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Dieser Cache wurde anlässlich der genüsslichen Kuckucksbähnelfahrt am 26. Juni 2010 in das Elmsteiner Tal gelegt.
Wenn man in einer Bahn mit Dampflok reist, bei der alle Wagen vor 1910 gebaut worden sind, was liegt da näher, als sich mit ein paar kulturhistorischen Morden zu beschäftigen? Vorab wie immer der Hinweis, dass die oben angegeben Koordinaten nichts mit dem Cache zu tun haben. Ebenso haben wir uns verkniffen einen Nano mit dem Hinweis zntargvfpu an die Lok zu heften.
Was fällt einem ein, wenn man an Mörder und Züge denkt? Uns kamen natürlich spontan 2 Filme/Bücher in den Sinn, die beide von Agatha Christie stammen, nämlich "16 Uhr 50 ab Paddington" in der Verfilmung mit Margaret Rutherford und der "Mord im Orientexpress", natürlich in der Besetzung mit Ingrid Bergmann und Sir Sean Connery. Wenn man sich ein wenig im Internet umsieht, findet man sehr interessante Details über diese beiden Geschichten
"16 Uhr 50 ab Paddington" oder „4.50 from Paddington“ nannte sich in der US-Amerikanischen Fassung „What Mrs. McGillicuddy Saw!“. Außerdem sollte der Zug eigentlich auch erst um 4.54 fahren, aber den englischen Verlegern hat die Uhrzeit nicht gefallen und so wurde die Abfahrtszeit kurzerhand vorverlegt. Leider hatten sie es ihren amerikanischen Kollegen nicht mehr rechtzeitig mitgeteilt, so dass hier der Zug 4 Minuten später abfuhr. 
Beim Kuckucksbähnelevent haben wir auch etwas Verspätung wegen Gleisbauarbeiten auf der öffentlichen Strecke. Warum sollten also nicht auch Züge in Romanen mal zu spät kommen? Interessant ist es natürlich sich die Abweichungen zwischen Roman und Film einmal näher zu betrachten. So sieht in Agahta Christies neunundvierzigstem Kriminalroman eine Mrs. McGillicuddy einen Mord im überholenden Zug und berichtet dies ihrer Freundin Miss Marple. Diese schickt in das Haus neben dem vermuteten Ablageort der Leiche ihre Assistentin Lucy Eyelesbarrow, die unter dem Vorwand Golf zu spielen das Gelände durchsucht. Im Film muss Miss Marple all diese Tätigkeiten selbst ausüben. Und die Filmproduktion hat sich schon mal Schauspieler eingespart. Dafür hat Margaret Rutherford zum Leidwesen von Agatha Christie ihren Ehemann, Mr. Stringer, als Gehilfen mit in den Film hineingebracht. Zumindest der Mörder ist im Film und im Buch die selbe Person und sogar mit dem gleichen Motiv.
Das Buch erschien zwanzig Jahre nach dem Roman „Tod auf dem Nil“, hier gibt es allerdings den Toten auf einer Nilkreuzfahrt, was uns jetzt hier auf dem Trockenen nicht weiter bringt. Aber da wir gerade an einer Themaverfehlung arbeiten, können wir noch ein paar Fakten zu Agatha Christie und ihrem Werk zusammentragen. Mit Margaret Rutherford als Miss Marple wurden noch einige weitere Romane verfilmt, wie „Murder at the Gallop“, „Murder Most Foul“ und „Murder Ahoy“. Im Abspann von Mörder Ahoi gab es einen Hinweis auf einen geplanten fünften Miss Marple Film „Murder without end“, der allerdings nie verfilmt wurde. Außerdem gab es Probleme mit so manchem Buchtitel. So musste z.B. der Roman „10 Little Niggers“ im Deutschen umbenannt werden und wurde daher unter anderem mit dem Namen „Da waren es nur noch neun“ veröffentlicht.
Aber genug der Ausschweifungen zu bahnfremden Themen. Bevor wir in der Nähe des Caches halten, haben wir noch kurz Zeit in den Orientexpress umzusteigen. Die Verfilmung, u.a. mit Ingrid Bergman und Sir Sean Connery, wurde immerhin in sechs Kategorien für den Acadamy Award (Oscar) nominiert! So, damit haben wir nun endgültig Miss Marple und ihren siebten Fall hinter uns gelassen und begeben uns mit Hercule Poirot im winterlichen Istanbul an Bord des Zuges. Die Reise im Kurswagen nach Calais ist mehr als turbulent. Auch schon der Bau der realen Bahnstrecke war alles andere als unkompliziert. Immerhin mussten Verträge mit fünf europäischen Ländern und noch dazu mit damals neun Bahngesellschaften geschlossen werden! Das dürfte aber unseren Mörder wohl kaum interessiert haben. Vielmehr waren sie sicher mehr überrascht über den mitreisenden Meisterdetektiv aus Belgien (ganz wichtig!), Hercule Poirot. Und so mussten die Mitreisenden sich einige Verwirrspiele einfallen lassen um von der Tat abzulenken. Poirot blieb allerdings genug Zeit für die Aufklärung, da der Zug im Schnee stecken blieb. Das war übrigens einige Jahre zuvor Agatha Christie selbst passiert und war der Auslöser dieses Buch zu schreiben, in dem entfernt die Entführung des Charles Lindbergh Babys thematisiert wird. Interessant ist, dass es in einer Neuverfilmung 2001 von Carl Schenkel mit Fritz Wepper in den USA, der Tote nur neun Messerstiche aufwies, im Gegensatz zur „historischen“ Vorlage, in der dem Opfer zwölf Messerstiche beigebracht wurden (also so viele es geschworene im Gerichtssaal gibt). Die Mörder kommen allerdings diesmal ohne Strafe davon.
So, genug dem Gerede, wir wollen ja nicht Angst und Schrecken beim Bahnfahren verbreiten. Da es keine Wegelagerer mehr gibt (hoffen wir mal denen hat es auch jemand gesagt…) sollte Bahnfahren gleich nach dem Fliegen die sicherste Fortbewegungsmöglichkeit sein. Es sollen sich ja auch bei so einem Event und beim Cachen alle gut amüsieren. Vielleicht fährt ja auch einer, den wir nicht abschrecken konnten, mit der Bahn zum Cache. Wer weiß, was der in einem überholenden Schnellzug so alles zu sehen bekommt…. Vom Kuckucksbähnel-Zwischenstop ist es nur ein kurzer Spaziergang im schattigen Wald bis zu einem kleinen Baumtroll - viel Spaß beim Finden!
Damit in diesem Sinne viel Spaß und viel Erfolg beim Suchen und Finden der Dose!
Der GPS-Empfang ist hier Geländebedingt ziemlich schlecht (+/-40m). Also wenn Ihr Euch entscheiden müsst für Unten oder Oben, wählt lieber untenrum und nicht den Weg durch die Botanik. Außerdem kann der Hint weiterhelfen...
Kleine Trades passen hinter die Dose, die das Logbuch enthält
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