Eine Landebahn für Lerchen: Das Lerchenfenster
Mit diesem Cache möchte ich auf ein meiner Meinung nach tolles Projekt aufmerksam machen, welches hier jedoch nicht jederzeit zu bestaunen ist.
DIE FELDLERCHE
Das typische Vogelsingen, das einem im Frühling und Sommer bei einem Spaziergang an Feldern begegnet, kommt von der Feldlerche. Sie bewohnt vor allem Flächen mit niedriger oder lückenhafter Vegetation. In unseren Breiten sind darum meist landwirtschaftlich genutzte Flächen ihr bevorzugter Wohnraum. Hier baut und bebrütet sie am Boden ihr Nest und das bis zu drei Mal im Jahr.
DIE HEUTIGE SITUATION DER FELDLERCHE
In Deutschland hat sich der Feldlerchenbestand laut NABU zwischen 1980 und 2005 um etwa 30 % verringert. Hier bei uns gilt die Feldlerche zwar als vom Aussterben bedrohte Art, wird jedoch weltweit noch als ungefährdet eingeschätzt.
Schuld an der Abnahme des Bestands ist vor allem das Wintergetreide, das durch gezielte Züchtung sehr dicht im Feld wächst. Die Lerche kann darin nicht mehr landen und muss ab Mai auf Weg- und Feldränder sowie offene Flächen ausweichen, um ein Bodennest anzulegen. Hier werden sie und ihre Jungen aber doppelt so häufig das Opfer von Katzen, Füchsen oder auch Mähmaschinen.
DAS LERCHENFENSTER
Um ihr zu einem sichereren Brutplatz zu verhelfen, können Landwirte so genannte „Lerchenfenster“ anlegen. Die Idee dazu kommt aus Großbritannien.
Dafür stellt der Landwirt während seiner Wintergetreideaussaat die Saatmaschine für einige Meter mitten im Feld ab. So schafft er eine etwa 20 Quadratmeter große saatfreie Stelle, an der sich Wildkräuter ansiedeln können. Im Laufe der weiteren Feldbewirtschaftung behandelt der Landwirt diese Stelle dann einfach genauso wie sein restliches Feld.
Auf dieser künstlichen „Fehlstelle“ im Feld kann die Feldlerche nun landen und in die dichteren Pflanzen am Rande des Lerchenfensters laufen, um dort ihr Bodennest anzulegen und zu bebrüten.
Der Landwirt muss dafür zwar auf den Feldertrag im Lerchenfenster verzichten, hilft jedoch der Lerche auf diese Weise entscheidend für ihren Arterhalt und auch anderen Tieren wie Feldhasen, Kiebitze und Rebhühnern, ihre Jungen sicherer aufzuziehen.
URHEBER DES PROJEKTS IN NIEDERSACHSEN
Die Anlage der Lerchenfenster in Niedersachsen wird gefördert von der Landesjägerschaft Niedersachsen. Landwirte, die Lerchenfenster auf ihren Äckern anlegen, erhalten von der Landesjägerschaft dafür eine Anerkennungsprämie. Außerdem werden kostenfrei Hinweisschilder aufgestellt, die auf die enge Kooperation von Jägern und Landwirten zum Wohl dieser Tiere auf den Feldern aufmerksam machen.
Ich bin von dieser einfachen und effektiven Möglichkeit, einer bedrohten Tierart zu helfen, absolut begeistert!
ZUM CACHE
Da sich gegenüber des Caches viele Gärten befinden, bitte ich dringend darum, nicht mit dem Auto zum Cache zu fahren. Die Straße sieht zwar nicht danach aus, führt aber ins Leere zu einer Sackgasse an einem Feld, wo es keine Wendemöglichkeit gibt. Da dort so gut wie nie ein Auto langfährt, fällt es sofort auf, wenn das doch mal passiert.
Am besten parkt ihr bei der Parkplatzkoordinate am Straßenrand und schlendert gemütlich die paar Meter hinüber getarnt als Spaziergänger.
Das letzte Lerchenfenster befand sich in dem Feld Richtung Brücke. Wenn dort eins angelegt worden ist, befindet sich vor dem Feld ein Hinweisschild.
Der Cache selbst ist leicht zu finden und darum auch prima für Kinder geeignet.
Erstausstattung:
- Logbuch, zwei Bleistifte
- Travel-Bug „Willi“
- ein Gummi-Dino
- drei Radiergummis
- ein Einkaufs-Chip
Wartung vom 15.3.2012: neue, größere Dose und neues Logbuch