J.R.R. Tolkien - Gute Drachen sind rar
Sie foltern ehrenwerte Könige, nehmen unschuldige Prinzessinnen
gefangen und töten edle Ritter mit nur einem Fingerschnips:
Grausame Drachen beherrschen als feuerspeiende Ungeheuer seit eh
und je die Märchen- und Sagenwelt.
Auch der durch seine von Peter Jackson verfilmte Triologie "Der
Herr der Ringe" bekannte Autor J.R.R. Tolkien erkannte 1984 den
Seltenheitswert echter Kuscheldrachen und widmete den friedlich
gesinnten Kriechtieren einen ausführlichen Essay. Ob Michael Ende
ihn mit seinem fliegenden Glücksdrachen Fuchur aus "Die unendliche
Geschichte" ein wenig zu seinem Werk inspiriert hat? Im
Kinderfernsehen tummeln sich seitdem vermehrt halbherzig
tugendhafte Gestalten wie der immer hungrige Plüschdrache Poldi mit
seiner enervierenden Grammatikschwäche oder der von pyromanischer
Schusseligkeit geplagte Feuerwehrdrache Grisu.
Trotz aller Bemühungen dominieren jedoch weiterhin unbarmherzige
Monsterechsen die Welt der Fantasyromane, um liebreizende
Jungfrauen zu knechten und tapfere Helden mit schwelenden
Feuersbrünsten zu liquidieren.
Wenn auch ihr nun nachvollziehen könnt, dass gute Drachen
wirklich rar sind, seid ihr gar nicht weit von der Lösung des
Rätsels entfernt, die euch prompt zum zugehörigen Döschen führt, in
dessen Logbuch ihr eure Namen kritzeln dürft.