Vorbemerkung Dieser Cache war bereits einmal aktiv, wurde
jedoch aufgrund fehlender geologischer Informationen vor Ort
archiviert. Der Cache wurde nun hingehend veraendert, dass alle
Informationen vor Ort gefunden werden koennen. Leider konnten die
alten Logs nicht mit übernommen werden.
[DE]
Dieser Earthcache behandelt die Oberbayrischen Kohlevorkommen
zwischen Lech und Inn. Die Koordinaten des Caches liegen bei dem
Bergbaumuseum in Peissenberg, mit deren freundlichen Unterstützung
und Genehmigung die Informationen veröffentlicht werden können.
Vor rund 40 Millionen Jahren war die Verteilung von Wasser und
Land im heutigen bayrischen Raum wesentlich anders als heute. Ein
Südmeer und ein Nordmeer, aus denen später das Mittelmeer und die
Nordsee wurden, bedeckten weite Teile Europas; nur das Alpengebiet
war Festland.
Das damalige Klima in Mitteleuropa war tropisch heiss und
feucht. In flachen Lagunen oder von der Tiefsee abgeschnürten
Meeresbuchten mit Brackwasser, aber auch in versumpften Niederungen
entstanden weit ausgedehnte Torf- und Waldmoore, in denen bei den
günstigen Vegetationsbedingungen ein üppiges Pflanzenwachstum
herrschte.
Durch die Bewegungen der Erdkruste im Tertiär - vor allem den
Senkungsperioden der Küstengebiete - wurden weite Teile der
Torflager mit Tonschlamm und Sand überlagert. Durch den luftdichten
Abschluss der Torfschichten und der damit verhinderten Verwesung
entstanden im Alpenvorland im Laufe der Jahrmillionen am Rande des
Meeres eine ständig wechselnde, Hunderte von Metern mächtige
Schichtfolge von Meeres-, Brackwasser- und Landablagerungen, die
Molasseschichten genannt werden. Nicht nur Ton, Torf und Sand
lagerten sich in jener Zeit ab, sondern auch die Überreste der
damaligen Lebewesen, die in jenen Schichten konserviert wurden. und
noch heute Aufschluss über den Verlauf dieses Teils der
Erdgeschichte geben.
So finden sich in den Molasseschichten neben Blättern tropischer
Bäume und Farne eine Vielzahl Muschelschalen und Schneckengehäuse
in einem meist noch ausgezeichneten Erhaltungszustand. Aber auch
Haifischzähne, Fischschuppen, Reste von Schildkrötenpanzern und
sogar Knochen der ersten Säugetiere wurden gefunden.
Die Entstehung der Torflager im oberbayerischen Raum erfolge im
Alttertiär, genauer gesagt im Oligozän. In den darauffolgenden zehn
bis fünfzehn Jahrmillionen verdichteten und verfestigten sich die
abgelagerten Schichten unter dem Druck der sie überlagernden
Gesteine. So wurde aus dem kalkigen Tonschlick Mergel, aus Sand
Sandstein und schliesslich aus Torf weiche Braunkohle.
Im Miozän, der ersten Epoche des Jungtetiärs, vor rund
fünfundzwanzig Millionen Jahren, begann dann wie in der ganzen Welt
so auch im Alpengebiet eine Zeit gesteigerter Gebirgsbildung. Unter
dem Zwang ungeheurer Kräfte aus dem Erdinneren wurden in mehreren
Phasen die Gesteinsserien vom Süden her aufgefaltet und zu
mächtigen Decken und Schuppen auf- und übereinandergeschoben. Diese
Bewegungen erfassten auch die alttertiären Molasseschchten des
Alpenvorlandes, pressten sie zu einzelnen Mulden und Sätteln
zusammen, stellten die Schichtpakete zum Teil steil auf und
zerrissen sie schliesslich in mehrere Schuppen. Damals entstand im
wesentlichen die Lagerungsform der voralpinen "gefalteten Molasse";
mehrere schmale, in Ost-West-Richtung langgestreckte, teilweise
über eintausend Meter tiefe Mulden.

[Bild1]
Die kohleführenden Mulden liegen zwischen Lech und lnn. Unter
dem Einfluss des gewaltigen Druckes bei der Alpenfaltung sowie der
hohen Temperatur in der Tiefe machte die damals noch weiche
Braunkohle der oberbayerischen Kohlenvorkommen einen beschleunigten
und intensivierten Veredelungsprozess mit, den wir mit "Inkohlung"
bezeichnen. Aus der ursprünglichen Torfmasse wurde Weichbraunkohle,
aus dieser Hartbraunkohle und schlienlich Glanzkohle.
Ihrem rohstofflichen Charakter nach nimmt die Glanzkohle eine
Zwischenstellung ein zwischen der Braunkohle und der wesentlich
älteren Steinkohle, etwa der aus dem Ruhrgebiet oder dem Saarland.
