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Die schusseligen
Schmuggler |
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Auf alten
Pfaden - Kaffeeschmuggel am Niederrhein
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Ich war mit Fritz auf
der Suche nach Zigaretten und Schokolade. Das ist im Jahr 1948
nicht wirklich eine einfache Sache, da bleibt Dir nur der
Schwarzmarkt. Was zum Tauschen hatten wir: ein Stück Speck,
für das ich bei Bauer Meeders in Kalkar den Schweinestall hatte
ausmisten müssen und einen Karton mit Nägeln. Die waren zwar durch
das Feuer in dem Haus, in dem wir sie gesammelt hatten sehr weich,
doch es müsste reichen für zwei Zigaretten und eine halbe Tafel
Schokolade. Damit wollte Fritz, mein Freund, Eindruck bei seiner
neuen Freundin Erna schinden. Da wären Strümpfe zwar besser
gewesen, die sind aber unbezahlbar. Also muss sie sich weiter eine
Naht aufs Bein malen. Hauptsache die Polizei oder die Tommys
erwischen uns nicht; aber mit dem Fahrrad hatten wir aber bislang
keine Probleme gehabt, denen immer wieder zu
entkommen.

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Kaffee
Die Kaffeepflanze hat ihren Ursprung in
Ostafrika im heutigen Staatsgebiet von Äthiopien. Pilger, Händler
und Reisende verbreiteten das belebende Getränk über die
Ursprungsregion hinaus. Im 17. Jahrhundert eröffneten die ersten
Kaffeehäuser in Europa. Das Hauptanbaugebiet liegt nicht mehr auf
dem afrikanischen Ursprungskontinent, sondern in Südamerika,
Brasilien.
Kaffe wird bis in Höhen von 2000 Metern
angebaut, doch ist er recht empfindlich. Wind, Trockenheit und
Nässe können bei den Pflanzen schwere Schäden anrichten. Sie werden
aus Samen herangezogen werden bis zu 40 Jahre alt und tragen nach 4
Jahren zum ersten Mal Früchte die 9 - 11 Monate am Strauch reifen,
so dass ie Ernte das ganze Jahr über stattfindet.
Die Kaffeekirschen, so genannt, weil
der Kaffee botanisch gesehen eine Steinfrucht ist, haben ein
säuerliches Fruchtfleisch, das den Kern umgibt. Das Fruchtfleisch
wird von dem harten Kern getrennt und die Bohnen werden dann in der
Sonne getrocknet. Nach einigen Wochen werden die Schalen dann
maschinell gebrochen und der Rohkaffee an die Röstereien in der
ganzen Welt geliefert.
Kaffee erhält sein Aroma und die
bekannten Noten erst durch den Röstprozess der Bohnen. Ätherische
Öle, Aromen und Säuren werden bei den unterschiedlichsten
Temperaturen im Bereich zwischen 150 und 250 °C zum Leben erweckt.
Die Auswahl der Bohnen verschiedenster Sorten und Herkunftsbereiche
und die richtige Auswahl der Röststufen, machen den Kaffee und die
Qualität des Kaffees aus und liegen in der Hand des erfahrenen
Kaffeerösters.
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Kaffeeschmuggel
Die nach dem Kriege in der britischen
Zone und der jungen Bundesrepublik erhobenen Kaffeesteuern, sorgten
in den Jahren 1945 - 1953 zu einem sehr ausgeprägten
Kaffeeschmuggel. Der Schmuggel der im Raum Aachen seine Hochburg
hatte fand aber auch, wenn auch im kleineren Rahmen weiter nördlich
am Niederrhein statt. Während dieser Zeit kamen mehr als 30
Schmuggeler und zwei Zöllner ums Leben. Am 24. August 1953 wurde
die Kaffeesteuer gesenkt und dem Schmuggel somit die Basis
entzogen.
Nach Schätzungen, war ein Drittel des
konsumierten Kaffees in Deutschland - Schmuggelware . Mit dem
Schmuggel konnte man in einigen Nächten mehr verdienen als mit
einer normalen Arbeit in einem Monat. Am Niederrhein fiel der
Schmuggel viel geringer aus und erreichte bei weitem nicht die
Professionalität aus dem Raum Aachen.
Aber vielleicht war einfach bislang die
hier dargestellte Geschichte nicht bekannt.
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| Daten zum
Cache |
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Rundweg von ca. 13 km Länge |
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weiße Einzelreflektoren zur
Wegführung |
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zwei weiße Reflektoren zeigen Stationen an, die
dann im Umkreis von 5m zu finden sind |
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drei weiße Reflektoren an Abbiegungen |
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wie immer gilt: nur GUCKEN,
nichts AUSSEINANDERNEHMEN !!! |
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| Ausrüstungsliste |
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| - UV-Licht |
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Laserpointer |
| - Magnet |
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Taschenlampe |
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Spitzzange |
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Morsealphabet |
| -
Pocket-Dekoder |
| -
Schreibutensilien |
| - gutes
Schuhwerk |
| - evtl.
Wegzehrung |
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Heute war hier einiges los.
Der Typ da an der Ecke mit dem zerfurchten Gesicht und dem weit
heruntergezogenen Hut, der sah irgendwie unangenehm aus. Wenn man
aber etwas haben wollte, konnte man darauf keine Rücksicht
nehmen,schräge Geschäfte, schräge Typen. Also fragte Fritz, diesen
Mann, ob er uns bei unserem Anliegen helfen könnte. „ Wat
habt ihr Tuppesse denn zu bieten“ schnarrte er. Vorsicht, der
war nicht von hier dachte ich und trat Fritz an den Fuß, unser
Zeichen wenn es gefährlich wurde. Aber Fritz machte weiter und
zeigte dem Mann unsere „Ware“. „Dat is ja nit
vill“, sagte er und schob sich aus einem Zigarettenetui eine
amerikanische Zigarette in den leicht zuckenden Mundwinkel. Mein
Gott, eine richtige Zigarette, nicht so eine aus Stummeln und Zeugs
aus dem Garten zusammengeklaubte Kippe, nein eine perfekte
Zigarette mit weißem Zigarettenpapier.

