Please note Use of geocaching.com services is subject to the terms and conditions
in our disclaimer.
Der vierte Teil der Hein-Saga
Elfriedes Familie "Na wie geht's?" fragte ich, als ich Hein mal wieder hinter dem Eiben- und Goldregengestrüpp antraf, wo er immer heimlich die von seinem Schwippschwager geerbten Reinigungsmittel ihrer Bestimmung zuführte. "Ach - Nix als Ärger!" antwortete er. "Was ist denn los?" erkundigte ich mich mitfühlend. "Elfriedes entfernter Onkel in Amerika ist gestorben.“ Ich bekundete sogleich mein Beileid, aber Hein winkte ab: "Der Zweig der Familie ist schon vor Generationen ausgewandert und von dem Onkel hatte ich vorher noch nie gehört. Gestern hatten wir Besuch von Elfriedes Verwandtschaft und die sagten, dass Elfriede mit auf der Erbenliste steht." "Na - diese Botschaft ist doch ganz erfreulich, oder?" meinte ich. Hein seufzte. "Wenn ich bloß wüsste, ob das mit der Erbschaft stimmt, dann könnte ich Schulden aufnehmen und mir endlich neue Hosen kaufen." Er drehte mir betrübt den Rücken zu und ich wollte mich schon diskret zurückziehen, da beugte sich Hein zu Boden und fragte "Siehst du?" Ich sah tatsächlich - und zwar einen großen grauen Fleck mit schokoladentalergroßen roten Herzen, und zwar da, wo eigentlich sein Hosenboden sein sollte. Der Hosenboden fehlte aber und was ich sah, waren die traurigen Überreste einer einst fröhlichen weißen Unterhose mit Herzchenmuster. "Oh ja, ich sehe!" antwortete ich schnell und beendete die genannte Tätigkeit rasch. "Ja - ich könnte das Geld wohl brauchen", seufzte er erneut "Wenn ich bloß wüßte, ob die Geschichte stimmt!" "Aber wenn Elfriedes Verwandten es doch sagen!" "Ach weißt Du: Elfriede kommt aus Kleihusen." "Und?" fragte ich. "Ach - ich vergess' immer wieder, dass Du nich' von hier bist! Du musst nämlich wissen, dass Kleihusen ein Dorf auf einer Kleiinsel mitten im Moor ist. Es gab keinen Kanal und keine Straße dorthin und so war es jahrhundertelang von der Umwelt völlig abgeschnitten." "Da hat sich dann wohl eine ganz eigene Kultur entwickelt?" fragte ich, auf interessante ethnologische Erkenntnisse hoffend. "Von Kultur weiß ich nix, aber sicher ist, dass die zwei Familien immer nur untereinander Kinder gekriegt haben. Und das hat Spuren hinterlassen." Mir schwante Böses. "Jedenfalls sehen alle Mitglieder der Familie völlig gleich aus, nur Elfriede schlägt etwas aus der Art." "Ach - Deine holde Gattin?" fragte ich nach. "Ja - Eines Tages kam ein Missionar und wollte die letzten Anhänger des alten germanischen Glaubens bekehren und den haben sie dann sofort dem Gott Thor geopfert. Aber vorher wurde er zur Strafe noch für eine Nacht zur hässlichsten alten Jungfer gesperrt. Er wurde der Vater von Elfriede und ihrer Schwester. Und deshalb sind Elfriede und ihre Schwester anders als der Rest der Sippschaft." "Inwiefern?" hakte ich nach. "Na, Elfriede sagt meistens die Wahrheit, aber nicht immer." "Das klingt doch ganz normal und menschlich." wand ich ein. "Hier ist das auch normal, aber in Kleihusen gibt es das sonst nicht. Das hat mit der Vererbung zu tun. Ein Kleihusener lügt immer, außer er ist einer von denen, die immer die Wahrheit sagen. Entweder das eine Gen oder das andere, es gibt keinen Kleihusener, der einmal die Wahrheit sagt und einmal nicht. Zum Glück kann man das ganz gut erkennen, denn die Lügner haben eine schneeweiße Haarsträhne im blonden Haar und die anderen nicht." "Zum Glück!" sagte ich und formulierte im Geiste schon den Brief an die Humanbiologische Fakultät in Bremen, mit dem ich auf dieses spannende Studienobjekt aufmerksam zu machen plante. "Ja, aber als die neben Kleihusen den neuen Windpark gebaut haben, kam da auch 'ne Straße hin und seitdem tauschen die Leute dort ihre Schaffelle und Hühner im Laden des Nachbardorfs gegen allen möglichen Kram ein, den sie vorher noch nie gesehen haben." "Aber das ist doch schön, dass man dort jetzt an der Zivilisation teilhaben kann." bemerkte ich