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WMS 10 "Johann und Minchen" Traditional Cache

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Susi Sonne: Schade, auch die noch fast neue Dose war schon wieder weg. Der Ort ist wohl nicht mehr passend. Hier hat wohl jemand was gegen diesen Cache. Schade, dann muss er ins Archiv.

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Hidden : 8/11/2010
Difficulty:
1 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size:   small (small)

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Geocache Description:

Wendländische Mythen und Sagen (WMS)10 "Johann und Minchen"


In früheren Jahren lebte im Wendland ein Totengräber. Er war wegen seines Berufes nicht von hohem Rang, aber als ehrlich und redlich bekannt. Er hatte einen Sohn mit Namen Johann. Als Kind spielte dieser mit Minchen, der Tochter des Bürgermeisters. Sie waren beide im gleichen Alter und schon als Kinder verliebten sich beide und schworen sich ewige Treue.

Die Jahre gingen ins Land und aus den Kindern waren Erwachsene geworden. Als Johann seine Ausbildung als Sargbauer in der Stadt beendet hatte und zurückkehrte, um seinem Vater zu helfen, traf er sich mit Minchen. Unter einem Holunderbusch schworen sie sich wieder ewige Liebe. Als der Bürgermeister vom Treffen der beiden Liebenden erfuhr, setzte er alles daran, sie auseinander zu bringen.

Er machte Johann das Leben schwer, indem er ihn im Dorf anschwärzte. Überall erzählte er von dem Taugenichts, der nur unsaubere Arbeit ablieferte und dafür noch viel Geld verlangte. Zuletzt gebot er seiner Tochter, sich weder mit Johann zu treffen noch ihn zu sprechen oder ihm keine Liebesbriefe zu senden. Dieser Hungerleider, der nur mit Toten zu tun hat, kommt nicht in mein Haus, erklärte er seinem Minchen mit Nachdruck.

Als Minchen trotz des Verbots ein letztes mal nachts aus dem Haus schlich, um ihren Johann zu treffen, lag ihr Vater schon auf der Lauer. Und als sie sich gerade in den Armen lagen, ging er wie eine Furie zwischen die Liebenden und schlug auf Johann ein. Seine Tochter zog er an den Haaren hinter sich her. Johann, der schwer verletzt auf dem Weg liegen blieb, sah nur noch ihr Gesicht, das von Kummer gezeichnet war. Er schwor, sich bitterlich zu rächen.

Bevor aber der Morgen graute, war Johann an seinen Verletzungen gestorben. Sein Vater, der Totengräber, grub auf dem kleinen Friedhof ein Grab für seinen Sohn. Zur Beerdigung kam das ganze Dorf. Unter den Trauergästen war auch der Bürgermeister und seine Tochter. Johann sei überfallen und getötet worden, hieß es. Die Gendarmerie suchte nach dem Täter, doch ohne Erfolg. Und Minchen schwieg, so erschüttert war sie. Sie konnte nicht glauben, was geschehen war. Hatte ihr eigener Vater Johann tatsächlich getötet?

So gingen einige Jahre ins Land. Minchen blieb in ihrer Trauer ledig. Freier um Freier tauchten auf dem Hof auf und hielten um Minchens Hand an. Doch sie wies jeden ab - Tag für Tag, Jahr um Jahr. Sie war traurig und weinte häufig, doch fast jede Nacht erschien ihr Johann im Traum. Dann sprach sie mit ihm und herzte ihn.

Immer mehr verschloss sie sich vor der Welt. Doch wenn es dunkelte, ging sie in ihr Zimmer, legte sich ins Bett und wartete auf den Schlaf. Sie spracht mit niemanden mehr, nicht einmal mit ihrem Vater. Bald hieß es im ganzen Dorf, Minchen wäre verrückt geworden. Sie saß den ganzen Tag nur noch am Fenster, schaute hinaus, bis die Dämmerung eintrat. Schließlich verweigerte sie Essen und Trinken. Und eines Morgens stand sie nicht mehr auf. Der Tod hatte sie im Schlaf zu sich genommen.

In dieser Nacht hatte der Bürgermeister einen Traum. Er sah, wie in weißen Nebel gehüllt, Johann vor sich stehen. Dieser winkte ihm zu und lachte so laut, dass er aufwachte. Da bemerkte er eine weiße Gestalt, und er meinte zu erkennen, dass diese in den Armen sein Minchen hielt. In Panik stürzte er in das Zimmer seiner Tochter und starrte ungläubig auf die Gestalt im Bett. Es war Minchen und sie war tot. Auf ihre Lippen hatte jemand ein glückliches Lächeln gezaubert.

Sie wurde auf der großen Diele aufgebahrt. Sie sah in ihrem Sarg so wunderschön und glücklich aus, dass keiner glauben mochte, eine Tote vor sich zu haben. Der Bürgermeister gramgebeugt und voller Reue hielt die Totenwache am Sarg. Zwei alte Frauen saßen bei ihm und beteten.

Plötzlich waren deutlich zwei weiße Gestalten zu sehen, die am Kopfende des Sarges standen und winkten. Erschrocken liefen die Frauen hinaus und riefen das ganze Dorf zusammen. Beherzte Männer betraten die Diele und sahen den Bürgermeister mit weit aufgerissenen, angstvollen Augen tot auf der Erde liegen.

Vielleicht haben sich Johann und Minchen an diesem Ort immer getroffen. Das weiß niemand so genau, wo ihr heimlicher Treffpunkt war. Aber vielleicht triffst auch Du auf ihre, nun im Tot miteinander vereinigten Seelen. Darum störe sie nicht und verhalte die friedlich an diesem Ort!

Additional Hints (Decrypt)

Nz Shßr qrf Onhzrf, avpug "vz" Onhz

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)