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cosmic bob: Es war ja ohnehin zu befürchten, aber nun ist es Gewissheit: Dieser Multi muss ins Archiv. Ich bedanke mich bei all jenen Cachern, die mich mit einem netten Logeintrag belohnt haben. Natürlich gilt mein Dank auch den Reviewern, deren Verhalten stets von Hilfsbereitschaft und Fairness geprägt war. Ich beklage mich allerdings über eine neue Generation von Cachern, die einen Lost-Place-Cache unbedingt zerstören wollten. Vielleicht sollte ich an dieser Stelle Hoffmann von Fallersleben zitieren: "Der größte Lump im ganzen Land, …" [V]

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The Antikythera Mechanism (LPC)

A cache by cosmic bob Send Message to Owner Message this owner
Hidden : 6/15/2010
Difficulty:
4.5 out of 5
Terrain:
4 out of 5

Size: Size: regular (regular)

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Geocache Description:



Vor fast 2100 Jahren suchte ein römisches Handelsschiff nahe der Insel Antikythera vergeblich Schutz vor den tückischen Winden der Ägäis. Das 50 Meter lange Schiff sank, den Laderaum voller Luxusartikel: kostbarer Schmuck, bronzene Frauenkörper, Amphoren mit raren Weinen, reichlich Bargeld sowie ein Mechanismus höchster Komplexität. Zwei Jahrtausende später, kurz vor Ostern 1900, haben Schwammtaucher (nach anderen Quellen waren es Räuber, die zu jener Zeit die Ägäis unsicher machten) das Wrack entdeckt und eine vermoderte Holzschachtel mit einem verkrusteten bronzenen Klumpen geborgen. Durch eine glückliche Fügung ist dieser Fund ins Athener Nationalmuseum gelangt, wo der Archäologe Spyridon Stais die Teile zwei Jahre später sorgfältig reinigte und Spuren von Zahnrädern entdeckte. Zu jener Zeit rief diese Entdeckung in der Fachwelt allerdings kein großes Interesse hervor.

Die tatsächliche Bedeutung des archäologischen Fundes blieb daher zunächst unerkannt. Der etwa schuhschachtelgroße Mechanismus war ohnehin nur noch bruchstückhaft erhalten und stark korrodiert. Erst 1951 begann der britische Wissenschaftshistoriker Derek John de Solla Price damit, die übrig gebliebenen Fragmente systematisch zu untersuchen. Zwanzig Jahre später kam er zu dem Ergebnis, dass es sich um die Überreste eines astronomischen Computers handeln müsse. Der erste Analogrechner der Menschheitsgeschichte habe dazu gedient, die Bewegung des Mondes und der Sonne um die Erde zu berechnen und darzustellen. Die von de Solla Price vorgestellte Rekonstruktion der Apparatur blieb allerdings unter Archäologen umstritten.

Schon der Augenschein verriet den ersten wissenschaftlichen Begutachtern der Apparatur, dass sie es hier mit einer für ihre Zeit ungewöhnlichen Konstruktion zu tun hatten. Doch erst eine Röntgenuntersuchung im Jahre 1971 machte weitere erstaunliche Details sichtbar. Für die jüngsten Untersuchungen (Nature 2008, 454, S. 614) wurde sogar ein Computertomograph im Archäologischen Nationalmuseum von Athen aufgebaut. Auf diese Weise konnte ein internationales Wissenschaftlerteam unter der Leitung von Mike Edmunds und Tony Freeth von der Cardiff University in Wales die Grundthese von de Solla Price bestätigen. Sie zeigten aber auch, dass das aus mindestens 30 Zahnrädern bestehende Rechenwerk noch viel raffinierter und ausgeklügelter war, als es ursprünglich vermutet wurde. So entdeckten die Forscher ein Differentialgetriebe, eine Erfindung, die bisher dem Universalgenie Leonardo da Vinci zugeschrieben wurde und erst 1832 in England zum Patent angemeldet wurde. Die Untersuchungsergebnisse revolutionieren damit unsere Vorstellungen von den feinmechanischen Fähigkeiten und Kenntnissen der hellenischen Welt. Zahnräder waren zwar in der Antike bekannt, doch bei weitem nicht in der hier entdeckten Feinheit und Komplexität.

Bei den tomographischen Untersuchungen sind nicht nur weitere Funktionen des antiken Planetariums, sondern auch neue Schriftzeichen aufgetaucht, die unter der Patina verborgen waren. Den neuen Ergebnissen zufolge besaß der Mechanismus einen Zeiger, der dem Zeitraum der olympischen Spiele folgte. In einer anderen Anzeige identifizierten die Wissenschaftler einen sogenannten metonischen Kalenderzyklus. Dieser komplizierte Kalender basiert auf einer Abfolge von 235 Monaten in 19 Jahren. Auch der Ursprung des Geräts konnte nun näher eingegrenzt werden: Der Mechanismus stammt wohl aus dem nordwestlichen Griechenland oder aus Sizilien, statt wie bislang angenommen aus Rhodos. Für weitere Informationen verweise ich auf die Homepage des internationalen Wissenschaftlerteams: The Antikythera Mechanism Research Project. Außerdem gibt es bei Nature ein interessantes Video zu bewundern, das natürlich nur in englischer Sprache verfügbar ist.