und strich im Geiste den Brief wieder. "Das Blöde ist nur, dass sie sich als erstes blondes Haarfärbemittel eingetauscht haben und jetzt weiß man gar nicht mehr, wie man dran ist mit denen. Aber das Mittel benutzen natürlich nur die Lügner." "Das ist ein Problem." sagte ich und formulierte im Stillen einen anderen Brief an die wirtschaftswissenschaftliche Fakultät. "Einige Kleihusener haben das Dorf verlassen, aber die ungefärbten kamen bald wieder, weil sie unter uns Normalen nicht klarkamen. Die mit den gefärbten Haaren wurden meist Autohändler oder Werbeleute. Die verdienen ganz gut, aber sie lassen dann auch nicht wieder von sich hören. Nun waren gestern zwei Vettern von Elfriede hier... vielleicht waren es auch Cousinen... oder je einer so und die andere so ... oder beide beides. - Was weiß ich, ich seh' da keinen Unterschied. Jedenfalls heißen beide "Jannes". Beide sagten jeweils nur einen Satz, den sie wohl auswendig gelernt hatten. Einer sagte "Elfriede hat geerbt und Jannes lügt nie" und deutete dabei auf die andere Person. Und der andere sagte: "Elfriede hat geerbt und Jannes färbt sich die Haare." Dabei deutete er oder sie auf den oder die andere. Darauf verbeugten sie sich, drehten sich um, ohne sich vorher zu erheben und klatschten mit beiden Händen auf ihr Hinterteil. So sagt man in Kleihusen Tschüß. Hat lange gedauert, bis Elfriede sich das abgewöhnt hatte. Sie macht das jetzt nur noch, wenn wichtiger Besuch kommt oder wenn wir uns nach der Kirche vom Pastor verabschieden. Dann zogen sie wieder los, denn nach Kleihusen läuft man gut zwei Tage und sie hatten keinen Proviant dabei" Ich ersetzte den Brief durch ein dringendes Schreiben an die Psychiatrische Fakultät. "Nu' weiß ich immer noch nich', ob ich mir auf Pump eine neue Hose kaufen kann oder nicht." "Warum fragst Du nicht einfach Elfriede? Die kennt doch ihre Verwandten und kann sicher sagen, ob das stimmt oder nicht?" schlug ich vor. "Elfriede kann die auch nicht mehr auseinanderhalten, denn sie lebt schon zu lange nicht mehr im Dorf. Das können ja nicht einmal die Kleihusener, die dageblieben sind. Das führt manchmal zu Verwicklungen, wenn zwei davon in der Hochzeitsnacht feststellen, das sie in direkter Linie verwandt sind und auch unter den Klamotten ganz gleich aussehen. Ich verwarf das letzte Schreiben und formulierte nun eines an die Universität der Bundeswehr mit einem Vorschlag für ein Granatentestgelände. "Aber die Kleihusener wissen immer, ob der, mit dem sie gerade zusammen sind, ein Lügner ist oder nicht. Und einfache Zahlen dürfen alle richtig nennen, denn die gelten immer sowohl als Wahrheit wie auch als Lüge. Also wenn man jemanden z.B. fragt, wie viele Sonnen sind am Himmel, können die mit der Haartönung und die ohne sagen "1", Aber nur die ohne Tönung könnten sagen "Es ist genau eine Sonne am Himmel." "Sie erkennen also innerhalb des Dorfes bei jedem, ob er ein Lügner ist, aber nicht das Geschlecht oder den Namen?" wunderte ich mich. "Den Namen wissen sie schon, denn um Verwirrungen zu vermeiden, heißen schon seit Jahrhunderten alle im Dorf "Jannes". Außer meine Elfriede." Ich erwog eine Anfrage beim Bundesseuchenschutzzentrum, ob es irgendwelche Rechtsmittel gibt, nach denen man ein Dorf zuschütten und einebnen kann. "Warst Du denn selbst schon 'mal in Kleihusen?" fragte ich. "Na klar, ich musste doch um Elfriedes Hand anhalten! Das hat aber auch nicht auf Anhieb geklappt." "Wieso nicht?" "Sobald die Straße fertig war, kamen sofort die Zeugen Nasowas, die Staubsaugervertreter und die Zeitschriftenabonnementenwerber. Da haben die Kleihusener eine Palisade um ihr Dorf gebaut und eine Wache aufgestellt." "Eine vernünftige Maßnahme gegen den Kulturschock!" sinnierte ich und erwog die Verlegung des Bundesverwaltungsgerichts nach Kleihusen. "Ja, aber die fragen jeden, der kommt, nach der Parole und die wußte ich natürlich nicht. ich legte mich also im Graben beim Tor auf die Lauer und belauschte