Lambach-Pumpen versorgten zwischen 1890 und 1980 große
Teile der ländlichen Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser
und bedeuteten einen großen Schritt zu dem, was wir in
unserer Zeit als selbstverständichen Teil unserer
Lebensqualität betrachten. Die imposanten Maschinen sind heute
gefragte Ausstellungsstücke als beispiel für
intelligente, langlebige und umweltfreundliche Technik.
Lambach Pumpen erreichten einen hohen Wirkungsgrad. Schon ein
kleiner Bach genügte, um sie anzutreiben und einen Teil
seines
Wassers, oder aber z.B. Wasser aus einem Trinkwasserbrunnen
zu
fördern. Im Gegensatz zu den anderen durch Wasserkraft
angetriebenen Pumpen wie z.B. den Wasserwiddern mußten bei
Lambach-Pumpen Trieb- und Nutzwasser nicht identisch sein, je
nach
Bedarf liefen sie in getrennten Kreisläufen, und man konnte
zum Trinken ungeeignetes Wasser aus einem Bach oder Fluß als
Triebwasser verwenden und sauberes Trinkwasser aus einem
Brunnen
oder einer Quelle fördern. Genauso konnte man aber die Pumpe
auch mit dem Trinkwasser selbst betreiben und das ablaufende
Triebwasser weiterhin als Trinkwasser verwenden, da es nicht
verunreinigt wurde.
Insgesamt waren weit über 300 Lambach-Pumpen gebaut und
installiert worden. Sie waren außerordentlich robust und
langlebig. Sie liefen über Jahrzehnte höchst
zuverlässig bei sehr geringem Wartungsaufwand und waren fast
alle bis in die 1970er Jahre im Einsatz, viele noch länger.
Erst, als die überwiegend von Trinkwassertalsperren und aus
Uferfiltrat gespeisten Verbundnetze entstanden, wurden sie nach
und
nach stillgelegt.
Es gab 3 Baureihen:
Die einfach wirkende, stehende Pumpe Typ E280 bis etwa 1911, danach
die Typen E300 und E400
Die doppelt wirkende, stehende Pumpe Typ D280 bis etwa 1911, danach
Typ D500
Die liegende, doppelt wirkende Pumpe Typ L380.
Die hohe Dauerleistung, die niedrigen Betriebs- und
Nebenkosten,
die Zuverlässigkeit und die lange Lebensdauer rechtfertigten
den hohen Anschaffungspreis, der etwa dem eines einfachen
Wohnhauses entsprach. Die jährlichen Unterhaltungskosten,
bestehend aus dem Entlohn des Pumpenmeisters und den Kosten
für Schmierfett, Öl und Dichtungsmaterial wurden von
Lambach angegeben mit 50 bis 80 Reichsmark, lagen aber häufig
noch weit darunter.
Man ging allgemein von einem Wasserbedarf von 50 l pro Person
aus,
für Großvieh ebenfalls 50 l, für Kleinvieh 25 l.
Das war schon recht großzügig. In der Zeit vor dem
Einsatz von Trinkwasserpumpen hätte das bedeutet, pro Person
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Zinkeimer täglich vom Brunnen oder von der Quelle zu holen,
die möglicherweise einen langen Fußmarsch entfernt
waren. Deshalb benutzte man Trinkwasser wirklich nur zum
Trinken,
und verwendete zum Waschen und für das Vieh, häufig sogar
zum Kochen und Backen, Wasser aus einem nahe gelegenen Bach oder
Fluß. Die Möglichkeit, Regenwasser aufzufangen, gab es
kaum, weil die Häuser allgemein strohgedeckt waren und keine
Dachrinnen besaßen.
Wo Lambach-Pumpen noch vorhanden sind, werden sie heute
gehegt
und gepflegt als wertvolle Zeugnisse aus der Vergangenheit,
und
wenn es irgendwie möglich ist, zu Vorführzwecken in
Betrieb genommen. Sie stehen in Museen, als technische
Denkmäler auf Dorfplätzen und in Parkanlagen oder auch
noch an ihren angestammten Plätzen in Pumpenhäusern. Und
immer mehr Menschen interessieren sich für sie.