Eine zentrale Frage besteht nun darin, ob noch andere ähnliche Apparaturen aus jener Zeit erhalten sind. Vor 2000 Jahren beherrschten die Römer den ganzen Mittelmeerraum und hatten ihr Reich im Norden bis an den Rhein und die Donau ausgedehnt. Nach dem Sieg der Römer über Philipp V. bei Kynoskephalai im 2. Makedonischen Krieg hatte Griechenland seine politische Bedeutung vollständig verloren. Die hellenische Kultur lebte jedoch mit unverminderter Kraft fort, so dass Literatur, Philosophie, Kunst, Architektur und Wissenschaft der Griechen von den Römern in die Welt getragen wurden. Unter der Regierung des Kaisers Augustus entstand der Plan, die Grenze bis an die Elbe vorzuverlegen und einen großen Teil Germaniens unter römische Herrschaft zu bringen. Nach dem römischen Historiker Velleius Paterculus sollen sogar Kastelle an Weser und Elbe entstanden sein. Es ist also durchaus möglich, dass römische Handelsschiffe mit griechischen Waren an Bord auf der Elbe fuhren. Und tatsächlich habe ich einige Dinge in den Besenhorster Sandbergen (früheres Überschwemmungsgebiet der Elbe) entdeckt, die eindeutig hellenischen Ursprungs sind. Folge meinen Spuren durch diese beeindruckende Landschaft und begib dich auf die Suche nach den Resten der griechischen Kultur an der Elbe. Vielleicht wirst du ja sogar etwas finden, was mit dem Antikythera-Mechanismus vergleichbar ist.

Der Cache liegt im Naturschutzgebiet der Besenhorster Sandberge, so dass du besondere Rücksicht auf Flora und Fauna nehmen solltest. Du kannst sämtliche Stationen auf geeigneten Wegen und Pfaden erreichen. Lediglich die letzten Meter befinden sich etwas abseits. Schmutzunempfindliche Kleidung, robustes Schuhwerk und die übliche Ausrüstung sind eine Grundvoraussetzung. Der Cache sollte möglichst nicht in größeren Gruppen angegangen werden, da einige Stationen für die kollektive Suche ungeeignet sind. Außerdem möchte ich darum bitten, mit den Hinweisen und Konstruktionen pfleglich umzugehen, damit sich der Wartungsaufwand in Grenzen hält. An keiner Stelle muss Gewalt angewandt werden, um an den Hinweis zu gelangen! Es soll natürlich nicht zu einfach werden, so dass du zuvor ein kleines astronomisches Rätsel lösen musst, um dich für die Suche nach den griechischen Schätzen zu qualifizieren. Es handelt sich um eine typische Aufgabe für ein Planetarium, also auch für den Antikythera-Mechanismus.

Berechne den maximalen Höhenwinkel h, den die Sonne (Zentrum der Sonnenscheibe) am Fundort des Antikythera-Wracks im Jahr 2010 erreicht. Dabei sollen Sekundäreffekte wie die Abweichung des Geoids von der Kugelgestalt oder die Brechung des Lichtes durch die Erdatmosphäre vernachlässigt werden. Da du als Geocacher virtuos mit Koordinaten umgehen kannst, wirst du zur Beantwortung nicht extra in die Ägäis reisen müssen. Aus dem Ergebnis h = xx,yyy° kannst du nun die Position des Startpunktes ermitteln. Er befindet sich yyy m in Richtung xx° TN vom Referenzpunkt (obige Koordinaten) entfernt.

Der Mystery-Cache ist als Multi realisiert und besteht aus 9 Stationen plus Final. Dabei sind die meisten Stationen mehrstufig angelegt, so dass du zwei oder auch drei Objekte suchen musst. Du solltest eine Reihe von Hilfsmitteln dabei haben, die entweder notwendig sind oder aber die Suche erheblich vereinfachen: Fernglas, Wasser (ca. 0,2 l), Draht (ca. 50 cm), grobmaschiges Küchensieb, kleiner Spiegel, Pinzette, Lineal oder Zentimetermaß, 6 Mignonzellen (AA). Das D/T-Rating bezieht sich auf einen Einzelcacher und berücksichtigt die schwierigen Bedingungen in den Sommermonaten. Das Eingangsrätsel wäre lediglich mit 2 bis 3 D-Sternchen zu bewerten. Dir sollte also bewusst sein, dass du vor Ort mit gewissen Schwierigkeiten (d.h. Rätseln) rechnen musst. An den ersten 8 Stationen wirst du Ziffern finden, die für die Suche des Finals von Bedeutung sind. Wenn eine Wegpunktprojektion erforderlich ist, dann muss die Position des Hinweises als Ausgangspunkt gewählt werden.

Für den Erstfinder gibt es eine Urkunde, eine antike Bronzemünze aus Makedonien sowie einen Meteoriten (Sikhote-Alin-Schrapnell). Auch Zweit- und Drittfinder gehen nicht leer aus und erhalten neben einer Urkunde ebenfalls eine alte griechische Münze. Insgesamt habe ich versucht, den Cache mit attraktiven Tauschutensilien auszustatten (siehe Foto). Mehrere Geocoins gehören ebenfalls zum Startinhalt. Viel Spaß bei der Suche!

Anmerkung: Dieser Multi wurde nicht konzipiert, damit er allen Geocachern gefällt. Für die Kritik oder Ablehnung durch gewisse Leute bin ich sogar dankbar, denn dadurch zeigt sich, dass der Cache nicht den Mainstream bedient. Ich möchte nochmals betonen, dass man bei den einzelnen Stationen gewisse Aufgaben bzw. Rätsel zu bewältigen hat, die über eine einfache Suche hinausgehen. Es kann also durchaus sein, dass der eine oder andere Geocacher einen zweiten Anlauf benötigt oder vor Ort eine Web-Recherche durchführen muss. Außerdem steht ja nirgends geschrieben, dass jeder Cacher gezwungen wird, jeden Cache zu suchen - nicht wahr, D-Buddi?

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