"Eine zum Christentum bekehrte wendische
Häuptlingstochter wurde von zwei noch unbekehrten Wenden im dichten
Walde angefallen um ihr Leids zuzufügen. In ihrer Angst rief sie
die heilige Anna um Schutz und Hilfe an; diese erbarmte sich ihrer
und verwandelte sie in ein flüchtiges Reh, als welches sie ihren
Verfolgern entschlüpfte. Auf der Stelle, wo dies geschehen, soll
die Kirche erbaut worden sein." (Kirchengemeindearchiv
Crussow)
Mit dieser Legende beginnt die Geschichte dieses beschaulichen
Fleckchens im Südosten der Uckermark. Im Jahre 1256 wurde die St.
Annen-Kirche an eben jener Stelle gegründet. Die Feldsteinkirche
prägt auch heute noch das Ortsbild. Erst im Jahre 1335 wurde
Crussow erstmals urkundlich erwähnt, was von den Bewohnern des
Ortes gerne augenzwinkernd mit einer gesetzestreuen und
selbstständigen Einstellung begründet wird. Im Einflussbereich des
Klosters Chorin gedieh die Ortschaft in den folgenden Jahrhunderten
und wuchs zu einem der größten Dörfer der Ostuckermark heran. Die
Herkunft des Ortsnamens ist indes bis heute strittig. Einzig der
Slawische Ursprung (wie die Endung -ow bei vielen Dörfern der
Uckermark verrät) ist gesichert. In Frage kommen krusa -
Birne, kru(z)s - Salzklumpen oder die Ableitung von einem
Namen.
Bereits seit dem 14. Jahrhundert besaß die Familie von Aschersleben
zu Crussow hier Ländereien und Wirtschaften in deren Besitz die
Gemarkung bis 1745 verblieb bevor das Dorf für 100000 Taler an den
Justizrat Johann Conrad von Risselmann verkauft wurde (siehe auch
GC2FYK3). Zu den am längsten ansässigen
Bewohnern und Eigentümern der Ortschaft zählte auch die
Adelsfamilie von Buch, die hier nachweislich seit dem 15.
Jahrhundert Grund und Boden besaß. Nachweislich seit dem Jahre 1542
gab es in Crussow auch einen Krug bzw. eine Gastwirtschaft, was
weiteres Anzeichen eines florierenden Ortes ist.
Während des Dreißigjährigen Krieges jedoch wurden viele Höfe
verlassen und im Jahre 1624 wurden nur noch 16 Bauern und 11
Kossäten (Katenbewohner) gezählt. Die Ortschaft wurde jedoch nicht
aufgegeben und die Einwohnerzahlen stiegen im Verlauf der folgenden
Jahrhunderte wieder stetig an. Im Jahre 1808 wurde das zu Crussow
gehörende Vorwerk Henriettenhof gegründet, welches als
Relaisstation zum Wechsel von Postpferden diente und der Familie
von Buch gehörte. 1861 ging es in den Besitz von August Wilhelm
Bernsee über, dessen Frau schließlich zur Namensgeberin
wurde.
Nach einem Blitzeinschlag und Brand in der Kirche im Jahre 1827
wurde diese noch im selben Jahr wieder saniert und 1864
umgestaltet. Die zwischen 1849 und 1851 vom Mühlenmeister erbaute
Bockwindmühle wurde bei einem Sturm im Jahre 1915 zerstört.
Die wohl spektakulärste Entdeckung in der Geschichte des Dorfes
machte der Besitzer des Vorwerkes Henriettenhof im 19. Jahrhundert
auf der Feldmark. Hier wurden insgesamt 33 behauene und etwa 5000
Jahre alte Steinkisten ausgegraben. Im Angermünder Heimatmuseum
werden noch einige Grabbeigaben und ein komplettes menschliches
Skelett aus diesen jungsteinzeitlichen Gräbern aufbewahrt.
Zum Ausgang des 19. Jahrhunderts zählte die Ortschaft (mit den
zugehörigen Ortsteilen Neuhof und Henriettenhof) rund 600
Einwohner. Mit fünf eigenständigen und freien Bauernhöfen,
ortsansässigem Kaufmann, Mühlenmeister und Schuhmacher sowie einer
Brennerei und Schmiede wurde das Dorf als wohlhabend betrachtet. Um
das Rittergut gab es zu diesem Zeitpunkt 37 größere Häuser. Schon
im Jahre 1931 waren es dann 87.
An Heiligabend des Jahres 1910 gab es den ersten elektrischen Strom
in Crussow. Während des ersten Weltkrieges kam es im Juni 1917 zu
einem verheerenden Brand, der 12 Familien obdachlos machte. Im
selben Jahr endet die Ära der Familie von Risselmann und das Dorf
geht durch Erbfolge an Graf Reinhold Fink von Finkenstein über, der
1926 verstarb. Seine Schwester Carola von Lanngen-Steinkeller und
ihr Mann übernahmen das Gut und führten es noch bis 1945
weiter.
Die jahrhundertelange Eigenverantwortung des Dorfes geht 1992 mit
der Gründung des Amtes Angermünde-Land zu Ende. Im Oktober 2003
wird das Dorf offiziell zur Stand Angermünde eingemeindet.
Anlässlich der 750-Jahr-Feier des Bestehens des Dorfes im Jahre
2006 wurde im Zentrum des Dorfes ein Gedenkstein errichtet, an dem
auch die Cacherunde beginnt...