die Leute. Beim ersten fragte die Wache "28" und der Dorfbewohner antwortete "14" und man lies ihn ein. Beim nächsten fragte die Wache "16" und die Antwort war "8" und er durfte rein. Beim nächsten fragte die Wache "8" und die richtige Antwort war "4". Jetzt hatte ich genug gehört und traute mich selbst zum Tor. Die Wache fragte "12" und ich antwortete "6" - und dann bekam ich fürchterliche Haue, und die Wache hat mich im Wollelager eingesperrt. Ich weiß bis heute nicht, was ich hätte sagen sollen um ungeschoren hineinzukommen. Am anderen Tag kam der Pastor aus dem Nachbardorf vorbei und fragte mich, ob ich einer von denen bin, die immer die Wahrheit sagen. Ich sagte nur das Wort *D* und er wußte Bescheid. Ich erklärte ihm mein Anliegen, Elfriedes Hand betreffend. Gerührt versprach er, sich für mich einzusetzen. Als er am nächsten Tag wiederkam, teilte er mir folgendes mit: "Die Dorfbewohner stellen jetzt an beiden Türen dieses Lagers Wachen auf. Eine Wache hat gefärbte Haare und die andere nicht. Du darfst eine einzige Frage an einen der beiden Wächter stellen und der wird sie mit "Ja" oder mit "Nein" beantworten. Danach darfst Du durch eine Tür Deiner Wahl gehen. Wählst Du die falsche Tür, bekommst Du noch mehr Haue und mußt für immer im Dorf bleiben und Dich um die unverheirateten Damen kümmern. Wählst du aber die richtige Tür, darfst Du gehen und Deine Elfriede heiraten. Wenn du zwei Fragen mit einem "und" kombinierst, antworten die Wächter immer auf die Kombination: Wenn Du also z.B. fragst:" Ist 1+1=3 und scheint die Sonne am Tag?", versteht die Wache die Frage als "Stimmt es, dass sowohl 1+1=3 ist, als auch, dass die Sonne am Tag scheint?" In diesem Beispiel stimmt die Kombination nicht, also würde die wahre Antwort "Nein" lauten und die gelogene "Ja". Ich habe übrigens niemanden gefunden, der sicher sagen konnte, ob er Elfriedes Mutter ist. Dein Weg war also sowieso umsonst." Da hab ich lange überlegt und endlich wußte ich eine gute Frage, nämlich *C*" "Hein!" rief ich, "Du bist genial !" "Sag das lieber meiner Elfriede!" murmelte er zurück und widmete sich wieder seiner Tinktur. Ich entschied mich, die Verhältnisse in Kleihusen erst mal nur der Geocachinggemeinde anzuvertrauen und das Dorf ansonsten zu meiden - oder ich lege da auch einen Cache aus für die Hardcore-Cacher. __________________________________________________________________________ Für den Cache braucht ihr: 1. Wenn Elfriede erbt, ist *A* = 6, sonst ist *A* = 4 2. *D* war ... „Ja“ *E*=1 „Nein“ *E*=2 3. Die Torwache wollte hören: *B* 4. Hein fragte die Wolllagertürwächter: (Ich gewöhn' mich nie an diese Dreifachkonsonanten!) "Färbst Du Dir die Haare und steht der andere Wächter vor der Tür in die Freiheit?" *C*=6 "Bist Du ein Lügner und ist dies der Weg in die Freiheit?" *C*=7 "Stimmt es, dass am Tag die Sonne scheint oder Du Dir sowohl die Haare färbst als auch vor der Tür in die Freiheit stehst?" *C*=9 "Wie spät ist es?" *C*=0 "Bist Du sicher, dass Du nicht Elfriedes Mutter bist und das der andere Wächter vor der Tür in die Sklaverei steht?" *C*=5 "Würde der andere Wächter die Wahrheit sagen, wenn ich ihn fragte, ob er vor der Tür in die Freiheit steht?" *C*=4 "Hab' ich einen Telefonjoker?" *C*=3 "Ist 1+1=3 und würde der andere Wärter mit "Nein" auf die Frage antworten, ob Du vor der Tür in die Freiheit stehst?" *C*=2 "Was würde die andere Wache sagen, wenn ich sie fragte, ob sie vor der Tür in die Freiheit steht?" *C*=8 "Stimmt es, das Elfriede all meine Leiden wert ist oder dass diese Wolle ganz fürchterlich stinkt?" *C*=1 Koordinaten des Cache: 53.4(C-(E*E)-E)((A*E)-C)((B+1)*111), 7.7A(B+E)B((A+C)/E)A (an der ersten von fünf Eichen) Loggen darf nur, wer - entweder ein Foto beifügt, auf dem er vor dem Cache steht mit einem Wischmop in der Hand (bevorzugt) - oder sich mit einem Gedicht oder Limerick einträgt (auch nett) - oder völlig humorlos ist (zur Not)
Additional Hints
()
Ovggr rvar Yrvgre zvgoevatra