Dementsprechend liegt der Heizwert der Glanzkohle mit 5500
Wärmeeinheiten zwischen dem der Steinkohle mit rund 7500 und dem
der Braunkohle mit etwa 2000 Wärmeeinheiten. Der Aschegehalt (rund
10 Prozent) und der Wassergehalt (rund 8 bis 1O Prozent) der
oberbayerischen Kohle ist höher als der der Steinkohle, erreicht
jedoch bei weitem nicht die Werte der Braunkohlen. Infolge ihres -
geologisch gesehen - geringen Alters hat die Glanzkohle einen
relativ hohen Gehalt an flüchtigen Bestandteilen. Sie ähnelt dabei
in ihrem Brennverhalten den jüngsten Steinkohlen der Ruhr, den
Gasflammkohlen. In den Molasseschichten gibt es rund dreißig Flöze,
von denen aber höchstens sechs über größere Flächen hinweg
"bauwürdig" sind, das heißt in den Bergwerken wirtschaftlich
abgebaut werden können.

[Bild2]
Die Stärke der Flöze sind so gering, daß in den Abbauen nicht
aufrecht gearbeitet werden konnte. Ein weiterer Nachteil der
oberbayerischen Flöze ist, dass zwischen den einzelnen Kohlelagen
zahlreiche "Bergemittel" liegen, das heißt Streifen tauben
Gesteins, die beim Abbau mitgenommen werden mußten. Deshalb enthält
zum Beispiel ein Förderwagen mit und einer Tonne Inhalt im
Durchschnitt nur etwa 500 Kilogramm verwertbare Kohle. In ihrer
jüngsten geologischen Geschichte seit der Auffaltung der Alpen
wurden die Kohlenvorkommen nicht mehr wesentlich verändert. Durch
die ständige Verwitterung wurden die höhergelegenen Teile der
tertiären Schichten mit den darinliegenden Flözen in
jahrtausendelanger Arbeit abgetragen; nur die härteren
Gesteinsschichten leisteten stärkeren Widerstand. Mancher Berg des
Alpenvorlandes, wie der Hohenpeißenberg oder der Tölzer
Kalvarienberg, entstand auf diese Weise. Während der Eiszeiten
wurde die Abtragung durch die Gletscher fortgesetzt und schließlich
das ganze Gebiet von Moränen überdeckt. Mächtige Schotter-, Lehm-
und Tonbänke von teilweise über einhundert Meter Höhe überlagerten
die kohlenführenden Schichten und bestimmen damit weitgehend das
heutige Landschaftsbild. Später gruben sich die Bäche und Flüsse in
die lockeren Moränen ein und legten immer wieder die älteren
Tertiärschichten frei. Hier war es dann auch, wo die in der
Molasseschichten eingelagerten Kohleflöze zuerst entdeckt
wurden.
Die ersten Aufzeichnungen über Kohlengräbereien am
Hohenpeißenerg datieren vom Ende des sechzehnten Jahrhunderts; die
ersten Nachrichten über weitere Bergbauversuche in Penzberg und bei
Miesbach kommen aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Erst
mit dem Beginn der Industrialisierung ab 1800 wurde jedoch die
Aufsuchung der oberbayrischen Kohlen wirtschaftlich
interessant.
Die Geschichte des Bergbaus in Peissenberg wird durch einen
Multicache direkt auf demselben Gebiet dargelegt: Bergbau Peißenberg -
Tiefstollen
Ich empfehle jedem den Besuch des Bergbaumuseums, hier wird auf
die Entstehung der Kohle und die geschichtliche Nutzung der Kohle
sehr detailliert erläutert.
Stollenweg
Direkt am Bergbaumuseum beginnt der Stollenweg, ein Lehrpfad für
Bergbau, Geologie und Landwirtschaft. Der gesamte Weg ist über 10
km lang und führt durch die Bergbauregion rund um den
Hohenpeißenberg. Um die weiter unten gestellten Fragen zu
beantworten müßt ihr am Stollenweg entlangwandern, und zwar auf dem
Teilstück zwischen dem Bergbaumusesum und dem Unterbau. Die
Antworten auf die Fragen finden sich auf unterschiedlichen
Hinweisschildern entlang dieses Pfades.

Der Pfad ist mit Holzschildern "Stollenweg" gekennzeichnet und
trägt die Nummer P4. Es sind etliche Höhenmeter zu überwinden und
ihr bewegt euch auf engen Waldpfaden, die je nach Jahreszeit und
Witterung sehr rutschig sein können. Seit also vorsichtig.
Um euch die Orientierung zu erleichtern, habe ich hier noch
meinen GPX Track hochgeladen GPX Track Stollenweg
09.10.2010
Dieser Teil des Stollenwegs wurde von mir auch in Openstreetmap
eingetragen. Wenn ihr den Cache macht und euer GPS ohnehin den
Track aufzeichnet, würde ich euch bitten den Eintrag in OSM zu
verbessern! Cache in - Path out!
