Der Grafschaft Wölpe war im Mittelalter das Herrschaftsgebiet einer Adelsfamilie im mittleren Weserraum bei Nienburg/Weser, die 1302 erlosch. Der Sitz der Grafen von Wölpe war die heute ebenfalls nicht mehr bestehende Burg- und Schlossanlage im Nienburger Ortsteil Erichshagen-Wölpe am Bachlauf der Wölpe.
Gemälde mit Schloß und Burgruine von 1823
Das Geschlecht derer von Wölpe errichtete an der vermutlich nach ihnen benannten Stelle eine Burg. Wie ein Gemälde von 1823 zeigt, handelte es sich um eine Turmhügelburg, die in sumpfigen Gelände lag. An ihr floss schon damals der Bach Wölpe vorbei. Das Gewässer wurde zu breiten Gräften ausgebaut, die das Schloss an drei Seiten umflossen. In der ersten überlieferten Nennung von 1151 wurde die Burg als Wilipa bezeichnet, als sie zur Kirche in Minden gehörte.
In der Hildesheimer Stiftsfehde zwischen 1519-1523 wurde die Burg Wölpe zerstört und danach von Herzog Erich I. als Schloss wieder hergerichtet. Er gründete nahe dem Schloss eine Siedlung, die nach ihm (Erich) und wegen der Dorfform eines Hagenhufendorfs (-hagen) als Erichshagen benannt wurde. Trotzdem hieß der Ort lange Zeit im Volksmund Wölpe. 1624 besuchte der dänische König Christian IV. während des Dreißigjährigen Krieges das Schloss Wölpe. Ein Jahr später, 1625, wurde es von den Söldnertruppen des Feldherrn Tilly erobert und beschädigt. Wegen der Schäden wurde das Schloss nach dem Krieg geschleift und zum Amtsgebäude umgestaltet. Im 19. Jahrhundert wurde ein weiteres Amtsgebäude nahe der Straße errichtet, das heute noch besteht. Es ist das ehemalige Amtsgerichtsgebäude, das an der Hauptstraße an der Zufahrt zum Burghügel liegt. Es diente langjährig als Försterei und ist heute ein Wohnhaus.
Das Amtsgebäude in heutiger Zeit
Die Siedlung Wölpe unweit des Amtshofes hatte im 19. Jahrhundert etwa 100 Bewohner. Vom Schloss erhalten geblieben ist nur der 4,5 m hohe und 80 x 80 m große Erdhügel. Auf ihm befinden sich drei erhöhte Stellen, die auf die Lage ehemaliger Gebäude hinweisen. Der Hügel liegt am östlichen Ortseingang von Erichshagen, der Amtsgarten genannt wird. Der Burggraben war Anfang des 20. Jahrhunderts noch sichtbar. Die ehemalige Burgstelle ist erreichbar über einen ca. 200 m langen Damm durch die Niederung. Der Burghügel wurde im Jahre 2011 vermessen und es erfolgten ab 2012 archäologische Ausgrabungen.
Wikipedia: Informationen zur Burg Wölpe