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Kohlevorkommen am Hohenpeißenberg EarthCache

Hidden : 10/9/2010
Difficulty:
1.5 out of 5
Terrain:
3 out of 5

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Geocache Description:


Vorbemerkung Dieser Cache war bereits einmal aktiv, wurde jedoch aufgrund fehlender geologischer Informationen vor Ort archiviert. Der Cache wurde nun hingehend veraendert, dass alle Informationen vor Ort gefunden werden koennen. Leider konnten die alten Logs nicht mit übernommen werden.

[DE]

Dieser Earthcache behandelt die Oberbayrischen Kohlevorkommen zwischen Lech und Inn. Die Koordinaten des Caches liegen bei dem Bergbaumuseum in Peissenberg, mit deren freundlichen Unterstützung und Genehmigung die Informationen veröffentlicht werden können.

Vor rund 40 Millionen Jahren war die Verteilung von Wasser und Land im heutigen bayrischen Raum wesentlich anders als heute. Ein Südmeer und ein Nordmeer, aus denen später das Mittelmeer und die Nordsee wurden, bedeckten weite Teile Europas; nur das Alpengebiet war Festland.

Das damalige Klima in Mitteleuropa war tropisch heiss und feucht. In flachen Lagunen oder von der Tiefsee abgeschnürten Meeresbuchten mit Brackwasser, aber auch in versumpften Niederungen entstanden weit ausgedehnte Torf- und Waldmoore, in denen bei den günstigen Vegetationsbedingungen ein üppiges Pflanzenwachstum herrschte.

Durch die Bewegungen der Erdkruste im Tertiär - vor allem den Senkungsperioden der Küstengebiete - wurden weite Teile der Torflager mit Tonschlamm und Sand überlagert. Durch den luftdichten Abschluss der Torfschichten und der damit verhinderten Verwesung entstanden im Alpenvorland im Laufe der Jahrmillionen am Rande des Meeres eine ständig wechselnde, Hunderte von Metern mächtige Schichtfolge von Meeres-, Brackwasser- und Landablagerungen, die Molasseschichten genannt werden. Nicht nur Ton, Torf und Sand lagerten sich in jener Zeit ab, sondern auch die Überreste der damaligen Lebewesen, die in jenen Schichten konserviert wurden. und noch heute Aufschluss über den Verlauf dieses Teils der Erdgeschichte geben.
So finden sich in den Molasseschichten neben Blättern tropischer Bäume und Farne eine Vielzahl Muschelschalen und Schneckengehäuse in einem meist noch ausgezeichneten Erhaltungszustand. Aber auch Haifischzähne, Fischschuppen, Reste von Schildkrötenpanzern und sogar Knochen der ersten Säugetiere wurden gefunden.

Die Entstehung der Torflager im oberbayerischen Raum erfolge im Alttertiär, genauer gesagt im Oligozän. In den darauffolgenden zehn bis fünfzehn Jahrmillionen verdichteten und verfestigten sich die abgelagerten Schichten unter dem Druck der sie überlagernden Gesteine. So wurde aus dem kalkigen Tonschlick Mergel, aus Sand Sandstein und schliesslich aus Torf weiche Braunkohle.
Im Miozän, der ersten Epoche des Jungtetiärs, vor rund fünfundzwanzig Millionen Jahren, begann dann wie in der ganzen Welt so auch im Alpengebiet eine Zeit gesteigerter Gebirgsbildung. Unter dem Zwang ungeheurer Kräfte aus dem Erdinneren wurden in mehreren Phasen die Gesteinsserien vom Süden her aufgefaltet und zu mächtigen Decken und Schuppen auf- und übereinandergeschoben. Diese Bewegungen erfassten auch die alttertiären Molasseschchten des Alpenvorlandes, pressten sie zu einzelnen Mulden und Sätteln zusammen, stellten die Schichtpakete zum Teil steil auf und zerrissen sie schliesslich in mehrere Schuppen. Damals entstand im wesentlichen die Lagerungsform der voralpinen "gefalteten Molasse"; mehrere schmale, in Ost-West-Richtung langgestreckte, teilweise über eintausend Meter tiefe Mulden.


