denen er zurecht kommen muss, ohne das Recht.

»Friedhöfe sind Orte der Ruhe, des Nachdenkens, der Erinnerung und des Abschiednehmens. Irdisches Recht und seine Anwendung endet hier. Ist dem verstorbenen Menschen in seinem Leben Gerechtigkeit widerfahren? Ist er anderen und ist man ihm gerecht geworden?«
Dr. Harald Ringler

S17 = ___



Bildausschnitte und zugehörige Zahlenwerte:

Bild 1 ___ = 8
Bild 2 ___ = 13
Bild 3 ___ = 14
Bild 4 ___ = 16
Bild 5 ___ = 2
Bild 6 ___ = 17
Bild 7 ___ = 15
Bild 8 ___ = 3
Bild 9 ___ = 10
Bild 10 ___ = 6
Bild 11 ___ = 4
Bild 12 ___ = 5
Bild 13 ___ = 12
Bild 14 ___ = 19
Bild 15 ___ = 1
Bild 16 ___ = 9
Bild 17 ___ = 7
Bild 18 ___ = 11
Bild 19 ___ = 18


Fehlende Standorte:

Das Projekt besteht neben dem zentralen Platz der Grundrechte aus 24 dezentralen Standorten, aber nur an 20 Standorten findet man für diesen Cache relevante Informationen. Der Vollständigkeit halber werden die fehlenden Stationen hier trotzdem aufgeführt.


Standort 1: Rheinhafen / nördliche Rheinuferpromenade
N 49° 01.012 E 008° 18.184
Die Gerechtigkeit, so wie ich sie empfinde, wird nicht von Allen geteilt. Was das Recht ist, kann nicht unabhängig davon sein, was ich empfinde. Es gibt viele Mittel, um demokratische Rechte zu verzögern oder zu verheimlichen. Das sage ich, davon ausgehend, dass ich im Rechtsstaat lebe und das eigene Recht nicht das Recht sein kann.
 
Es kann nicht sein, dass wir uns Regeln ausdenken, die zwar vorhersehbar sind, aber vielen Menschen gegen den Strich gehen. Auf der einen Seite müssen wir mit der Komplexität der Welt fertig werden, zum anderen können wir aber im Einzelfall in unserer täglichen Umgebung nur mit Rechtsregeln umgehen, die eine bestimmte Simplizität haben.

»Das Recht entwickelt sich fließend wie die Wellen des Rheins über Grenzen hinweg in der ganzen Welt bis zum Durchbruch der Menschenrechte. Es ist nicht statisch, nicht an einen Ort gebunden und trägt die Hoffnung in sich, dass seine Entwicklung noch viele Grenzen, wie die früher blutige Grenze des Rheins zwischen Deutschland und Frankreich, überwinden hilft. «
Horst Schmidt



Standort 19: Europäische Schule, Albert-Schweitzer-Straße
N 49° 02.736 E 008° 26.801
In der Schule erfährt man wenig vom Recht. Danach ersetzen die Medien die Schule, und das Recht wird zum Unrecht Anderer: Sexualverbrechen, Morde füllen die Presse. In Deutschland ist der Besitz von Haschisch strafbar. Wem habe ich geschadet ? Ich bin nicht süchtig, ich bin kein Dealer. Ich zahle für die Ängste der Anderen.
 
Im Prinzip müsste die Zivilgesellschaft frei von Unrecht sein. Unrecht ist keine menschliche Eigenschaft per se, sondern ein Umstand, in den wir hineingeboren werden mit der Sehnsucht, sich und andere davon zu befreien. Erst die wechselseitige Zuschreibung von Anrecht auf Recht ermöglicht allgemeines Recht. Ihrem Wesen nach sehnt sich die Gesellschaft nach dem Recht.

»Die Europäische Schule steht für das Zusammenleben junger Menschen aus vielen unterschiedlichen Ländern. Sie liegt an der Albert-Schweitzer-Straße und der Bertha-von-Suttner-Straße. Beide Persönlichkeiten wurden mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet (Suttner 1905, Schweitzer 1952) und haben mit ihrem Wirken für den Frieden die Rechtsvorstellungen von Schülergenerationen geprägt.«
Tom Hoyem



Standort 20: Hardtwald
N 49° 01.910 E 008° 24.892
Ich wäre oft gerne ein anderer Mensch, obwohl ich mit mir zurecht komme. Es muss Rechte geben, aber wo ist das Recht? Wir sind alle ungerecht in den Augen des Rechts. Ich träume viel, tags und auch nachts. Ich träume von Schönerem als von meinem Leben. Wer trauert, der kann nicht träumen. Nur meine Träume hat man mir gelassen.
 
