Das Untermeitinger Schloss
Das Untermeitinger Schloss wurde im 12. Jahrhundert auf dem
Steilhang zum Hochfeld südlich der Pfarrkirche erbaut. Wer damals
die Ortsherrschaft über Untermeitingen inne hatte und wer den
Auftrag etwa im Jahre 1160 zur Erbauung des Schlosses gegeben hat,
ist leider nicht zu erkunden. Sicher ist allerdings, dass dieses
Gebäude stets freies Eigentum der Ortsherren und nie ein Lehen des
Hochstiftes Augsburg war.
Das
Schloss hatte zunächst das Aussehen einer großen Villa und wurde
vor dem Umbau im 17. Jahrhundert als „oberes" Schloss
bezeichnet, im Gegensatz zum „unteren" Schloss im Dorf, der
Imhofvilla. Ab dem Jahre 1298, als Hermann und Engelschalk von
Rohrbach die Ortsherrschaft von Untermeitingen übernahmen, wurde
das Schloss Hauptwohnsitz der Herrschaft und zugleich
Verwaltungszentrum für die gesamte Bewirtschaftung der Besitzungen
und Lehen. Auch unter Konrad von Haldenberg, der 1312 als
Lehensherr nachfolgte, war das Schloss der Mittelpunkt der
Ortsherrschaft. Im Jahre 1561, unter der Herrschaft von Hyronimus
Welser, wurde der Dachstuhl des Schlosses durch einen Blitzschlag
in Schutt und Asche gelegt und in den darauf folgenden Jahren mit
gleichem Aussehen wieder aufgebaut und mit einer Umfassungsmauer
umgeben, die teilweise bis heute noch erhalten ist. Unter Raimund
Imhof wurden ab dem Jahre 1597 im Schloss Unterrichtsräume für den
Schulbetrieb zur Verfügung gestellt.
Im Jahre 1665 ließ Johann Baptist Imhof das Schloss erweitern und
umbauen. Es wurde aufgestockt und erhielt runde spitze Ecktürmchen,
wie wir auf einer Votivtafel um 1677 erkennen können. Die
Brauereigebäude wurden ebenfalls 1665 erneuert. Da das Gebäude als
Wohnstätte der Herrscherfamilie und einiger Verwandten, als
Verwaltungszentrum der Lehensherrschaft und als Schule zu klein
wurde, ließ Johann Josef von Imhof das Schloss im Jahre 1717 um-
und anbauen. Am Altteil verschwanden die runden spitzen Türme, ein
zweiter Teil des Schlosses wurde angebaut und die gesamte Anlage
erhielt die Größe und das Aussehen, wie wir es heute kennen. Der
neue Baustil faszinierte nicht nur Schlossbesitzer der näheren und
weiteren Umgebung. Es entstand ein stattliches Gebäude mit einem
nördlichen und einem östlichen Trakt, die östlich eines
Schlosshofes aneinander stießen. Die übrigen Hofseiten waren von
Wirtschaftsgebäuden umstellt. Im Süden schloss ein Nutzgarten an.
Die Schlosstrakte waren wegen des ansteigenden Geländes von
verschiedener Höhe. Die Hofinnenseite beider Trakte war
zweigeschossig. Gegen Osten, der Schauseite ins Dorf, entstanden
über dem Erd-geschoss drei Stockwerke mit imposanter Barockfront.
Der Blick fiel auf die beiden Eckrisalite, die mit
pilastenbesetzten Volutengiebeln bekrönt waren. In der Mitte des
oberen Geschosses befindet sich auch heute noch eine Figurennische
mit einer holzgeschnitzten Muttergottes.
Der Nordtrakt war gegen Norden ebenfalls über dem Erdgeschoss
dreigeschossig und hatte ein etwas höheres Walmdach als der
Osttrakt. Das Korbbogenportal mit einer zweiflügeligen Eichentüre
mit Messingbeschlägen war der Zugang zum Schloss. Das Hofparterre
ist durch korbbogige Arkaden über Pfeilern in Längsrichtung
zweigeteilt. Das sehr geräumige Stiegenhaus, aus dunkel gebeiztem
Eichenholz, im Rokokostil, sowie die großen Ölbilder aus der
Barock- und Rokokozeit, auf denen u. a. einige Ahnen der
Familie Imhof dargestellt sind, sowie die feinen Stuckarbeiten an
den Saaldecken, ein profiliertes Leistenwerk, zeugen noch heute von
der Pracht des Schlosses.