[Bild1]

Die kohleführenden Mulden liegen zwischen Lech und lnn. Unter dem Einfluss des gewaltigen Druckes bei der Alpenfaltung sowie der hohen Temperatur in der Tiefe machte die damals noch weiche Braunkohle der oberbayerischen Kohlenvorkommen einen beschleunigten und intensivierten Veredelungsprozess mit, den wir mit "Inkohlung" bezeichnen. Aus der ursprünglichen Torfmasse wurde Weichbraunkohle, aus dieser Hartbraunkohle und schlienlich Glanzkohle.
Ihrem rohstofflichen Charakter nach nimmt die Glanzkohle eine Zwischenstellung ein zwischen der Braunkohle und der wesentlich älteren Steinkohle, etwa der aus dem Ruhrgebiet oder dem Saarland. Dementsprechend liegt der Heizwert der Glanzkohle mit 5500 Wärmeeinheiten zwischen dem der Steinkohle mit rund 7500 und dem der Braunkohle mit etwa 2000 Wärmeeinheiten. Der Aschegehalt (rund 10 Prozent) und der Wassergehalt (rund 8 bis 1O Prozent) der oberbayerischen Kohle ist höher als der der Steinkohle, erreicht jedoch bei weitem nicht die Werte der Braunkohlen. Infolge ihres - geologisch gesehen - geringen Alters hat die Glanzkohle einen relativ hohen Gehalt an flüchtigen Bestandteilen. Sie ähnelt dabei in ihrem Brennverhalten den jüngsten Steinkohlen der Ruhr, den Gasflammkohlen. In den Molasseschichten gibt es rund dreißig Flöze, von denen aber höchstens sechs über größere Flächen hinweg "bauwürdig" sind, das heißt in den Bergwerken wirtschaftlich abgebaut werden können.


[Bild2]

Die Stärke der Flöze sind so gering, daß in den Abbauen nicht aufrecht gearbeitet werden konnte. Ein weiterer Nachteil der oberbayerischen Flöze ist, dass zwischen den einzelnen Kohlelagen zahlreiche "Bergemittel" liegen, das heißt Streifen tauben Gesteins, die beim Abbau mitgenommen werden mußten. Deshalb enthält zum Beispiel ein Förderwagen mit und einer Tonne Inhalt im Durchschnitt nur etwa 500 Kilogramm verwertbare Kohle. In ihrer jüngsten geologischen Geschichte seit der Auffaltung der Alpen wurden die Kohlenvorkommen nicht mehr wesentlich verändert. Durch die ständige Verwitterung wurden die höhergelegenen Teile der tertiären Schichten mit den darinliegenden Flözen in jahrtausendelanger Arbeit abgetragen; nur die härteren Gesteinsschichten leisteten stärkeren Widerstand. Mancher Berg des Alpenvorlandes, wie der Hohenpeißenberg oder der Tölzer Kalvarienberg, entstand auf diese Weise. Während der Eiszeiten wurde die Abtragung durch die Gletscher fortgesetzt und schließlich das ganze Gebiet von Moränen überdeckt. Mächtige Schotter-, Lehm- und Tonbänke von teilweise über einhundert Meter Höhe überlagerten die kohlenführenden Schichten und bestimmen damit weitgehend das heutige Landschaftsbild. Später gruben sich die Bäche und Flüsse in die lockeren Moränen ein und legten immer wieder die älteren Tertiärschichten frei. Hier war es dann auch, wo die in der Molasseschichten eingelagerten Kohleflöze zuerst entdeckt wurden.

Die ersten Aufzeichnungen über Kohlengräbereien am Hohenpeißenerg datieren vom Ende des sechzehnten Jahrhunderts; die ersten Nachrichten über weitere Bergbauversuche in Penzberg und bei Miesbach kommen aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Erst mit dem Beginn der Industrialisierung ab 1800 wurde jedoch die Aufsuchung der oberbayrischen Kohlen wirtschaftlich interessant.

Die Geschichte des Bergbaus in Peissenberg wird durch einen Multicache direkt auf demselben Gebiet dargelegt: Bergbau Peißenberg - Tiefstollen

Ich empfehle jedem den Besuch des Bergbaumuseums, hier wird auf die Entstehung der Kohle und die geschichtliche Nutzung der Kohle sehr detailliert erläutert.

Stollenweg

Direkt am Bergbaumuseum beginnt der Stollenweg, ein Lehrpfad für Bergbau, Geologie und Landwirtschaft. Der gesamte Weg ist über 10 km lang und führt durch die Bergbauregion rund um den Hohenpeißenberg. Um die weiter unten gestellten Fragen zu beantworten müßt ihr am Stollenweg entlangwandern, und zwar auf dem Teilstück zwischen dem Bergbaumusesum und dem Unterbau. Die Antworten auf die Fragen finden sich auf unterschiedlichen Hinweisschildern entlang dieses Pfades.

Der Pfad ist mit Holzschildern "Stollenweg" gekennzeichnet und trägt die Nummer P4. Es sind etliche Höhenmeter zu überwinden und ihr bewegt euch auf engen Waldpfaden, die je nach Jahreszeit und Witterung sehr rutschig sein können. Seit also vorsichtig.

Um euch die Orientierung zu erleichtern, habe ich hier noch meinen GPX Track hochgeladen GPX Track Stollenweg 09.10.2010

Dieser Teil des Stollenwegs wurde von mir auch in Openstreetmap eingetragen. Wenn ihr den Cache macht und euer GPS ohnehin den Track aufzeichnet, würde ich euch bitten den Eintrag in OSM zu verbessern! Cache in - Path out!

