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Auf dem Weg zur Gutleutkaserne Traditional Cache

This cache has been locked, but it is available for viewing.
Hidden : 10/1/2010
Difficulty:
2 out of 5
Terrain:
1 out of 5

Size: Size:   micro (micro)

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Geocache Description:


Dies ist unser dritter Cache bei unserer kleinen Runde rundum Westhafen/Gutleutviertel, und es handelt sich hierbei um einen Micro; keine Filmdose.
Dieser Cache soll euch zum einen das schöne Gebäude der Gutleutkaserne näher bringen, und zum anderen daran erinnern die Steuererklärung immer pünktlich beim Finanzamt einzureichen.

big smilebig smilebig smile

Eigentlich wollten wir die Dose direkt an der Kaserne verstecken - leider war es dort bereits besetzt, sodass wir ein wenig umdisponieren mussten. Von der Stelle, an der der "Kleine" versteckt ist, ist sowohl das Gebäude der Kaserne als auch die gelbe Zipfelmütze des Finanzamtes zu sehen.


Gutleutkaserne Gutleutstraße 112-116 60327 Frankfurt am Main.

Die Gutleutkaserne wurde geplant und entworfen als Standartplanung bei der Preußischen Oberbaudirektion Berlin von dem Garnisons- und Bauinspektor F. Bruhns für das Königliche Kriegsministerium Berlin. Sie wurde in den Jahren 1877 – 1879 unter Leitung von A.C. Zacharias auf freiem Feld erbaut. Absicht dabei war, die Frankfurter Bevölkerung nach der Annektierung und Besetzung Hessens durch Preußen im Jahre 1866 besser unter Kontrolle zu halten. Sie sollte als Symbol für „Preußens Gloria" dazu beitragen, das unrühmliche Ende der glanzvollen Unabhängigkeit der Freien und Reichsstadt am Main zu zementieren. Der Name der Kaserne leitet sich natürlich vom Gutleuthof her.
Die Gutleutkaserne folgt architektonisch mehreren historischen Vorbildern, so etwa den oberitalienischen Talburgen des 14. und 15. Jahrhunderts und in näherer Umgebung der Husaren-Kaserne in Wiesbaden-Bibrich von 1884.
Die Kaserne ist ausgeführt nach dem Gebot der Sparsamkeit. Sie war als einer der modernsten, dem damaligen Stand der Technik entprechenden Zweckbauten Frankfurts anzusehen. Zu ihrer Ausführung wurden, wie es bei preußischen Standartplanungen üblich ist, in hohem Masse heimische Baumaterialien herangezogen. Z.B. Hölzer – zum größten Teil Eiche – aus dem Stadtwald, roter Mainsandstein aus der Gegend von Miltenberg oder Marktheidenfeld, Ziegelsteine aus einer Grube in Hainburg und standardisierte Eisenteile – Stützen, Pfosten, Träger, Fenster – aus der ansässigen Stahlindustrie. Als Transportweg wurde in den meisten Fällen der Main benutzt. Die Einbindung der Frankfurter Handwerkerschaft und Industrie unterstützte die Akzeptanz der Preußen in Frankfurt. Interessant ist, dass mit dem Bau der Gutleutkaserne in einer Zeit begonnen wurde, in der das Bahnhofsviertel noch von Wällen und Gleisen mehrerer Eisenbahngesellschaften durchzogen war.Die Kaserne wurde am Südrand des Gleisfeldes des damals als Projekt existierenden Hauptbahnhofs erbaut. Mit Nebenbauten und Höfen betrug die Grundfläche der Kaserne 42.600 m² bei einer Straßenfrontlänge von 260m und einer mittleren Tiefe von 173m. „Die Anlage enthält 3 getrennte Bataillons-Kasernen,
1 besonderes Arresthaus, 1 Exerzierhaus für 1 Regiment, 1 Pferdestall für 28 Offizierspferde,
3 Bataillons-Latrinen von denen 2 nebeneinander erbaut sind, ferner 2 Schuppen für Scheiben, Geräthe usw.", so aus einem Buch des Frankfurter Architekten- und Ingenieur-Vereins von 1886 „Frankfurt am Main und seine Bauten".
Das Hauptgebäude der Kaserne ist an der Straße in einen Mittelbau und 2 Flügel und Zwischenbauten gegliedert. Der Mittelbau und die Flügelbauten bestehen, abgesehen von den Türmen, aus dem Erdgeschoß und 2 Obergeschossen, die Zwischenbauten aus 2 Obergeschossen. Im Mittelbau waren im Erdgeschoss die Wachräume, im ersten Obergeschoss Büros und Wohnräume untergebracht. Im Mittelbau befand sich der durch zwei Geschosse reichende Betsaal, der die ganze Tiefe des Gebäudes einnimmt.
In den Flügelbauten lagen die Wohnräume für Offiziere und Beamte. Ferner für verheiratete und ältere Unteroffiziere. Im östlichen Flügelbau lagen die Offiziers-Speiseräume und die Wohnräume für Mannschaften (10männige Stuben). Die Wirtschaftsräume, Küchen und Vorratsräume, Speisesäle und die Brauseräume waren im Kellergeschoss untergebracht. Werkstätten lagen im Dachgeschoss der Zwischenbauten. Um den Mittelbau gruppieren sich Kaserne 2 und 3, deren Fassaden aus rohem Sandstein bestehen. Weitere Informationen findet ihr hier