Folgende Fragen müßen zum Loggen des Caches beantwortet werden:
- Wie breit ist die Peissenberger Mulde?
- Zwischen welchen Schichten stellt der Hohe Peißenberg eine
Grenze dar?
- Durch welche zwei Arten von Gestein sind die Kohleflöze
voneinenader getrennt?
- Welche Nummer trägt das Muschelexponat auf der Schautafel, die
die Antwort auf die letzte Frage gibt?
Postet ein Foto von euch und/oder eurem GPS vor dem Eingang zum
Stollen (bei den angegebenen Koordinaten)
Alle Fragen sind vor Ort lösbar!
Quellenangabe:
- Peissenberger Bergbau Museum, Heft 1, Januar 1981, Dr. Ernst
Ursel
- Der Kohlenbergbau im Pfaffenwinkel, 1985, Dr. Ernst Ursel
Bildnachweis:
- Peissenberger Bergbau Museum, Heft 1, Januar 1981, Dr. Ernst
Ursel, mit freundlicher Genehmigung
- Fotographien: angrox,

[EN]
This earth cache is about the anthracite coal deposits in upper
bavaria between the rivers Lech and Inn.
The coordinates are near the mining museum in Peißenberg which gave
me permission to place this cache and provided information to the
geological history.
Forty million years ago the distribution of water and land in
the Bavarian region was substantially different then today. Two
seas in the south and the north (which later became the
Mediterranean and the North Sea) covered most of todays europe.
Only the alpine regions were free of water. At that time the
climate in central europe was tropical hot and the mainland was
covered with forest and peat bogs.
Due to the motion of the earth's crust in the Tertiary -
especially the drawdown of coastal areas - large areas of peat were
covered with clay mud and sand. In the absence of oxygen the layers
of dead plants and creatures began to grow over million of years on
the foothills of the alps and became hunderds of meters thick. They
were called molasse layers.
The formation of peat bogs in Upper Bavaria were created in the
early tertiary or more precisely in the oligocene. In the following
10 to 15 million years the layers were compressed under the
pressure of overlying rock layers. The result was brown coal from
the molasse layers. In the miocene (25 million years in the past)
the movement of the earth crust began to form the alps. Under the
immense pressure the layers were folded over each other and formed
mighty "scales" of rock. The folding also effects the molasse
layers which formed individual saddles and basins, parted them,
moved some upright and folded them again. The form of the "folded
molasse" were slim basins oriented east-west with a deep up to
several thousand meters.
See [Bild1] in the german text.
The basins containing coals were between the rivers of Lech and
Inn. Due to the high pressure and the high temperature during the
folding process the coal deposits in bavaria a process called
coalification effected the layers enhancing the brown coal to
anthracite.
Anthracite is a hard, compact variety of mineral coal that has a
high luster. It has the highest carbon count and contains the
fewest impurities of all coals, despite its lower calorific
content. It is the most metamorphosed type of coal (but still
represents low-grade metamorphism), in which the carbon content is
between 92% and 98%. The term is applied to those varieties of coal
which do not give off tarry or other hydrocarbon vapours when
heated below their point of ignition. Anthracite ignites with
difficulty and burns with a short, blue, and smokeless flame.
[Reference for the last paragraph:
http://en.wikipedia.org/wiki/Anthracite]
See [Bild2] in the german text.
The strength of the anthracite seams was so small that the
miners could not work upright. Another disadvantage of the bavarian
seams was the large amount of parting which must be moved out.
Therefor a tram filled with 1000 kg material could hold only 50%
coal and 50% partings.
The history of mining in Peissenberg is explained by a multi
cache in the same area: Bergbau
Peißenberg - Tiefstollen
I recommend everyone to visit the mining museum which is next to
the cache coordinates.
"Tunnel path"
Starting at the museum there is a geological nature trail called
"Tunnel path (or "Stollenpfad" in german). The trail is more then
10 km long and describes the mining in the region around the city
of Peißenberg. To answer the question below you need to walk a
certain part of the trail between the museum and "Unterbau" where
you find different information boards.
The path is signposted with the following sign:
Beware: The path is a very difficult track and has some
elevation. So be prepared!
You can download my GPX track here: GPX Track Stollenweg
09.10.2010
The part of the "stollenweg" was also uploaded to the openstreetmap
project. Please help the project by enhance the quality of the map.
Cache in - Path out!
Answer the following questions:
- How wide is the trough of Peissenberg?
- Between which layers is the "Hohe Peissenberg" a natural
border?
- Which kind of stone seperates the coal seams from each
other?
- On the last sign there is the picture of a mussel. Which number
is on the picture?
Please post a picture of yourself or your GPS in front of the main
tunnel entrance (at the cache coordinates)
Source and Credits: Please refer to the last part of the german
text ("Quellenangabe" and "Bildnachweis")
