
Die Loreto-Kapelle an der Rosenheimer Loreto-Wiese geht auf eine
private Stiftung zurück. Im Jahr 1600, einem sogenanntem "Heiligen Jahr" unternahm der Rosenheimer Georg Schaur
eine Wallfahrt nach Rom und Loreto. Während dieser Wallfahrt erkrankte er in
Loreto allerdings schwer und legte das Gelübde ab, daß er, falls er
wieder gesund und gut nach Hause komme, in Rosenheim eine Kapelle
bauen würde, die wie die Casa Santa, das Heilige Haus in Loreto
aussieht. In weiser Voraussicht gelobte er aber mit einer
Einschränkung: Falls er dann noch über die nötigen finanziellen
Mittel verfügen würde ...
Georg Schaur kehrte gesund nach Hause zurück, verfügte aber zu
diesem Zeitpunkt nicht über das für den Bau nötige Vermögen. Bis er
sich den Bau finanziell leisten konnte, vergingen 30 Jahre. Durch
den Einfall der Schweden während des 30jährigen Krieges verzögerte
sich der Baubeginn nochmal. Erst im Jahr 1631 ließ das Ehepar
Schaur die Kapelle errichten.
Im Jahr 1722 wurde dann an die doppelstöckige Sakristei noch ein
Benefiziatenhaus angebaut. Die offene Vorhalle mit der
Kriegergedächtnisstelle und den Tafeln mit den Namen der Benifiziaten wurde 1755 zugefügt. Im selben Jahr
erhielt Anton Höttinger den Auftrag, eine Sonnenuhr anzubringen,
sowie die drei großen Marienbilder auf das Langhaus zu malen.
Die Säkularisation hätte die Kapelle beinahe nicht überstanden.
1806 gab es Pläne, die Kapelle abzureißen. Auf ausdrücklichen
Wunsch der Rosenheimer Bürger geschah dies jedoch nicht. Jedoch
mußten zwei Fenster in die Kapelle eingebaut werden, um der Kapelle
den "abergläubischen Charakter" des Heiligen Hauses zu nehmen.
Aber auch in späteren Jahren fanden noch Umbauten statt: 1833
wurde ein neuer Altar aufgestellt und 1860 wurde die
Benifizatenwohnung erweitert. 1887 wurden die mittlerweile
zerstörten Außenbilder Höttingers von Max Fürst durch drei
Wandbilder ersetzt. 1986 fand eine große Renovierung statt.
Die Stelle weist
ein sehr hohes Muggelaufkommen auf, bitte daher unbedingt auf einen
unbeobachteten Moment warten Ich habe übrigens mit der Bewohnerin
gesprochen, deren Wohnungsfenster zum Cache zeigen. Sie ist damit
einverstanden. Aus diesen Fenstern braucht Ihr Euch also nicht mehr
beobachtet fühlen.