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Er blies Fritz den Rauch
ins Gesicht, der darauf hin wieder mit seinem nervösen Stottern
anfing. „Wwwwwwo, sind ssssie denn her, von hier ssssind sie
ja nicht?“ „Usse der Nähe von Aachen, mehr musse nicht
wissen. Wat ihr da habt, könnt ihr vergessen. Euer Speck iss
ranzig, die Nägel weich, was wollt ihr denn dafür?“
Fritz wurde mutig: “Strümpfe!!“. „Wolle?“
„Nee, Seide!“ Der Fremde verzog das Gesicht und fing an
zu lachen. „Vielleicht versuchst du Tuppes et mal als
Alleinunterhalter.“Er drehte sich zu einem anderen Mann um.
Schnell nahm ich die Verhandlungen an mich. „Na du bist ja
ein Realist, nich so wie dein Fründ“, sagte er und war mit
dem Handel einverstanden. „Wozu brauchst Du denn Strümpfe ?
Haste ne Fründin, oder für Mutti ?“ witzelte der Fremde.
„Ffffreundin“ drückte Fritz heraus. „ Ich will
mal nicht so sein. Ich kann euch helfen, wenn ihr mir bei einer
Sache behilflich seid.“ „Uuuum was geht es
denn?“ fragte Fritz, der sich scheinbar wieder gefangen
hatte. „ Das kann ich euch jetzt hier nicht sagen, aber wenn
ihr mich mal besucht, ich wohn auf der Gruft.“ Ja genau so
sah der aus dachte ich. „Zur Untermiete.“, ergänzte er.
Er schob uns einen Zettel mit der Adresse zu. Gerade noch
rechtzeitig denn die Polizei kam auf einem Lastwagen um die Ecke;
da war Verschwinden angesagt. Wir flitzten auf den Fahrrädern
davon, der Mann floh zu Fuß.

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Drei Tage später schauten
wir bei dem Typ vorbei, der wohl angab Albert Maas zu heißen, aber
irgendwie nahm ich ihm das nicht ab. Er wohnte zur Untermiete bei
der Witwe Martha Winkels. „Och gemütlich haben sie es hier.
Na, hier reicht es irgendwie nach Kaffee“, sagte Fritz und
stellte sich ans Fenster.„Gute Nase junger Mann, und genau um
den geht es.“„Kaffee, Bohnenkaffe, also aus
Kaffeebohnen, so richtigen Kaffee?“ fragte ich völlig aus der
Fassung.„Nun beruhig dich mal, in Aachen haben wir das ja
auch hin bekommen. Da musste ich nur weg, dat wurd mir zu
hies.“"Das glaube ich wohl." sagte Fritz, der bislang ruhig
an der Bank am Fenster stand. In der Hand hatte er eine Zeitung,
die dort gelegen hatte. Er las aus der Zeitung
vor.

