Ein sportlicher Tag
Dieser Cache ist dem Flusskrebs06 gewidmet zum 40. Geburtstag. Happy birthday! Der Astacus astacus ist – ganz im Gegensatz zu seinen natürlichen Gewohnheiten – ein bewegungsfreudiges Tier. Daher sind alle, die geistig und körperlich rege bleiben wollen, eingeladen, einen Tag im Leben des Krebstieres mit zu erleben. Voraussetzung ist freilich, dass man sich mit den in diesem Listing versteckt genannten Fakten gut vertraut gemacht hat – am besten ausgedruckt mitnehmen!
Als früh am Morgen die ersten, fröhlichen Sonnenstrahlen durch die Lücken der Steinhöhle fallen, die sich der Flusskrebs mit Frau und Kind gerade neu eingerichtet hat, erwacht Astacus astacus und erkennt mit einem Blick, dass der neue Tag wie geschaffen ist für jede Menge sportlicher Betätigung. Und er kann es sich leisten – schließlich hat er sich nach harter Arbeit den Urlaubstag redlich verdient. Während er also den Luxus genießt, noch eine kleine Weile liegen bleiben zu können, geht er im Geiste den möglichen Tagesablauf durch und beschließt, zunächst einmal mit einem Bastelrätsel die Ratio auf Betriebstemperatur zu bringen, um sich seiner selbst zu versichern. Die erste körperliche Ertüchtigung des Tages soll dann das Ergebnis des Rätsels bringen.
Offensichtlich hat der Flusskrebs seine Gedanken zu intensiv zusammengebastelt: Es ist spät geworden! Nun muss er sich beeilen, das kleine Flusskrebschen in den Kindergarten für Meeresfrüchte zu bringen. Eigentlich hasst er diese Hektik, aber für ein Frühstück bleibt keine Zeit mehr, das Kind hat ja später noch Gelegenheit dazu, ein paar Häppchen zu ergattern. Auf die letzte Minute erreichen sie das Kinderhaus, dessen Türe – wie so häufig bei diesen Einrichtungen – nur mit Mühe zu öffnen ist, damit die kleinen Flussbewohner nicht so einfach mit der Strömung davongeschwemmt werden können. Doch mit seinen langen, schmalen Beinen kann er hier viel Eindruck machen.
So, nun hat der Flusskrebs den ganzen Tag für sich! Voller Freude sattelt der den Drahtesel, um einige neue Routen im Flussbett zu erkunden. Mit Schwung steigt er auf, tritt in die Pedale - und muss sofort wieder absteigen: Getriebeschaden!!! Soll ihm die schöne Tour doch noch vermasselt werden? Nicht doch, der Astacus zeigt dem Schicksal die Zähne und wendet sein ganzes binäres Wissen an, wobei er keine halben Sachen macht, das wäre der Anfang vom Ende. Und so kann er schon bald weiteren Abenteuern entgegen radeln. Als ausdauernder Fahrer wählt er aber nie den direkten Weg, denn eine kleine Umleitung fördert die Fitness!
Apropos Fitness: Der Anblick einiger zerklüfteter Gesteinsbrocken erinnert den Flusskrebs an seinen letzten Kletterurlaub im Gebirge. Er hat alle Felsrouten durchstiegen: Die nach UIAA-Skala leichteren im Nordhang waren kaum ein Problem, bei den schwierigeren an der Ostwand musste er sich schon mehr anstrengen. Obwohl der Astacus die Wege im Fels nur in Gedanken nachvollzieht, kribbeln ihm wieder die Fingerspitzen – ohne sein hervorragendes taktiles Geschick hätte er diese Aufgaben wohl kaum bewältigt.
Zurückgekehrt von seinem gedanklichen und körperlichen Ausflug, will der Flusskrebs nun zur Ruhe kommen und klimpert einige Takte auf seiner Gitarre. Er besitzt ein besonders wertvolles Instrument, dessen reichhaltige Verzierungen ihn heute zu einer ganz neuen, binären Melodie inspirieren.
Auf zu neuen Abenteuern! Der Lebensraum des Flusskrebses liegt bekanntlich unter Wasser, und Schwimmen und Tauchen gehören zu seinen ganz besonderen Leidenschaften. Der Trubel des Alltags bleibt über der Oberfläche zurück, man versinkt in die mystische Unterwasserwelt mit ihrem Gaukelspiel des Lichtes, silbrig glänzende Fische ziehen vorüber, deren Schuppenkleid die Phantasie immer wieder aufs Neue anregt – welch paradiesische Verhältnisse!
Nach so viel Sport haben sich der Flusskrebs und alle, die ihm nacheifern, die Mittagspause redlich verdient! Astacus liebt die über dem offenen Feuer zubereiteten Speisen. Damit das Futter den Flammen nicht gänzlich zum Opfer fällt, dreht er den Grill gegen den steifen Nordwind und legt das zuerst auf, wovon er am meisten hat. Eine lauschige Sitzgruppe in der Nähe lädt alle - vor oder nach getaner Arbeit – zu Nahrungsaufnahme und zum Verweilen ein.
Frisch gestärkt brechen der Flusskrebs und seine Nacheiferer auf – diesmal steht ein längerer Tauchgang auf dem Programm. Der Weg zu dem etwas weiter entfernt und recht versteckt liegende Revier führt ihn an den Rand eines Naturschutzgebietes. Als echter Freund der Umwelt unterstützt der Flusskrebs die Einrichtung solcher Schutzzonen, und er respektiert deren Flora und Fauna, wobei ihn vor allem die großen Greifvögel besonders beeindrucken.
Endlich angekommen! Schnell die Ausrüstung angelegt, alle lebenserhaltenden Funktionen getestet, und ab geht es in die Tiefe. In der faszinierenden Unterwasserwelt tummeln sich allerhand exotische Lebewesen. Hier ist der Flusskrebs in seinem Element, er erkennt alle Bewohner des Wassers auch im Lichterspiel der Wellen und weiß eine Menge über ihre Lebensweise. Geschickt kombinierend, kann er seinen Weg durch diesen und andere Lebensräume problemlos weiter fortsetzen.
Nachdem er sich mit seinen schweren Flaschen auf dem Rücken aus dem Wasser gehievt hat, ist der Flusskrebs euphorisch, aber nun wird es Zeit, den Heimweg anzutreten. Auf dem Weg zurück zur Steinhöhle gewahrt er am Wegesrand ein besonders hübsches, weibliches Exemplar des Procambarus alleni (Blauer Floridakrebs), welches verzweifelt mit den Scheren winkt. Der Vorderreifen ihres Fahrrades hat im wahrsten Sinne schlapp gemacht. Natürlich kein Problem für den immer hilfsbereiten Astacus astacus, der seinem deutschen Namen „Edelkrebs“ hier wieder voll gerecht wird. In Windeseile hat er den Schaden behoben, und mit der Luftpumpe der hilflosen Krebsin ist er auch nicht schief gewickelt – für die Dame ist diese Begegnung also eine echte Himmels-Geschichte (engl. sky-tale). Zum Lohn für seine selbstlose Tat verrät ihm diese die Koordinaten eines reichen Schatzes.
Einen besseren Abschluss eines sportlichen Tages hätte sich der Flusskrebs sich nicht wünschen können, und so hebt er den Hort am düsteren Ort, bevor er vergnügt heimkehrt in seine Steinhöhle zu Flusskrebschen und Flusskrebsfrau, wo er geistig und körperlich gestärkt weiterlebt für mindestens die nächsten vierzig Jahre!