St. Veiter
Wiesenmarkt
Der St. Veiter Wiesenmarkt (früher: Michaelimarkt)
in Sankt Veit an der Glan ist ein traditionell stattfindendes
Volksfest. Im Lauf von sechs Jahrhunderten – 2009 wurde der
648. Wiesenmarkt veranstaltet – hat sich die St. Veiter
„Wies´n“ zum größten Volksfest in Kärnten
entwickelt.
Dauer und
Ablauf
Die sogenannte „Freyung“ wird schon 14 Tage vorher
auf dem St. Veiter Hauptplatz aufgestellt.
Der Wiesenmarkt beginnt am letzten Samstag im September mit
einem Festzug durch die Stadt, der rund 1400 aktive Teilnehmer
zählt. An dem Eröffnungsumzug beteiligen sich alle Kultur- und
Traditionsvereine der Stadt und der engeren und weiteren Umgebung.
Anschließend wird die Marktordnung durch den „Herold“
verlesen, die Marktfreyung aufgestellt und das zehntägige Fest
durch den Fassanstich offiziell eröffnet.
Der Wiesenmarkt hat bis nach dem Zweiten Weltkrieg 17 Tage
gedauert und war dreiteilig. Er begann mit dem "Vormarkt",
baute sich zum "Hauptmarkt" am zweiten Wochenende auf und
schloss am dritten Montag mit dem sogenannten "Nachmarkt".
Nach dem Zweiten Weltkrieg sank die Kaufkraft der Bevölkerung, das
Auto war noch eine Rarität, die Eisenbahn fuhr nur tagsüber und so
kamen an den Wochentagen und vor allem an den Abenden nur wenige
Besucher auf die Wies´n. Heute beginnt der Markt am letzten Samstag
im September und dauert 10 Tage.
Der
Wiesenmarkt heute
Während durch die Jahrhunderte der Marktcharakter stets
bedeutend war - oft wechselten tausende Pferde und Rinder ihre
Besitzer - mutierte "die Wies´n" in den letzten Jahren und
Jahrzehnten immer stärker zu einem Volksfest mit unterhaltendem
Charakter. Trotzdem prägen an den beiden Wochenenden immer noch
hunderte Fieranten und
Marktschreier das Geschehen. Krämermärkte, Viehmärkte,
Antiquitäten- und Flohmärkte, exklusive Auto- und
Landwirtschaftsschauen sowie eine Kleintierschau und
Wirtschaftsausstellungen säumen das Wiesenmarktgelände.
Die Dimensionen am Beispiel des 645. Wiesenmarktes (2006): Der
Vergnügungspark besteht aus 40 modernen Vergnügungsgeräten und
Fahrgeschäften mit Kinderstraße. Drei große Festhallen mit Tanz-,
Show- und Musikeinlagen sorgen für Kurzweil. In 22
Wiesenmarkt-Gaststätten mit traditionellen und internationalen
Speisen und 21 Getränkestände, Imbiss und Wursthütten kann man sich
laben. 15 Verkaufsstände bieten Lebkuchenherzen, Kokosbusserln, Maroni und Spielwaren an.
Zusätzlich kommen hunderte Fieranten zu den Krämermärkten,
Pferdemärkten, Antiquitäten- und Flohmärkten.
Tendenzen
Seit dem Jahr 2000 wird auch auf rund 1700 Quadratmetern durch
den Verein „Schaubude“ versucht, alte Strukturen neu zu
beleben. Der Verein setzt verstärkte Traditionsakzente:
Traditionellerweise wird wieder auf Sandkegelbahnen gekegelt. Der
Verein „Schaubude“ betreibt die
Wiesenmarkt-Kegelbahnen. „Wiesenmarkt Highland Games“
werden veranstaltet, Kunst- und Handwerkstätten belebt, eine
Backstube eingerichtet und Kasperl- und Märchentheater und ein
Streichelzoo für Kinder angeboten.
Wirtschaftliche und
soziokulturelle Bedeutung
Das Fest ist für die Stadt auch von großer wirtschaftlicher
Bedeutung: Während der Festtage werden bis zu 500.000 Besucher aus
Kärnten, den angrenzenden Bundesländern, aber auch aus den
Nachbarstaaten Slowenien und Italien gezählt und ein jährlicher
Gesamtumsatz von bis zu 20 Millionen Euro erzielt. Neben einem für
Volksfeste obligatorischen Vergnügungspark sorgen in Festzelten
Musikgruppen sowie Tanz- und Showprogramme für Unterhaltung, in
denen seinerzeit auch Udo Jürgens oder die Roletts (tituliert als die Kärntner Beatles) erste Erfolge feierten.
Mehr als 10.000 Zuschauer – so viele wie noch nie zuvor
– säumten 2006 die Straßen der Stadt beim großen Festumzug
mit 1600 Teilnehmern anlässlich der Eröffnung zum 645.
Wiesenmarkt.
2007 waren 278 Fieranten auf 50.000 m² Marktfläche präsent.
2.000 Menschen wurden von den Fieranten beschäftigt. 12 m² maß die
kleinste Halle, 900 m² mit 1500 Sitzplätzen bot die größte Halle
Platz. Rund 1.500.000 Watt Strom war der Anschlusswert des Marktes.
Das entspricht dem Anschlusswert der Stadt Friesach. Die
Besucherzahlen und der Umsatz blieben gegenüber 2006 konstant auf
demselben Niveau.
