
Lai da Ravais-ch suot (Unterer See)
Weit weg von ständig bewohntem Gebiet finden sich diese zwei Kleinode von Bergseen auf etwas über 2500 m. ü. M. Erreicht werden können sie von verschiedenen Seiten: von Davos über den Sertig- oder Scaletta-Pass, vom Unterengadin über das Val Susauna, aus dem Albulagebiet her über die Keschhütte oder von Bergün durch das Val Tuors und das Val Ravais-ch - alles herrliche hochalpine Wanderwege. Für diejenigen, die ihr Bike auch gerne mal tragen, sind die Seen auch auf dem Drahtesel erreichbar, zu Fuss ist der Genuss aber sicher höher und oft muss auch im Hochsommer noch mit Schneeresten gerechnet werden, v. a. südlich des unteren Sees. Geografisch interessant: die Sella da Ravais-ch bildet eine europäische Wasserscheide: das Wasser des oberen Sees fliesst mit dem Inn ins Schwarze Meer, dasjenige des unteren Sees über den Rhein in die Nordsee.
Eine schöne Rundwanderung bietet sich vom Val Tuors aus an: entweder im Uhrzeiger- oder Gegenuhrzeigersinn um das Forun-Massiv, in einem Tag oder mit Uebernachtung auf der Keschhütte. Dabei kann man gleich auch noch dem dortigen Cache GC1XXBK einen Besuch abstatten.
Man glaubt es kaum: im Frühjahr (!) 1799 - während dem Zweiten Koalitionskrieg - zog auch der französische General Claude-Jacques Lecourbe (1759-1815) mit 2000 Mann vom Val Tuors her über die Sella da Ravais-ch und das Val Susauna zum Inn ins Unterengadin nach Finstermünz. Bekannter geworden ist er allerdings durch seinen späteren Kampf gegen den russischen General Suworow in der Schöllenenschlucht.
Die Strapazen müssen damals riesig gewesen sein. Heute ist die Wanderung durch diese einsame, friedliche und traumhaft schöne Gegend ein Genuss, gute Ausrüstung, Kondition und Wetterverhältnisse vorausgesetzt.

Lai da Ravais-ch sur (Oberer See)
Der Cache selber befindet sich etwas südöstlich des oberen Sees und ca. 20m nördlich des Fusspfades unter einem markanten Felsen. Wenn die Satelliten nicht sehr günstig stehen, kann auch das Spoilerbild helfen.
Viel Freude beim Wandern und Suchen wünscht Euch Theophrast!