Dielektra
-Aktiengesellschaft,
Porz
Die Firma,
1896 in
Köln-Ehrenfeld
gegründet, wurde 1910 in
eine Aktiengesellschaft umgewandelt und nach Porz verlegt. Damals
zählte die Belegschaft 245 Personen. Sie war die älteste
Produktionsstätte für Isoliermaterial auf dem Kontinent und hatte
es sich stets angelegen sein lassen, den Aufgaben, die ihr eben als
der ältesten Herstellerin der klassischen Isolierstoffe von der
Hochspannungstechnik gestellt wurden, die größte Aufmerksamkeit zu
widmen und ihrerseits durch Neukonstruktionen oder Verbesserungen
befruchtend zu wirken; denn Geschichte und Entwicklung der
Dielektra waren in erheblichem Maße mitbestimmend für die
Geschichte und Entwicklung der Elektroindustrie überhaupt. Sie
führten von den ersten Hilfsstoff-Erfindungen im Jahre
1910
bis
zur einstigen Produktion von Isoliermaterial für die gesamte
Elektrotechnik: für Stark- und Schwachstrom, Energiewirtschaft
(Kraftwerke), elektrotechnische Maschinen und Apparate,
Kraftfahrzeugindustrie, Nachrichtenmitteltechnik,
Eisenbahnsignalwesen, Hochfrequenz, Metallurgie (Schmelzöfen) und
so weiter. Als Beispiele auf dem Gebiet der Hochspannungstechnik
sind aus dem Fabrikationsprogramm der Firma zu
nennen:
Bau von Phasenschieber-Kondensatoren zur
Verbesserung des Leistungsfaktors als Kopplungsglied zur
Übertragung von Hochfrequenz-Telefonie, Telegrafie, usw. auf
Hochspannungsleitungen, zur Glättung in Gleichrichteranlagen für
Prüf- und Forschungszwecke sowie die Elektromedizin, unter gewissen
Voraussetzungen auch als Vergleichskapazität in Brückenschaltungen,
als Stoß- oder Belastungskapazität in Stoßanlagen, um nur einige zu
nennen.
Begründet wurde der
Stilllegungsbeschluss mit fehlendem Auftragsvolumen bedingt durch
den Absatzeinbruch in der Automobilindustrie und die extrem hohen
Fertigungs-Fixkosten durch hohe Energiekosten.
