Mal wieder ritt
Robert auf seinem alten Drahtesel durch die Weite der Prärie
des ehemaligen wilden Westen.
Bei der Hitze und all dem Staub war es ein sehr beschwerlicher Ritt
und er wünschte sich nichts sehnlicher als ein Pferd.
Genau: ein Königreich für ein Pferd!
Aber oje, er hatte ja gar kein Königreich, denn er war ja weder
König noch reich.
Unzufrieden mit sich und der Welt strampelte er weiter und
knobelte an einer Lösung für sein Problem.
In dieser Gegend gab es leider keine offenen Stellen für einen
König,
aber wie wäre es mit reich werden.
Robert überlegte wie er wohl am schnellsten reich werden
könnte.
Angeblich sollte doch hier das Gold auf der Straße liegen.
Er hielt an und betrachtetet den Weg aus der Nähe.
Kein Gold zu sehen. Nur Staub, Staub und noch mehr Staub.
Er schwang sich also wieder auf seinen Drahtesel und radelte
weiter.
Plötzlich sah er in der Ferne eine riesige Staubwolke und sie kam
näher auf ihn zu.
Kurz darauf konnte er ein merkwürdiges Donnern hören.
Er hielt an, stieg ab und setzte seinen alten Rucksack ab.
Er öffnete ihn und kramte darin herum, bis er das Fernglas,
welches ihm sein Großvater einst schenkte, fand.
Seine Hände zitterten.
Er versuchte durch das Fernglas zu erkennen, was sich da auf ihn zu
bewegte.
Er traute seinen Augen nicht!
Ein Pferd hatte er sich gewünscht!
Eins!
Und jetzt galoppierten Hunderte auf ihn zu!
Welch ein Glücksgefühl stieg in ihm auf und er sah sich schon in
den Sonnenuntergang reiten.
Jetzt stellte sich ihm nur noch die Frage, wie er die Herde zum
Anhalten bringen sollte.
Und er musste sich schnell etwas einfallen lassen.
Sehr schnell!
Denn die Herde war nur noch wenige hundert Meter von ihm entfernt
und
das Donnern der Hufe war schon unglaublich laut.
Jetzt hatte er eine Idee!
Doch zu spät!
Die Pferde hatten ihn schon erreicht und galoppierten um ihn herum
und an ihm vorbei!
Mit schlotternden Knien stand er auf dem Weg und
war heilfroh nicht unter die Hufe gekommen zu sein.
Leider hatte sein Drahtesel nicht so viel Glück gehabt.
Dieser war nur noch ein klägliches Häufchen Schrott.
Also ging Robert zu Fuß weiter seines Weges.
Während er so durch den Dreck stiefelte und mit seiner Lage
haderte,
bemerkte er plötzlich einen kleinen Zettel an einem der
Telegrafenmasten.
Was sollte das bedeuten?
Er hatte keine Ahnung!
Als Robert so dastand und grübelte, bemerkte er, dass die Herde zum
Stillstand gekommen war!
Die Pferde standen etwa 150m von ihm entfernt.
Er wollte schon los rennen um sich ein Pferd zu schnappen.
Dann fiel im aber siedendheiß ein, dass diese Herde vielleicht
jemandem gehören könnte.
Und in diesem Teil der Welt ist man nie zimperlich mit Pferdedieben
umgegangen.
Er nahm also sein Fernglas zur Hand, entstaubte es etwas und
schaute sich die Tiere an.
Alle waren markiert, was ein untrügliches Zeichen dafür ist, dass
jemand wohl den Verlust eines Pferdes bemerken würde.
Also mußte er wohl oder übel doch auf Schusters Rappen weiter
ziehen.
Da fiel im der Zettel am Telegrafenmast wieder ein.
Er hob noch einmal das Fernglas, um die Tiere näher zu
betrachten.
Für ihn sahen sie alle gleich aus.
Doch Moment mal!
Zwei der Pferde fielen im besonders auf.
Aber warum gerade diese Beiden?
Jetzt wußte er es: Das eine musste deutlich älter sein, als es sein
sollte und
das andere deutlich jünger!
Er schaute sich die beiden noch etwas genauer an und
ein Grinsen machte sich auf seinem Gesicht breit!


Er hatte verstanden, was Hironimus gemeint hatte und
er wußte wo er den Schatz in der Erde finden würde.
Vielleicht, war der Schatz so groß, dass er sich dann endlich ein
eigenes Pferd kaufen könnte.
Oder noch besser: Ein eigenes Motorrad!
Ob die Suche sich lohnt, sagt dir
Hironimus.