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'A Wendish chief daughter that had converted
to Christianity was attacked by two unconverted Wends in tight
forest to do her harm. In her fear she praised the sacred Anna for
her prtection and help; she has pity with her and transformed her
into an absconding roe. So she slipped away from the persuers. At
the very place, where this happened, the church should have been
built.' (congregation archive Crussow)
With this legend the history of this contemplative location in the
southeastern part of the Uckermark begins. In the year 1256 the St.
Annen church was founded at this very place. The cobblestone church
still determines the townscape. Not before the year 1335 Crussow
was documented, which the residents winkingly justify with their
law-abiding and independent attitude. Within the jurisdiction of
the abbey of Chorin the locality grew to one of the largest
villages of the eastern Uckermark during the following centuries.
However, the origin of the place name is controversial up to the
present. Only the Slavic origin (as the ending -ow reveals) is
assured. Krusa - pear, kru(z)s - salt cluster or
the deduction from a name must be considered.
Already in the 14th century the family von Aschersleben zu Crussow
owned estates. The district remained in their property until 1745
and was sold for a total of 100000 talers to the counsellor of
justice Johann Conrad von Risselmann (also see GC2FYK3). The aristocratic family von Buch is
numbered among the long-time residential inhabitants and owners of
the village as well, verifiably owning property from the 15th
century. Demonstrably from the year 1542 an inn was kept in
Crussow, that shows another sign of a prospering village.
In the course of the Thirty-Years War many farms were left and in
the year 1624 only 16 farmers and 11 cottars lived in Crussow. But
the village was not abandoned and the number of inhabitants grew
continuously during the following centuries. In the year 1808 the
outwork Henriettenhof that belongs to Crussow was founded. It was
used as relay station for the exchange of post horses and was owned
by the family von Buch. In 1861 it changed hands to August Wilhelm
Bernsee, whose wife became the eponym.
After a lightning strike and a fire in the church in 1827, it was
renovated in the very same year and rearranged in 1864. The wind
mill that was built by the mill master between 1849 and 1851 was
destroyed by a storm in the year 1915.
The most spectacular discovery in the history of the village was
done by the owner of the outwork Henriettenhof on the fields in the
19th century. A total of 33 milled about 5000 years old stone boxes
were unearthed. The Angermünde local museum preserves some burial
objects and a complete human skeleton from these New Stone Age
graves.
In the end of the 19th century about 600 inhabitants lived in the
village (including Neuhof and Henriettenhof). With five independent
and free farmsteads, local merchant, mill master and shoemaker as
well as a distillery and smithy the village was considered being
prosperous. Around the manor 37 bigger houses were found at this
time. As soon as 1931 it were 87.
On Christmas' Eve 1910 electricity was introduced in Crussow.
During World War One, in June 1917 a devastating fire made 12
families homeless. In the same year the era of the von Risselmann
family ended and following succession the village was passed on to
count Reinhold Fink von Finkenstein, who died in 1926. His sister
Carola von Lanngen-Steinkeller and her husband take it over and
perpetuated the manor until 1945.
The century-lasting individual responsibility of the village ended
in 1992 with the foundation of the agency Angermünde-Land. In
October 2003 Crussow finally was officially incorporated to the
city of Angermünde.
In 2006, on the occasion of the 750-year-celebration of the
existence of the village, in the center of the village a memorial
stone was put up. And right here the cache tour starts...
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Euer Cachemobil könnt ihr direkt an der Kreuzung
in Sichtweite des Gedenksteines parken.
Begebt euch nun nacheinander zu den Stationen und beantwortet
folgende Fragen:
S1
Welches Tier ist auf dem Haus gegenüber des ehemaligen Dorfkruges
zu erkennen?
Hahn (A=2), Pferd (A=4) oder Hirsch (A=5)
S2
Welche Wetterlage ist als fünftes beschrieben?
Regen (B=3), Sturmflut (B=5) oder Sturm (B=7)
S3
Wie viele Gefallene sind auf dem Gedenkstein erwähnt (C)?
Folgt dem kleinen Fußweg zwischen den Häusern zur nächsten
Station.
S4
Wie viele pflanzliche Erzeugnisse sind auf dem Schild geschrieben
(D)?
Folgt dem Weg zwischen den alten Bauten des ehemaligen Gutshofes
hindurch zur nächsten Station.
S5
Wie viele Buchstaben hat das erste Wort des Kita-Namens (E)?
Biegt nun nach rechts wieder zur Hauptstraße ab. Die Gebäude links
(inkl. der Kita) waren früher das Haupthaus des Gutshofes.
S6
Wie viele Bewacher sind auf der Kirchenglocke aus dem Jahre 1532
abgebildet (F)?
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You can leave your car next top the crossroads
in viewing distance of the memorial stone.
Betake yourself to the following stages and answer the following
questions:
S1
What animal canbe seen on the roof of the house vis-à-vis of the
former saloon?
cock (A=2), horse (A=4) or deer (A=5)
S2
What kind of weather is described fifth?
rain (B=3), storm flood (B=5) or storm (B=7)
S3
How many dead soldiers are listed on the memorial stone (C)?
Follow the little footpath between the houses to the next
station.
S4
How many vegetable products are written on the sign (D)?
Follow the way between the old houses of the former estate to the
next station.
S5
How many letters does the first word of the name of the
kindergarten consists of (E)?
Now turn right back to the main road. The houses on the left side
(incl. the kindergarten) formerly build the main building of the
estate.
S6
How many minders can be seen on the bell from the year 1532
(F)?
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