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10 April 1948 |
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20 Pfennige
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Aachener
Tagesblatt
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unabhängiges Organ der
britischen Zone
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Großer Schlag gegen den
Kaffeeschmuggel
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| Aachen, Deutschland – Eupen,
Belgien
Die Kaffeefront
Der Polizei und den britischen Behörden sind
in der Nähe von Aachen in der letzten Nacht Kaffeeschmuggler ins
Netz gegangen. Die Schmuggler haben mit einem Fahrzeug aus
amerikanischen Militärbeständen am Grenzübergang Aachen Bildchen
aus Belgien kommend die vom Zoll errichten Grenzsperren
durchbrochen. Dabei wurde einer der Beamten schwer
verletzt.
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Nach einem
Schusswechsel ergaben sich die Schmuggler. Lediglich der
vermutliche Kopf der Bande, flüchtete auf einem Motorrad und entkam
der nacheilenden Polizei im Raum Moers. Von da verliert sich die
Spur des Flüchtenden der vermutlich weiter nach Norden entkam. Die
Polizei warnt, der Mann ist offensichtlich gefährlich, bewaffnet
und macht ohne Skrupel von der Schusswaffe Gebrauch. |
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| Die
alarmierten Kräfte aus Polizei und britischem Militär nahmen die
Verfolgung auf. In einem Waldstück wollten die Schmuggel in einen
dort wartenden LKW umsteigen. Bei dem durchbrechenden Fahrzeug
handelte es sich um einen Truppentransporter amerikanischer Bauart,
der in einer belgischen Kaserne gestohlen wurde. |
Die Beschreibung
des Mannes ist eher dürftig, ca. 170 cm, 35 Jahre und besonderes
Kennzeichen: zuckender Mundwinkel. Die Behörden bitten die
Bevölkerung um Mithilfe, Hinweise nimmt die mit den Ermittlungen
beauftragte Kripo Duisburg, Kommissar Croft, entgegen. Im Fahrzeug
der festgenommenen Männer wurde 1 Tonne Kaffee
sichergestellt. |
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„Na mich laust
der Affe, wenn das mal nicht sie sind,“ sagte ich.„Nun
ja, Du kannst halt eine Menge Geld damit verdienen. Man darf sich
nur nicht erwischen lassen, von den, nennen wir sie mal
Muggeln.“"Ich für meinen Teil kann das nicht mehr machen. Ich
bin, na sagen wir mal zu bekannt. Na seid ihr interessiert ?" Wir
nickten stumm.„Also ihr müsst schon ein bisschen Ausrüstung
mitnehmen. Einige Sachen werden Euch bekannt sein, andere sind aus
britischen Militärbeständen und bislang geheim. Da sind auch
experimentelle Sachen dabei. Aber ich hab da eine Anleitung für
euch, da steht alles drin, was ihr im Rucksack haben
müsst.
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Geht nie allein, die Route
ist nur bei Dunkelheit zu finden.“
„Warum?“,fragte Fritz.„Also, ich habe den Weg
gekennzeichnet und diese Kennzeichnung siehst du halt nur Nachts."
Wir setzten uns alle an den Tisch und beugten uns über eine
Militärkarte. „Hier übernehmt ihr also den Kaffee und dann
macht ihr euch auf den Weg durch …“.Die Tür zum Zimmer
schwang auf. Eine Änderung ging durch den Mann unter dem Tisch
hörte ich es klacken. Die Hauswirtin stand mit einem Tablett mit
einer Kanne duftenden Bohnenkaffees vor uns. Ich blickte schnell
seitlich unter den Tisch und erspähte eine Pistole in der Hand des
Schmugglers. |
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„Ich dachte, ihre
Gäste hätten gerne einen Kaffee." "Danke Frau Winkels, aber ich
habe eine geschäftliche Unterredung mit den Herren.“ Er hatte
die Waffe in seine Jackentasche gesteckt, war aufgestanden und
schob eine grummelnde Hauswirtin aus dem Zimmer. Zu uns gewandt
sagte er: „Die hat scheinbar ein Auge auf mich geworfen, ihr
Mann ist im Krieg gefallen. Nun ja, ich denke mal, die mag mehr
meinen Kaffee als mein zuckendes Gesicht.“ „Genau
diesen Kaffee hätte sie ruhig da lassen können“, maulte
Fritz. |
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„Kaffee und Geld
habt ihr Burschen bald genug. Na, macht ihr mit ?“ Ich wollte
noch nein sagen und Fritz von der Waffe erzählen, da schüttelte
mein Freund schon die Hand des Mannes.
„Aaaabgemacht.“"Wwwwir brauchen noch einen Nnnamen für
uns, so wie Ppppiraten ooooder bei Kästner“, stotterte Fritz.
„Wat? Parole Emil? Doch wohl eher die schusseligen
Schmuggler.“ Der Mann lachte.Am Tag drauf, in einer mondlosen
Nacht, waren wir auf dem Weg zum Startpunkt der Schmuggelroute, die
Karte mit der Koordinate in der Tasche, der Ausrüstung von dem
Zettel im Rucksack und dem mittlerweile wieder stotternden und
schlotternden Fritz ging es jetzt los. "Denk immer daran: lass dich
nicht erwischen!" spukte es mir im Kopf herum.

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