Niederlagen will man und darf man so wenig wie möglich erleben. Ich war schon einmal auf der Seite und muss sagen, es hat mich stärker gemacht. Ich wusste, das möchte ich nicht mehr erleben, dafür werde ich alles tun. Ein Schlüsselerlebnis, das mir gut tat, auch wenn ich es zuerst nicht eingesehen habe. Was ich als ungerecht empfand, hat mich stark gemacht.

»Der Wald ist ein Ort der Ruhe und der Erholung. Die Aufstellung eines Schildes an einem solchen Un-Ort ermöglicht eine zufällige und nicht erwartete Begegnung mit Kunst. Der Wald gibt den Raum, über das Schild und seinen Inhalt nachzudenken. Das Kunstwerk soll durch den irritierenden Standort die Aufmerksamkeit des Spaziergängers, Joggers, Wanderers oder Radfahrers auf sich ziehen, der Wald durch seine Abgeschiedenheit jedem Einzelnen die persönliche Auseinandersetzung mit der Bedeutung der Grundrechte anbieten, die in der belebten Umgebung des Stadtgebietes so nicht möglich wäre. Daher spreche ich mich für eine abgelegenere Wegkreuzung im Hardtwald als Standort für ein Schild aus.«
Felix Fischborn



Standort 22: Hauptbahnhof, Südeingang
N 48° 59.547 E 008° 24.092
Vor dem Gericht hat man nicht das Gefühl, dass es Gerechtigkeit gibt. Es geht um Fakten, und das Warum und Wozu kommt nicht vor. Es sind alles Schnellverfahren. Die eigenen Argumente zählen nicht, und das ist die eigentliche Verurteilung. Sie sind nicht mehr hörbar. Sie müssen lügen. Es ist eine fremde Welt, die Welt der Schuldlosen.
 
Ich glaube, wir haben erkannt, dass es sinnvoll ist, sich, wo es eben geht, zu einigen und nicht alles bis zum Letzten auszufechten. Die Mediation spart Vieles: Zeit, Geld und Gesundheit. Es ist sehr wichtig, eine Entscheidung zu suchen und zu finden, die es allen Beteiligten erlaubt, das Gesicht zu wahren und nicht lebenslang verletzt und verfeindet zu sein.

»Am Hauptbahnhof-Süd kommen sehr viele Busreisende, insbesondere aus östlichen und südlichen Ländern in Karlsruhe an, für die der Hinweis auf unsere Grundrechte interessant und bedeutsam sein kann und wo der Hinweis gesehen und gelesen wird. In der Nähe befindet sich die Zivildienstschule, an der junge Männer unterrichtet werden, die von ihrem Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung Gebrauch gemacht haben. Im Dritten Reich war der Hauptbahnhof auch Ort des Unrechts. Es fanden hier u.a. Deportationen jüdischer Mitbürger statt.«
Rolf Vogelsberg

S22 = 20



Standort 24: Durlach, Saumarkt
N 48° 59.928 E 008° 28.247
Das Recht passt sich dem Leben an. Oft folgen die Gesetze der Rechtsprechung. Was heute als rechtens empfunden wird, können unsere Kinder als Unrecht begreifen. Die Menschen verändern sich, vor allem aber ändert sich das Rechtsbewusstsein. Es gibt sechzehn Bundesverfassungsrichter, damit nicht nur Mehrheiten möglich sind. Das Recht ist relativ.
 
Das Recht kann aus Übermut verletzt werden oder deshalb, weil der Einzelne sich von der Gesellschaft nicht verstanden fühlt. Die Motivation des Einzelnen ist sehr unterschiedlich. Manchmal geschieht es aus einer tiefen Kränkung heraus oder aus Unverstand. Manchmal ist es auch allein der Wunsch oder der Wille, die Gesetze zu übertreten.

»Frauen aus Durlach forderten 1848/49 die Gleichberechtigung; Arbeiter demonstrierten 1922 für die Republik; 1933 blieb entschiedene Abwehr des NS-Unrechtssystems auch hier aus; Jugendliche im Basler-Tor-Turm verlangten 1968/69 mehr Demokratie. Freiheit, Menschenwürde und Recht gilt es immer neu zu denken und zu schützen.«
Dr. Manfred Koch



Quellen:

Jochen Gerz "Platz der Grundrechte: ein Autorenprojekt", ISBN 3-938821-30-2, März 2006
http://www.karlsruhe.de/kultur/kulturprojekte/mitrechtkarlsruhe/platzdergrundrechte/dezentraleorte.de
http://ka.stadtwiki.net/Platz_der_Grundrechte
http://de.wikipedia.org/wiki/Jochen_Gerz

Additional Hints (Decrypt)

Qre Pnpur orsvaqrg fvpu vz Uneqgjnyq. Dhrefhzzr qre Abeqxbbeqvangr orgeätg 26, qvr Dhrefhzzr qre Bfgxbbeqvangr orgeätg 35.

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)