Gutleutkaserne, Fassadenaufriss (1886) - Quelle



Gruß aus Frankfurt a.M.
Mein Regiment
Postkarte Jahr unbekannt -  
Quelle



Gruß aus der Garnison
Kaserne des I. Hessischen Infanterie Regiments no. 81,
Postkarte von Dezember 190
2 - Quelle



Polizeiunterkunft Gutleut,
Karte von 1929 - Quelle

Die Gutleutkaserne verfiel zunehmend. Während die Denkmalschützer des Landes Hessen und der Stadt Frankfurt die Kasernenanlage erhalten wollten, war der Magistrat von den Restaurierungsplänen nicht begeistert. Vor allem die SPD plädierte dafür, das „Sinnbild für die Unfreiheit Frankfurter Bürger" zu schleifen und stattdessen mit dem Bau neuer Wohnungen Impulse für eine Sanierung des Gutleutviertels zu geben. 1978/79 wurde die Anlage gegen den Widerstand der Denkmalfachbehörden abgebrochen. Die Erhaltung des städtebaulich wichtigen Kopfbaus zur Gutleutstraße konnte schließlich erreicht werden. Er wurde 1979 unter Denkmalschutz gestellt. Während der mühevoller Planungen darüber, was aus der Kaserne einmal werden sollte, stand sie leer und gammelte weiter vor sich hin.
Die Frankfurter Neue Presse berichtete: Endlos lang scheinen die Gänge, eintönig von Stockwerk zu Stockwerk, immer das gleiche Bild. Müll, Dreck, herabgefallener Putz: Wer durch die seit fast einem Jahr verlassene Gutleutkaserne geht, hinterlässt Fußspuren in Staub. Zimmer reiht sich an Zimmer. Leer und in schier unterträglich knalligen Farben gestrichen…."
Allerdings leer war die Kaserne nicht so ganz. Trotz der beschädigten schmutziggelben, mit Sandsteinquadern durchsetzten Backsteinmauern und zerbrochenen Fensterscheiben, fand sie im Laufe der Zeit Nutzer. Wohnsitzlose hielten hier rauschende Partys und fanden ein trockenes gemütliches Nachtquartier. Selbst ein „Tatort" wurde hier gedreht. Auch fand Günther Strack mit einem Fernsehteam des ZDF für eine Krimiserie hier einen Drehort. Auch eine Gruppe von Kindern und Jugendlichen, die sich „Die Ducky-Boys" nannten, hatten sich die Gutleutkaserne zu ihrem Treffpunkt auserkoren. Vielleicht waren diese der Ursprung des Gedankens des 1983,anläßlich einer amerikanischen Militärflugschau zu Tode gekommenen Frankfurter Stadtjugendpfarrers und seit 1981 Pfarrer der ehemaligen Gutleutgemeinde und seiner Familie, die Kaserne, auch wegen der vorhanden Turnhalle, teilweise für ein Jugendzentrum zu benutzen.
Mit dem Abriss aller Kasernengebäude 1979/80, natürlich bis auf den Kopfbau, verschwanden auch die „Ducky-Boys" wieder. Auch das Ansinnen des am 22. Mai 1983 von einer kanadischen Militär-flugzeugs mit seiner Familie erschlagenen Pfarrers der ehemaligen evangelischen Gutleutgemeinde, Martin Jürges, die Kaserne mehr für die Öffentlichkeit zu nutzen und darin auch ein Jugendzentrum zu errichten, wurde bei der Planung nicht berücksichtigt.

Der Betsaal
Eine Besonderheit in der Kaserne 1 war der Betsaal, der durch zwei Geschosse reicht und in ganzer Tiefe das Gebäude einnimmt. In ihm hielten die verschiedenen Konfessionen ihre Gottesdienste ab und es fanden dort Feiern statt. Infolge der Hygienevorstellungen der Amerikaner war er immer wieder „überpinselt" worden. Unter mehr als einem Dutzend Öl- und Dispersionsanstrichen fanden sich bei der Restaurierung aussagekräftige Reste der ursprünglichen Farbgebung in Leimfarbentechnik. Auf der Basis der Befunde wurde die Neufassung wieder in Leimfarbentechnik rekonstruiert. Ebenso wurden Reste von heraldischen Motiven der Bogenfriese in der Durchfahrt unterhalb des Betsaales freigelegt, gefestigt und schonend retuschiert. Die Wandflächen wurden nach freiem Entwurf marmorisiert, da kein Befund über ehemalige Wandmalereien festzustellen war.

Heute
Im Jahre 1985 renovierte man die Backsteinfassade des Gebäudekomplexes. 1994 wurde nach fünfjähriger Umbauzeit aus dem ehemaligen Militärbau ein Behördenzentrum. Heute sind dort u.a. mehrere Finanzämter, das Amt für Straßen- und Verkehrswesen Frankfurt der Hessischen Straßen- und Verkehrsverwaltung sowie das Hessische Landesarbeitsgericht untergebracht.

Weitere Informationen findet ihr hier oder im folgenden Buch:
Martin Strippel, Das Infanterie-Kasernement -
Die Gutleutkaserne zu Frankfurt am Main 1877 - 1980, August 1994

Und zum Schluss noch das Übliche:

Muggel-Allarm - Bitte gaaaaanz vorsichtig und unbemerkt heben
Muggles Alert - Please be very carefully and unnoticed, when you grab the cache


Additional Hints (Decrypt)

Unhoratrfpujvfgre / pbjy-fvoyvat ZNTARGVP!!!!!!!!!!!!! Oyrvog ovggr orvz Urora hanhssäyyvt - cyrnfr npg angheny!

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)