Sucht?!
Das zwanghafte
Suchen nach Dosen in deren natürlicher Umgebung wird im
Neudeutschen als Geocaching bezeichnet. Diese epidemische
Erscheinungsform nahm im Mai 2000 in den USA seinen Anfang und
breitete sich von dort aus exponentiell in die restliche Welt
aus.
Seit diesem für
Cacher heiligen Datum sind allein in Deutschland mehr als 25.000
Interessengemeinschaften dieser Sucht
verfallen.
Die
Organisationsformen sind vielfältig, von Einzelkämpfern, über
hierarchisch gegliederte Teams bis hin zu Zellennetzwerken, wobei
innerhalb der einzelnen Strukturen keine Gesellschaftsschicht, kein
Alter, keine Berufsgruppe und kein Bildungsstand ausgenommen
sind.
Das eigentliche
Such-Verhalten lässt sich trefflich in die 4 Klassen des Gebrauchs
gemäß der Definition der Weltgesundheitsorganisation WHO
einordnen.
Die Masse der
Betroffenen ist demnach mindestens der Kategorie 2 (gefährlicher
Gebrauch) zuzuordnen. Es sind bestimmt bereits einige Cacher in der
höchsten Kategorie 4 (schädlicher Gebrauch) anzutreffen und es wird
nicht mehr allzu lange dauern, bis die Ersten von Ihnen fachkundige
Betreuung benötigen.
Also, wer bei
sich oder einem Cachepartner abnormes Verhalten feststellt, wie
mehrmaliges Abchecken des Cacheaccounts, um der erste Finder zu
sein oder mehrtägige Ausflüge mit Übernachtung im Cachemobil
(Vorstufe der Parkbank) ohne Bett, Wasser und WC, dem kann ein
Schnupperkurs in der Johanna-Odebrecht-Stiftung vielleicht
helfen.
Geschichte der Johanna-Odebrecht-Stiftung Johanna
Odebrecht:
1794 –1856
stiftet ihr Vermögen zur Gründung eines Rettungshauses, sie setzt 4
Kuratoren – gottesfürchtige Männer aus der Stadt Greifswald
ein, ihr Vorbild ist der Pfarrer Johann Hinrich Wichern aus
Hamburg
1900 Kauf eines
Grundstückes von 7,5 ha in der Gützkower
Landstraße
1902 bis 1904 auf
Bitte der Stadt Greifswald und mit dem von Johanna Odebrecht
gestifteten Vermögen werden mehrere Gebäude als Rettungshaus
errichtet. In den Häusern lebten unter der Obhut einiger
Diakonissen aus einem Mutterhaus in Stettin 120 Mädchen im Alter
von 14-18 Jahren aus schwierigen sozialen
Verhältnissen.
1936 besetzte die
nationalsozialistische Volkswohlfahrt die Stiftung. Der Einschnitt
war schmerzlich, das Vermächtnis der Stifterin wurde ausgehebelt,
die Kapelle als Werkraum genutzt.
1945 wurde am 15.
Mai das Kuratorium(die Leitung) neu
gebildet
1945 – 1948
waren viele Flüchtlinge in der Stiftung untergebracht, einige
Häuser wurden als Außenstationen der Greifswalder Kliniken genutzt,
1948 die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Form eines
Kinderheimes und eines Schülerheimes
begann
1976 Errichtung der
Fördertagesstätte für geistig behinderte Kinder und
Jugendliche
1984 das Krankenhaus
Bethanien wird auf das Fachgebiet Psychiatrie umgestellt Mit der
Wende boten sich neue Entwicklungsmöglichkeiten, die von den damals
Verantwortlichen beherzt und zupackend genutzt worden
sind.
1991 wird das
Evangelische Krankenhaus Bethanien, heute Fachkrankenhaus für
Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, in den
Krankenhausplan des Landes Mecklenburg- Vorpommern aufgenommen. Die
Gebäude werden saniert und erweitert, die Anzahl der Betten erhöht
sich von 20 im Jahr 1984 auf 128 stationäre Behandlungsplätze und
25 tagesklinische Plätze heute.
1998 Einweihung der Fachklinik für
Abhängigkeitsrehabilitation – diese Fachklinik ist ein junger
Arbeitsbereich in der Stiftung. Die Arbeit einer Kurzzeitentwöhnung
konnte dort aufgebaut werden. Das Konzept ist stimmig und
ermöglicht den Patienten einen guten Ausstieg aus der
Suchterkrankung. Eine Erweiterung dieser Arbeit wird vorbereitet.
Diese Rehabilitationsmöglichkeit ist ein interessantes Angebot für
Menschen, die noch im Beruf stehen und ausreichend soziale Kontakte
haben.
Initiative "Fair Trade"
Cacher
tauscht fair. Niemand will in einem Cache alte Muschelschalen,
Steine, Holzstückchen etc. finden. (Es sei denn es sind
Edelsteine... ;-)
Also um der allgemeinen Cachevermüllung vorzubeugen, höherwertig
tauschen, gleichwertig tauschen oder gar nicht tauschen.
Danke!