Zum Ende des textes
Ein kurzer Zeitspiegel der letzten 150 Jahre
Historischer Teil:
Anlässlich der Gründung des Klosters Kremsmünster übergab
der Bayerherzog Tassilo III.
seiner Stiftung auch einen Besitz mit der Familie eines hörigen
Slawen in Grunzwita. Dies
geht aus einer Urkunde aus dem Jahre 777 hervor. Gemeint ist damit
das heutige Grünz
mit seiner näheren Umgebung.
Herzog Tassilo wurde 788 des Hochverrats beschuldigt und damit
verlor das Kloster
Kremsmünster auch wieder die Besitzungen, die ihm von diesem
verliehen worden waren,
darunter auch Grunzwita.
Nach einer Urkunde 828 erhält das Stift Kremsmünster ein Gebiet im
Südosten des
Grunzwitigaues bestätigt, das bis jetzt Hörige des Klosters gegen
Zins an den Grafen
innehatten. Ab sofort waren alle öffentlichen Abgaben, die die
Hörigen des Klosters in dem
umschriebenen Gebiet bisher dem zuständigen Grafen leisteten, voll
und ganz dem Kloster zu
entrichten, ausgenommen davon sind nur die Eigengüter von freien
Slawen.
Wichtig ist, dass von Kremsmünster aus auf diesem Gebiet eine
Kirche und eine Reihe von
anderen Gebäuden errichtet wurden.
Mit der Kirche war mit Sicherheit die Kirche von Neidling gemeint,
die St.Peter und Paul
zum Patrozinium hat, was auf Kremsmünster hinweist.
Der Besitz im südlichen Teil des Grunzwitigaues ging bis auf
geringe Reste in den Wirren des
Unterganges der karolingischen Mark zugrunde. Das Bistum Passau und
weltliche Herren
dominieren hier in der Folgezeit.
Teile der Gemeinde gingen in den Besitz des Klosters Herrieden 831
über (ging über
das Kloster Eichstätt in das Kloster Melk über), andere in
Salzburger Besitz.
885 bestätigt Kaiser Karl III, der Dicke seinem Getreuen Witigowo,
dass er diesem schon
früher ein königliches Besitztum zu eigen geschenkt habe, nämlich
den Hof Grundzwita mit
15 Mansen (=250 ha), allem Zubehör, Häusern, Hörigen, Äckern,
Wiesen, Weingärten und
die volle Verfügungsgewalt darüber.
Die für die Gemeinde aber entscheidende Urkunde stammt aus dem
Jahre 888. In
diesem Jahr verleiht König Arnolf seinem Ministerialen Heimo, dem
Sohn des
Witigowo, auf dessen Eigengut in Grunzwiti, wo der Grenzgraf Aribo
vorsteht und mit
dessen Zustimmung Gerechtigkeiten, so zwar, dass weder der Graf
noch irgendein
öffentlicher Richter oder eine Gerichtsperson gegen Heimos
Besitzungen und Leute
irgendeine Rechtshandlung vornehmen dürfen, sondern Heimo und
seinen Nachfolgern diese
Gerechtsame in Zukunft zustehen sollen. Dies aber unter der
Bedingung, dass Heimos Leute
Zusammen mit dem Grenzgrafen, und zwar wo dieser es auswählt, einen
festen Wehrbau
errichten, und wenn es notwendig würde, zur eigenen und ihrer Habe
Verteidigung dort eine
Zufluchtsstätte und Wachstation anzulegen zum Schutz und zur freien
Umsicht gegenüber Angriffen von Feinden.
Diese Urkunde, ausgefertigt zwischen dem 16. Mai und dem 13. Juni
888, liegt im
Original im alten Salzburger Archivbestand im Haus-, Hof- und
Staatsarchiv in Wien.
Funde aus der Jungsteinzeit (5000 - 1800 v. Chr.) beweisen, dass
das Gebiet schon sehr früh besiedelt war.
In Obritzberg wurden 195 5 und 1956 zwei spätjungsteinzeitliche
Siedlungsgruben freigelegt.
Man fand größere und kleinere Gefäße, Tierknochen, ein Bruchstück
einer Tonfigur und
zahlreiche Steine. Nach Angabe der Arbeiter wurden bisher 20-30
solcher Siedlungsgruben
durch den Sandabbau zerstört. Unweit davon, beim Haus Obritzberg
Nr. 16, wurden bei
Grabarbeiten für einen Silobau ebenfalls eine
spätjungsteinzeitliche Siedlungsgrube zerstört,
an deren Basis zwei anscheinen beigabenlose Körperbestattungen
lagen. Erhalten sind geringe
Reste der Skelette und zwei Tonscherben.
1960 wurden auf den Äckern südlich des Kirchenhügels von Obritzberg
und auf dem Friedhof
innerhalb der Umwallung der alten abgekommenen Burg Tonscherben
einer Höhensiedlung
gefunden, die zum Großteil spätjungsteinzeitlich, zum Teil schon
frühbronzezeitlich einzustufen sind.
