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Die Schmuckerau weist neben Feuchtwiesen und Trockenrasen, die
sich kleinräumig abwechseln, ein älteres Grabensystem auf, in dem
bei hohen Grundwasserständen Wasser steht. Dieses Grabensystem ist
Lebensraum von Amphibien und Wasserinsekten, wie z.B. Libellen.
Gleichzeitig sind diese Bereiche von dichten Gebüschen
gekennzeichnet. An diese Gebüsche schließen sich vielfach ruderale
Hochstaudenfluren und verlandete Schilfgürtel an. Diese Bereiche
sind besonders wichtige Brutbiotope für Grasmückenarten, wie z.B.
die Mönchsgrasmücke, eine noch relativ häufige Art, welche hier
neben dem Gelbspötter bei der Jungenaufzucht beobachtet wurde.
Die Fischa und der Hammerbach sind aufgrund ihrer Regulierung
und Verbauung in einem relativ naturfernen Zustand. Die Verbauung,
die teilweise bis auf die Böschung hinaufgezogen wurde, erlaubt auf
weiten Bereichen keinen natürlichen Ufersaum, sodaß oftmals direkt
an das Wasser ein extrem trockener Bereich angrenzt.
Ein wertvoller Bereich ist der „Röhrichtgürtel“ im
östlichen Bereich der Fischa kurz vor der Wohlfahrtgasse. Hier
konzentrieren sich Schwanenblume, Igelkolben, Kalmus, Iris, Seggen
etc. Dieser Bereich ist nicht nur optisch ansprechend, sondern auch
Lebensraum der seltengewordenen blauflügeligen und gebänderten
Prachtlibelle. Weiters wurde hier der Große Feuerfalter
vorgefunden, dessen Raupen auf Ampferarten leben.
Der höhlenreiche Altholzbestand der Schmuckerau ist Lebensraum
für die verschiedenen Höhlenbrüter. Neben Buntspechten, Kleiber und
Meisen finden auch Fledermäuse in den geborstenen und ausgehöhlten
Stämmen- besonders der alten Weiden im Westteil der Schmuckerau -
Unterschlupf. Die offenen Wiesenflächen und der Reichtum an Mäusen
locken hier Turmfalken und Waldkauz bis ins Stadtgebiet.
Auf besonders exponierten lückigen Trockenrasenflächen wurden
juvenile Zauneidechsen in verschiedenen Altersabstufungen gefunden.
Der hohe Abteil an krautigen Blütenpflanzen macht die Schmuckerau
auch für Schmetterlinge, Hummeln und Bienen als Lebensraum
interessant. Sogar die Raupe des in letzter Zeit seltengewordenen
Schwalbenschwanzes wurden auf der wilden Karotte gefunden.
Damit sich natürlich auch der Mensch in der Schmuckerau
wohlfühlt, sind einige Spiel- und Fitnessgeräte aufgestellt. Auf
zahlreichen Sitzgelegenheiten kann man sich ausruhen und die Natur
genießen.
(c) Stadtgemeinde Wr.
Neustadt /
http://www.wiener-neustadt.gv.at/p-461.html
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