Alte Ölgemälde (siehe Bild oben) zeigen die Schlossmauer, die mit
einem Ziegeldach eingedeckt war und den Schlosshof nach Osten hin
abgrenzte. In diese Umfassungsmauer, die sich auch um die anderen
Seiten des Schlossgutes fortsetzte, waren Türmchen eingebaut, die
in früheren Jahrhunderten der Verteidigung dienten. Eines dieser
Türmchen war bis ins Jahr 1930 vorhanden. Unterhalb der
Schlossmauer war der Schlossgarten, dessen Umzäunung früher
lediglich aus Holzpfosten und Bandstangen bestand.
Im Jahre
1871 musste Johann Nepomuk Ferdinand Freiherr von Imhof als
Masseverwalter des Nachlasses seines Vaters wegen zu hoher
Verschuldung das Schloss und das Hofgut verkaufen. Im Gantverfahren
wurden die Anwesen mit den Hausnummern 104 und 105 an den
Höchstbietenden versteigert. Der Ökonom Konrad Rieder erwarb am
13.10.1871 die Gebäude samt Hofraum und Brauerei. Seit dieser Zeit
befindet sich das Schloss im Privatbesitz.
Das Patronatsrecht über die Kirche St. Stephan aber, das die
Familie von Imhof an den Bischof von Augsburg zurückgab, konnte der
neue Besitzer des Schlosses nicht erwerben, obwohl er deswegen
einige Prozesse gegen das Bistum führte. Die Klagen wurden am
5.3.1877 endgültig abgewiesen.
In den folgenden Jahrzehnten wurden Stallungen, Äcker und Wiesen
landwirtschaftlich bis 1990 genutzt. Das Braurecht, das bereits vor
1665 in Untermeitingen bestand, wurde bis 1988 wahrgenommen. Die
letzte Schlossrenovierung fand 1985 statt. Die Gaststätte im
Erdgeschoss des Schlosses wird heute noch betrieben und ist u.a.
auch wegen seiner leckeren Flammkuchen über die Ortsgrenzen
Untermeitingens hinaus bekannt.
Quelle Text und Bilder: Untermeitinger Gemeindechronik. Das Buch
kann im Untermeitinger Rathaus für 20,- € käuflich erworben
werden.
Und nun noch ein paar Fragen; sonst wäre es ja kein
Mystery-Multi und könnte wegen der Nähe zu „RuKiRuLe # 4 St. Stephan Untermeitingen“
nicht hier abgelegt werden (Anmerkung: Bei den Fragen 1 bis 3 hilft
der Text bzw. das Internet weiter; die Fragen 4 und 5 sind vor Ort
zu lösen):
- In welchem Jahr wurde der Dachstuhl des Schlosses
durch einen Blitzschlag in Schutt und Asche gelegt? A = Quersumme
der Jahreszahl =
- Welches Recht wurde bis 1988 im Untermeitinger
Schloss wahrgenommen?
Handycode 1. Buchstabe des Lösungsworts (z.B. abc = 2; def = 3;
…) B =
- Ungefähr 100 Meter südlich vom Schloss fängt in
Untermeitingen der Wilde Westen an. Wie heißt die Farm, die auch
für Feste aller Art, wie Hochzeiten oder Geburtstage von Mai bis
einschließlich Oktober gemietet werden kann?
C = Anzahl Buchstaben der beiden Wörter =
- Bei N48°09.758 und E010°48.343 findet ihr an der
Wand eine Hausnummer. Wie lautet diese? D =
- Bei N48°09.754 und E010°48.309 kommt man in das
Innere des Schlosshofes. Durch wie viele Torbögen kann man das tun?
E =
Über N48°09.750 und E010°48.255 folgt einfach dem
Weg Richtung Süden. Dort kommt ihr auch an der Lösung von Frage 3
vorbei. Das Final ist dann bei:
N 48°(C-2).(B*E)(A*E)
E 010°4(D+E).(E)(A)
Hinweis: Dieser Cache wurde anlässlich des Events
„[BD] - Biertischparole!“ gelegt. Da das
Team Zwischenmahlzeit in der Umgebung schon viele FTFs eingeheimst
hat, wollten wir auf diese Weise möglichst vielen anderen
Cachern die Gelegenheit geben, auch einen FTF loggen zu können
;-)
Der FTF ist also hier schon weg!