- Weitere Zahlen für die Statistik
150.000 Liter Bier wurden 2007 ausgeschenkt, 20.000 Hühner
(Hendln) und 50.000 Würste wurden verspeist.
Infrastruktur
Exekutive, Feuerwehr und Rotes Kreuz sind am Markt permanent
anwesend. Es gibt eine eigene Notstromversorgung. Um den
Brandschutz sicherzustellen, ist die Feuerwehr St. Veit/Glan mit
einem Tanklöschfahrzeug und zwei Mann am Marktgelände. Im Bereich
des Vergnügungsparks sind bei jedem Hydranten Schlauchmaterial und
Strahlrohre deponiert. Im Falle von starken Regenfällen treten
Pumparbeiten in den Vordergrund. Auch das Verbot von gasbetriebenen
Heizpilzen in Zelten und Hütten wird genau kontrolliert, da durch
diese bei unzureichender Belüftung ein Sauerstoffmangel entstehen
kann.
Das Rote Kreuz hat neben einem Ambulanzcontainer, der über eine
komplette Notfallmedizinische Ausstattung verfügt, auch noch ein
Zelt mit fünf Betreuungsplätzen aufgebaut und ist direkt am
Markteingang in der Marktstraße eine gut erkennbare Anlaufstelle
für Hilfesuchende. Zwei Rettungstransportwagen stehen an taktischen
Punkten bereit und Fußtrupps, ausgestattet mit
First-Responder-Rucksäcken, patrouillieren ständig durch das
Marktgelände, um eine schnelle Versorgung sicherstellen zu können.
An Wochenenden werden die Sanitäter auch noch von einem
Einsatzleiter und einem Notarzt unterstützt.
Trivia
- Nach 39 Jahren kehrten die Roletts, die Band rund um Sänger
Dieter Themel und Freddy Bein, zum 645. Wiesenmarkt heim auf den
St. Veiter Wiesenmarkt. In den späten 1960er-Jahren waren sie zum
letzten Mal hier aufgetreten.
- Der 635. St. Veiter Wiesenmarkt fand ohne die Sandkegelbahnen
statt. Der traditionelle Zeitvertreib wurde vom Marktgelände
verbannt. Die ehemaligen Kegler gingen mit schwarzen Armbinden auf
den Wiesenmarkt. Nach weiteren Protesten hielt zum 636. Wiesenmarkt
das traditionelle "Wies'nkegeln" wieder am Wiesenmarkt Einzug: Es
konnte wieder "geschoben, aufgesetzt und gekiebitzt" werden. Danach
war erneut Schluss: Drei Jahre lang musste der Markt ohne Kegler
auskommen. Es fand sich kein Betreiber mehr und seitens der
Stadtgemeinde wurde auch eingeworfen, dass es beim Sandkegeln um
sehr viel Geld gehe und dadurch Existenzen gefährdet seien. 2001
überschlugen sich die Proteste. Unzählige Leserbriefe erschienen in
den Kärntner Tages- und Wochenzeitungen. Der Stadtgemeinde wurde
vorgeworfen Brauchtum durch ""knallharte wirtschaftliche
Interessen" zu zerstören und den uralten Markt zur austauschbaren
Massenveranstaltung verkommen zu lassen. Journalisten nahmen sich
der Thematik an, der Streit schwappte ins Uferlose über. 2002
brachte dann der Verein "Schaubude" die Kegelbahnen wieder auf die
Wies'n.
- Der St.Veiter Schriftsteller Sebastian Weberitsch beschrieb um
1924 den Markt seiner Kindheit in der Monarchie: „Hat der
Bauer Geld, so lässt er andere leben; die einen ließen ihr Geld auf
den Wiesenmarkt und schanzelten auf den Kegelbahnen um einen
Gulden, bis die Kuh hin war.“
- Die sogenannte Freyung wurde damals wie
heute 14 Tage vor Beginn des Marktes aufgestellt. Wahrscheinlich im
15. Jahrhundert wurde die Freyung gestohlen und in Maria Saal
aufgestellt. Da der Markt stets am Standort der Freyung stattfinden
muss, brachten Schinderleute, die nach damaliger Auffassung einen
unehrbaren Beruf ausübten, die Freyung nach St. Veit an der Glan
zurück. Dadurch erwarben sich die Schinderleute etliche
Sonderrechte und führten seit damals über Jahrhunderte hinweg den
Wiesenmarkt-Festzug am Beginn des Marktes an. Das St. Veiter
Original „Mote“, (richtig: Matthias Miklautschitsch)
übernahm diese Sitte und führte mit seinen Ziegen (kärntnerisch:
seinen „Goas“) den Umzug über Jahrzehnte an. Mit seinem
Ableben starb auch dieser Brauch. Anfang der 1980er Jahre wurde die
Freyung erneut gestohlen, man fand sie im Hof des Gasthofes Nagele.
Seit damals gibt es zwei Freyungen - aufgestellt wird die aus
Kunststoff.
So nun zum Rätsel:
Wieviele Fehler kannst du in den Folgenden Bildern
erkennen???
Anzahl der Fehler = A
So nun zur Berechnung:
NC = N - (19*A) - (A/3)
EC = E + (17*A)
Viel Spass beim Suchen!!!
Euer Jacky!!!