Folgende Fragen müßen zum Loggen des Caches beantwortet werden:
  1. Wie breit ist die Peissenberger Mulde?
  2. Zwischen welchen Schichten stellt der Hohe Peißenberg eine Grenze dar?
  3. Durch welche zwei Arten von Gestein sind die Kohleflöze voneinenader getrennt?
  4. Welche Nummer trägt das Muschelexponat auf der Schautafel, die die Antwort auf die letzte Frage gibt?

Postet ein Foto von euch und/oder eurem GPS vor dem Eingang zum Stollen (bei den angegebenen Koordinaten)
Alle Fragen sind vor Ort lösbar!

Quellenangabe:

  1. Peissenberger Bergbau Museum, Heft 1, Januar 1981, Dr. Ernst Ursel
  2. Der Kohlenbergbau im Pfaffenwinkel, 1985, Dr. Ernst Ursel

Bildnachweis:
  1. Peissenberger Bergbau Museum, Heft 1, Januar 1981, Dr. Ernst Ursel, mit freundlicher Genehmigung
  2. Fotographien: angrox, Creative Commons License

[EN]

This earth cache is about the anthracite coal deposits in upper bavaria between the rivers Lech and Inn.
The coordinates are near the mining museum in Peißenberg which gave me permission to place this cache and provided information to the geological history.

Forty million years ago the distribution of water and land in the Bavarian region was substantially different then today. Two seas in the south and the north (which later became the Mediterranean and the North Sea) covered most of todays europe. Only the alpine regions were free of water. At that time the climate in central europe was tropical hot and the mainland was covered with forest and peat bogs.

Due to the motion of the earth's crust in the Tertiary - especially the drawdown of coastal areas - large areas of peat were covered with clay mud and sand. In the absence of oxygen the layers of dead plants and creatures began to grow over million of years on the foothills of the alps and became hunderds of meters thick. They were called molasse layers.

The formation of peat bogs in Upper Bavaria were created in the early tertiary or more precisely in the oligocene. In the following 10 to 15 million years the layers were compressed under the pressure of overlying rock layers. The result was brown coal from the molasse layers. In the miocene (25 million years in the past) the movement of the earth crust began to form the alps. Under the immense pressure the layers were folded over each other and formed mighty "scales" of rock. The folding also effects the molasse layers which formed individual saddles and basins, parted them, moved some upright and folded them again. The form of the "folded molasse" were slim basins oriented east-west with a deep up to several thousand meters.

See [Bild1] in the german text.

The basins containing coals were between the rivers of Lech and Inn. Due to the high pressure and the high temperature during the folding process the coal deposits in bavaria a process called coalification effected the layers enhancing the brown coal to anthracite.

Anthracite is a hard, compact variety of mineral coal that has a high luster. It has the highest carbon count and contains the fewest impurities of all coals, despite its lower calorific content. It is the most metamorphosed type of coal (but still represents low-grade metamorphism), in which the carbon content is between 92% and 98%. The term is applied to those varieties of coal which do not give off tarry or other hydrocarbon vapours when heated below their point of ignition. Anthracite ignites with difficulty and burns with a short, blue, and smokeless flame. [Reference for the last paragraph: http://en.wikipedia.org/wiki/Anthracite]

See [Bild2] in the german text.

The strength of the anthracite seams was so small that the miners could not work upright. Another disadvantage of the bavarian seams was the large amount of parting which must be moved out. Therefor a tram filled with 1000 kg material could hold only 50% coal and 50% partings.

The history of mining in Peissenberg is explained by a multi cache in the same area: Bergbau Peißenberg - Tiefstollen

I recommend everyone to visit the mining museum which is next to the cache coordinates.


"Tunnel path"

Starting at the museum there is a geological nature trail called "Tunnel path (or "Stollenpfad" in german). The trail is more then 10 km long and describes the mining in the region around the city of Peißenberg. To answer the question below you need to walk a certain part of the trail between the museum and "Unterbau" where you find different information boards.

The path is signposted with the following sign:

Beware: The path is a very difficult track and has some elevation. So be prepared!

You can download my GPX track here: GPX Track Stollenweg 09.10.2010

The part of the "stollenweg" was also uploaded to the openstreetmap project. Please help the project by enhance the quality of the map. Cache in - Path out!

Answer the following questions:
  1. How wide is the trough of Peissenberg?
  2. Between which layers is the "Hohe Peissenberg" a natural border?
  3. Which kind of stone seperates the coal seams from each other?
  4. On the last sign there is the picture of a mussel. Which number is on the picture?
Please post a picture of yourself or your GPS in front of the main tunnel entrance (at the cache coordinates)

Source and Credits: Please refer to the last part of the german text ("Quellenangabe" and "Bildnachweis")

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Additional Hints (No hints available.)