Der Grundstein des Gotteshauses, das bis in die erste Hälfte des vorigen Jahrhunderts beiden Konfessionen diente, wurde wohl 1344 gelegt. Diese Kirche war aber nicht die erste in Saulheim: Bereits 1219 wird eine Kirche erwähnt. Aber auch diese hatte sicher ihre Vorgänger, wahrscheinlich bescheidene Holzbauten, denn die Gründung Saulheims wie der zahllosen anderen Dörfer in Rheinhessen, deren Ortsname auf ,,heim" endet, geht zurück in die Frankenzeit, in das 6. oder 7. Jahrhundert.
Das Christentum hatte schon in der römischen Spätantike, spätestens seit dem 4. Jahrhundert, Einzug in Rheinhessen gehalten. Die Heiligen Alban' Aureus, Justinus und Theonestus sollen um 400 in Mainz gelebt und gelitten haben, um 600 finden wir den heiligen Bischof Amandus in Worms, und im 8. Jahrhundert Rupert von Bingen, die heilige Bilhildis als Gründerin des Altmünsterklosters in Mainz und die Hl.Lioba, eine Verwandte und Gefährtin des Hl.Bonifatius, die 782 in Schornsheim starb; der moderne Brunnen im Ortskern zeigt sie als Äbtissin von Tauberbischofsheim. Mit Bilhildis und Lioba erscheinen also schon Jahrhunderte vor Hildegard bedeutende heilige Frauen im rheinhessischen Raum. In dieser Zeit der Konsolidierung der fränkischen Reichskirche, im Jahr 762, wird Sawilenheim erstmals erwähnt. Damals wurden der berühmten Abtei Fulda u.a. Weinberge in diesem fränkischen Dorf geschenkt.
Weitere zahlreiche Weinbergsschenkungen folgten noch im 8. Jahrhundert, so u.a. an die Abteien Lorsch und Weißenburg. Der Kirchenpatron Bartholomäus Der uralte Weinbau in der Gemeinde erklärt vielleicht das Patrozinium der Kirche und ihrer Vorgängerin: Der Apostel Bartholomäus gehört zu den Patronen der Winzer. Der Legende nach soll der Heilige, der aus dem Kreis der Jünger Johannes' des Täufers zu Jesus gestoßen war, in Armenien, Persien und Indien das Evangelium verkündet haben und als Martyrer gestorben sein, nachdem man ihm bei lebendigem Leib die Haut abgezogen hatte. Sein Attribut ist deshalb neben dem Evangelienbuch ein Messer, das wiederum einem Winzermesser ähnelt.
Seit dem späten Mittelalter wird Bartholomäus gern mit seiner abgezogenen Haut dargestellt, die er wie einen Mantel oder eine Decke über seinem Arm trägt. Auch die barocke Holzfigur in der Kirche zeigt ihn auf diese Weise.
Die Verehrung des Apostels im Rhein-Main-Raum setzte in größerem Umfang wahrscheinlich erst nach dem Jahre 1000 ein. Kurz zuvor hatte Kaiser Otto III. die Hirnschale des Heiligen als Reliquie aus Rom nach Frankfurt gebracht. Bartholomäus wurde der Patron der dortigen Pfalzkapelle, des späteren (und heutigen) Frankfurter Domes. Er war nach der Bischofskathedrale die ehrwürdigste Kirche des alten Mainzer Erzbistums, wurden in ihm doch die römisch-deutschen Könige und Kaiser gewählt und seit dem 16. Jahrhundert auch gekrönt.

Der gotische Kirchenbau Die Kirche von 1344 löste wahrscheinlich einen kleinen romanischen Bau ab, wie er in Rheinhessen beispielsweise mit der St.Georgs-Kapelle in Budenheim noch erhalten ist. Von der spätmittelalterlichen Kirche sind keine Ansichten erhalten, lediglich ein skizzenhafter Grundriß aus dem vorigen Jahrhundert erlaubt eine gewisse Vorstellung des Vergangenen:
Die gotische Kirche mit einem dreiseitig geschlossenen Ostchor etwa an der Stelle des heutigen Kirchenportals lag auf einer leichten Anhöhe über dem Ort und wurde von einem Glockenturm mit spitzem Turmhelm an ihrer Nordseite überragt. Der Kirchhof rings um die Kirche war von einer hohen, schießschartenbewehrten Mauer umgeben, die nicht nur als Umfriedung des Friedhofs diente, sondern auch als Wehrmauer in kriegerischen Notzeiten. Kirchen in der Nachbarschaft lassen ahnen, wie man sich die alte Saulheimer Kirche vorzustellen hat, so die Gotteshäuser in Armsheim, Gabsheim, Partenheim, Schornsheim oder Undenheim, alle aus dem 14. oder 15. Jahrhundert. Im Innern wird die mittelalterliche Bartholomäus-Kirche mit Wandmalereien (wie heute noch in Partenheim oder Bechtolsheim) und farbigen, figürlichen Glasfenstern sowie zahlreichen geschnitzten oder gemalten Altären, deren Patrozinien überliefert sind, ausgestattet gewesen sein.
An den Wänden und auf dem Kirchenboden standen und lagen die Grabmäler der adeligen Ortsherren mit der Darstellung der Verstorbenen oder zumindest ihren Wappen. Die Kirchen von Bechtolsheim, Gabsheim, Ober-Ingelheim und Oppenheim bewahren heute noch eine Fülle mittelalterlicher Ritterdenkmäler, so wie man sie sich auch in Saulheim vorzustellen hat.
Aus der Überlieferung wissen wir von Grabmälern für Angehörige der Ganerben, also der ritterschaftlichen Familien, denen Nieder-Saulheim gemeinsam gehörte, wie den Herren und Damen von Dienheim, Hund von Saulheim, Knebel von Katzenelnbogen usw. />
An der Kirche finden zur Zeit umfangreiche Sanierungsarbeiten statt. Sie ist daher teilweise mit Bauzäunen abgesperrt. Der Cache kann aber nach wie vor gefunden und geloggt werden. Bauzäune oder das Baustellengelände dürfen und müssen dafür nicht betreten werden. Viel Spaß beim Loggen!