Das
Ulmersgrab


Dieser Tradi führt dich zu
einem relativ unbekannten und dennoch historisch wichtigen Ort in
der Nähe des Nemmersdorfer Friedhofs. Es versteht sich natürlich
von selbst, dass am Grab die Ruhe des Pfarrers nicht gestört
wird.
Kurzer geschichtlicher
Hintergrund:
Am Pfarrberg , dem
sogenannten Wachthügel, auch die "Wacht" genannt, liegt 90 Schritte
vom Friedhof entfernt, inmitten der Pfarräcker, ein einsames Grab.
Im Volksmund heißt es das "Ulmersgrab". Eine einfache weiße
Mamorplatte, 1,50m lang und 0,90m breit, bedeckt die ausgemauerte
Gruft. Die Inschrift ist stark verwittert, eine Erneuerung wäre
notwendig. Wer ist's, der hier, abseits von der Gemeinde, seine
letzte Ruhe gefunden hat?
Johann Christoph Ulmer, ein Pfarrerssohn aus Döhlau (bei Hof), geb.
am 27.März 1747, war Diakonus und Stiftsprediger in St. Georgen bei
Bayreuth und kam, 40-jährig, zu Beginn des Jahres 1787 als Pfarrer
nach Nemmersdorf. Nach 39-jähriger Amtsführung starb er am 10.März
1827. Die Gruft in dem kleinen Birkenwäldchen nahe des Friedhofs
hatte er schon zu Lebzeiten errichten lassen.
Die lateinische Grabinschrift sagt uns zu deutsch:

Gerade der letzte Satz hat
dabei lange Zeit dazu geführt, dass sich niemand getraut hat die
Grabstätte zu pflegen. Man erzählt sich, der Fluch würde auf dem
lasten, der die Ruhe stört. Da der Satz allerdings nicht als
Drohung zu verstehen ist sondern vielmehr eine Bitte darstellt,
wurde das Grab schließlich gebührend hergerichtet. Hier hat der
langjährige Pfarrer aus Nemmersdorf Herr Fellner einen wichtigen
Beitrag geleistet.
Zur Begründung des abgelegenen Ortes gibt es grundsätzlich zwei
Erklärungen:
Zum einen erzählt man, dass Ulmer mit seinen "Schäfchen" viel im
Streit gelegen habe und deshalb nicht, wie sein Vorgänger, inmitten
seiner Pfarrgemeinde ruhen wollte. Andere meinen, es sei wegen
seines Sohnes Dr. Friedrich Ulmer gewesen, dessen Verlobung mit der
schönen Witwe von Reitzenstein (Schlossherrin zu Nemmersdorf), er
nicht billigte. Dies erscheint mir wesentlich einleuchtender. Wenn
es schon um eine schöne Frau geht.
Wer sich mehr für diese
Geschichte interessiert, dem empfehle ich das Buch:
"Beiträge zur Ortsgeschichte eines
Dorfes im Fichtelgebirge", herausgegeben von Pfarrer G. Fellner,
Bayreuth 1999, Bumerang-Verl.
So und jetzt viel Spaß beim
Suchen und Finden!