Seit der Erweiterung des Friedhofes wurden wiederholt Tonscherben
und Tierknochen
gefunden. Die Tonscherben reichen altersmäßig von der Jungsteinzeit
über die Bronzezeit,
Hallstattzeit und Latenezeit bis in die frühe Neuzeit.
1984 wurde auf dem Kirchenhügel ein gut erhaltenes Steinbeil aus
Granatamphibolit
gefunden, das als jungsteinzeitlich eingestuft wurde.
Auch in anderen Orten wurden verschiedene Gegenstände gefunden, in
Fugging befand sich ein hallstattzeitliches Gräberfeld.
Funde aus der Römerzeit im Bereich der Orte Eitzendorf, Grünz und
Obritzberg lässt darauf
schließen, dass das Gemeindegebiet in unmittelbarer Nähe wichtiger
Verbindungsstraßen
zwischen den militärischen Stützpunkten Mautern, Traismauer,
St.Pölten und Melk lag.
Es ist auch anzunehmen, dass in der Zeit der Völkerwanderung
verschiedene Stämme durch
das Gemeindegebiet zogen bzw. kurzzeitig
besiedelten.
Ein kurzer Zeitspiegel der letzten
150 Jahre:
1833 brannte das Dorf Obritzberg
nieder.
1856 - 1860 erfolgte der Bau der Volksschule in
Obritzberg
1869 - 1879 war eine landwirtschaftliche
Fortbildungsschule in der Volksschule Obritzberg
eingerichtet.
1880 Beginn der technischen Vorarbeiten für eine
Lokalbahn von St.Pölten durch das Fladnitztal über Kleinhain,
Statzendorf, Paudorf bis Krems.
1881 Gründung der FF Hain
1881 Bau der Bezirsstraße Herzogenburg - Fugging -
Noppendorf - Grünz.
1883 Mit Bescheid des Landtages vom 29.Mai 1883
wird die Trennung der Ortsgemeinde Obritzberg in die Gemeinden
Obritzberg und Kleinrust mit 1. Jänner 1884 bewilligt.
1886 Volksschulneubau in Großrust wird
genehmigt.
1889 Eröffnung der Bahnlinie Krems-Herzogenburg,
die Bahnlinie fuhrt allerdings nicht durch das Fladnitztal.
1892 Gründung der FF Obritzberg
1894 Grundsteinlegung der Fugginger Kapelle,
bereits im Oktober ist sie fertiggestellt .
1896 Volksschule in Großrust wird aufgestockt. 11.
Oktober: Gründung der Raiffeisenkasse in Kleinrust, Pfarrkirche und
Pfarrhof in Obritzberg werden renoviert.
1897 Gründung der Raiffeisenkasse Obritzberg
1898 Gründung der FF Großrust und Kleinrust
22.11.1899 Errichtung des Postamtes
Obritzberg
Die Gemeinden Obritzberg u. Kleinrust sind zuständig zum
Gendarmerieposten Oberwölbling, die Gemeinde Hain zum
Gendarmerieposten Herzogenburg.
18.08.1900 gab es in Untermerking ein seltsames
Naturereignis. Gegen 13 Uhr wirbelt ein
heftiger Sturm die braune Ackererde vom Felde des Johann Schmidl
hoch
gegen den Himmel als eine spitze Zunge empor und bewegt sich über
die
Scheune des Johann Bandion in Untermerking, die er abdeckt. Dann
fegt er
durch die Gärten gegen Südosten. Gar jämmerlich sieht es danach in
diesen
Gärten aus, eine Menge schöner Obstbäume waren vernichtet
worden.
Unterdessen ging in Großrust nicht der leiseste Wind. In diesem
Moment sah
es in Untermerking aus, als ob der Ort in Flammen stünde.
1900 Von den Bewohnern Fuggings wird das Milchhaus
errichtet.Gründung der Raiffeisenkasse Hain.
1904 Bezirksfeuerwehrtag in Obritzberg
Der Gemeinderat beschließt die Bachregulierung von Schweinern.
Die
Ortsbewohner müssen die halben Kosten übernehmen.
1908 die beiden Ortsgemeinden Obritzberg und
Kleinrust errichten eine Sanitätsgruppe.
1917 Ein zehnjähriger Schüler treibt als
Brandstifter in der Gemeinde Hain sein Unwesen.
1918 Weihe einer neuen Glocke in Obritzberg
1920 Das neu errichtete Kriegerdenkmal in
Kleinhain wird eingeweiht.
Beschluss über die Herausgabe eines Notgeldes zu 10,20, 50 und 80
Heller im
Wert von 40.000 Kronen.
14. 08.1921 Einweihung des Kriegerdenkmales in
Obritzberg.
1924 Weihe der drei neuen Glocken für die
Pfarrkirche Obritzberg.
1926 Volksschulzubau Obritzberg
1927 Gründung der FF Schweinern
Ab Oktober verkehrt mehrmals täglich der Postbus von St.Pölten über
Großrust